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Neurodermitis und Sex

… ein sensibles Thema nicht nur für sensible Leute mit besonderen Empfindlichkeiten. Das hier nach meiner Überzeugung nicht fehlen darf, weil ein gesundes Sexleben bei Neurodermitis so sehr heilsam und wohltuend sein kann.

Betrachten wir die gelebte Sexualität doch mal von einer niedrigeren Schwelle, die bei jeglicher Form von herzlicher bis einfühlsamer, liebevoller Berührung beginnt. Ein gehauchtes Wort, ein zärtlicher Blick, eine verbindende Hand am Herzen des Gegenübers, eine Zeit im Arm, Kuscheln in jeder Form.

Ein bischen Biochemie: Oxytocin, das „Liebes- und Vertrauenshormon“, wird nicht nur nach orgastischen Langzeitliebesspielen freigesetzt, sondern bereits wie oben beschrieben, nach jeglichem angenehmen Hautkontakt. Ein paar Minuten Streicheleinheiten lassen es bereits fliesen!

Im letzten Jahr habe ich die Einflüsse der Lust auf meinen Hautzustand näher, vielleicht auch bewusster beobachtet. Bestimmte Phänomene bei der Erfahrung von Berührungen unterschiedlichster Art, Hitze, Kälte, beruhigende und provokative Stoffe in Bezug auf Juckreiz sind mir schon lange aus der Erfahrung bekannt. Jede Beruhigung des Juckreiz, eine Spielart von Schmerz, bewirkt verständlicher Weise eine Verminderung von Leid. Viele Neurodermitiker empfinden freigesetzte Lustgefühle, wenn durch eine äußere Einwirkung der Juckreiz plötzlich unterbrochen wird.

Ich schreibe bewusst „freigesetzte Lustgefühle“, weil ich es bei manchen Anwendungen so erlebt habe. Für kurze Momente wird der Körper von Lustgefühlen durchflutet. Ich frage mich, warum das so ist. Waren die Gefühle vorher schon da, irgendwie gespeichert im Körper? Wenn die Haut im gesunden Zustand ist, gibt’s auch kaum Juckreizbelastung und keine „Freisetzungen“.

 

Symbolsprache

Sinngemäße Aussagen von zwei Entwicklern und Lehrern alternativer Heilmethoden:

Juckreiz steht für ein grundlegendes Interesse am Leben, das man sich nicht gestattet auszuleben.“ Antonie Peppler; Kreative Homöopathie®

Das Jucken setzt ein, wenn man sich nicht gestattet, auf ein Gegenüber zu reagieren.“ Walter Lübeck; Rainbow Reiki®, Lemurian Tantra

Der Volksmund sagt:

„Es juckt mich in den Fingern!“ …. “Das juckt mich nicht!”

 

Mit diesen Aussagen im Visier habe ich eine Zeit lang meine Befindlichkeit beobachtet und in den Zusammenhang mit meinem Liebesleben gestellt.

Dabei wurde mir zum einen bewusst, dass ich von Grund auf ein sehr neugieriger Mensch bin, und dieses ziemlich oft ignoriert habe. Egal worum es gerade geht, wenn ich was wissen will, mich ein Mensch oder irgendein Thema interessiert, dann ist es gut, dem Impuls nachzugeben. Also fragen, ansprechen, nachforschen, lesen, was auch immer, und zwar dann, wenn die Neugier einsetzt. Anderenfalls juckt es irgendwo!

Die andere Erkenntnis bezieht sich auf den Wunsch, einem Menschen näher zu kommen. Als Single bin ich einige Zeit ganz zufrieden mit der Abwesenheit von tieferer Nähe und sexueller Beziehung zu einer Partnerin gewesen. Während dieser Phase spürte ich wieder Sehnsucht und musste mich aufraffen zur „Jagd“. Hier fiel mir ebenfalls auf, dass es mich juckt, wenn mich jemand anzieht, und ich keine Initiative ergreife. Das passierte häufig, und als es mir auffiel merkte ich, dass ich auch gefühlsmäßig recht impulsiv Wünsche entwickle, sobald ich diese Impulse zulasse. Ich lernte neue Menschen kennen und hatte mehr Spaß und mehr wohltuende Berührung.

Mein Leben ist wieder mit viel mehr angenehmen Gefühlen erfüllt und meine Haut spiegelt das wieder.

Ich habe auch andere, belastende Erfahrungen gemacht in Beziehungen. Neurodermitis von Geburt an belastet das Selbstwertgefühl enorm. Ich war ein schüchterner Junge und wurde ein vorsichtiger Mann, und übertriebene Vorsicht bewirkt nach den vorstehenden Thesen wieder Juckreiz. Manche Situationen haben die Neuro noch verstärkt, ohne Frage. Klar habe ich mich in den schlimmen Zeiten mit Schüben zurückgezogen, und der Aspekt Hochsensibilität erfordert auch regelmäßigen Rückzug vom Partner. Einfach um wieder zu sich selbst zu kommen, sich selber spüren, die eigenen Gefühle von denen, die vom Partner „eingesogen“ wurden, besser unterscheiden und dann auch loslassen.

Regelmäßige Streicheleinheiten und Sex steigern also den Oxytocinhaushalt. Das Vertrauen und die Laune steigen an. Lt. Wikipedia senkt das Hormon den Kortisolspiegel, und das könnte vielleicht bedeuten, dass dadurch eine gesteigerte Anfälligkeit für Juckreiz und Aufblühen der Neuro erreicht wird. Ich weiß es nicht, halte es aber für möglich. Meine Erfahrung ist, dass mir Sex und eine enge Beziehung gut tut, wenn ich mich regelmäßig zurückziehe um wieder zu mir zu kommen. Und wenn über alle Probleme und Konflikte, die in der Beziehung entstehen gesprochen wird. Auch Wut muss regelmäßig ausgedrückt werden, die kann ebenso zu Juckreiz führen, genauso wie die Lust und die Neugier, denen nicht nachgegangen wird.

Unterm Strich glaube ich, dass gerade die Feinfühligkeit vieler Neurodermitiker ein ganz besonders differenziertes, reiches Gefühlsleben mit sich bringt. Das durch gute Berührung in achtsames Beziehungen sehr viel Glück auslösen kann. Auf mich wirkt das langfristig heilsam, die Lebendigkeit und das alltägliche Glück hilft über vieles hinweg und stabilisiert meine Haut.

 

 

 

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Der Magische Tresor – Anleitung

Ich hatte nun schon mehrmals die Intuition, diese Technik der kreativen Visualisierung als Selbsthilfe vorzustellen. Würde mich freuen wenn der Eine oder die Andere damit schöne Erfahrungen macht. Bei Fragen bitte gerne mit mir Kontakt aufnehmen!

Der Magische Tresor ist ein Werkzeug, um belastende Vorgänge aller Art loszulassen. Dazu gehören Probleme, wie z.B. Selbstwertzweifel wegen dem Aussehen von Ekzemen. Die entzündete Haut kannst Du physisch nicht auswechseln, aber Du kannst Deine Frustration und die Zweifel an Deiner Schönheit loslassen.

Dann gehören dazu Personen, mit denen Du auf ungute Weise verstrickt bist. Z.B. Kollegen, mit denen Du immer wieder in Streit gerätst.

Du kannst behindernde, begrenzende Glaubenssätze loslassen. Wie z.B. dass Dich niemand mag wegen Deiner Hautprobleme. Oder dass Du von Deinem Traumberuf niemals leben kannst. Oder dass der Wohnungsmarkt keine Wohnung hergibt, die für Dich richtig und bezahlbar ist. Oder dass Du wegen Deines Handicaps nicht erfolgreich sein kannst …

Und Du kannst Situationen loslassen, die die ganze Palette an destruktiven Gefühlen auslösen, wie z.B. Schuld, Ekel, Hass, Eifersucht, Neid, Missgunst und Gier etc. Bei Wut geht es oft nicht, weil sie häufig konstruktive Ursachen hat, also Energie für Problemlösung zur Verfügung stellt. Wenn Dir nicht bekannt ist, wodurch das Gefühl ausgelöst wurde, nimm einfach nur das Gefühl selbst.

Probiere einfach ganz viele Aspekte aus, die Dich irgendwie belasten. Es kann auf keinen Fall schaden und es geht einfach. Bei realen Problemen ersetzt diese nicht, wie auch keine andere Mentaltechnik, die anschließende reale Lösung! Der Tresor setzt Umstrukturierungen im Unterbewusstsein in Gang, die neue Strategien bewirken, die mit angenehmen also konstruktiven und produktiven Gefühlen einhergehen. Manche Probleme lösen sich dadurch einfach in Luft auf, in anderen Fällen stehen plötzlich neue Fähigkeiten zur Verfügung.

 So geht die Übung:

Fühl Dich frei, den folgenden Text langsam und ruhig auf Band zu sprechen, um beim üben noch leichter vorgehen zu können.

Setze oder lege Dich hin und atme tief in Deinen Unterbauch… jetzt kannst Du schön entspannen, indem Du Dir genug Zeit nimmst für die Übung … Spüre die Unterlage, die mit Deinen Körperteilen in Berührung sind …. Während Dir vielleicht diese oder jene Sache in den Sinn kommt, kannst Du Dir jetzt Deinen Magischen Tresor vorstellen. Lass Dir dabei von Deinem Unterbewusstsein helfen, das bereits jetzt eine Anzahl an Gegenständen, Farben, Musik, Gerüche, Personen, Tiere oder Phantasiewesen kennt, die es mit „magisch“ verbindet…

Lasse den ganzen magischen Tresorraum vor Deinem Inneren erscheinen…. Spüre die Lebendigkeit des Raums und des Tresors… Du darfst es als einen genialen Teil Deines Selbst begreifen, das für alle Probleme die bestmöglichen Lösungen kreieren kann… und kannst Dich jetzt ganz tief hineinträumen … in Deinen magischen Tresorraum … ganz so, als ob Du tatsächlich darin stehen würdest und ihn … mit allen Sinnen … wahrnehmen könntest.

Jetzt ist es Zeit …  wenn Du magst kannst Du den eigentlichen Tresor öffnen, am besten mit einer begleitenden Geste Deiner Hände.

Denke an die Situation …. einen Glaubenssatz …. oder die Person …. die Du gerne loslassen willst… Spüre Dich in Deinen Körper ein, während Du daran denkst. Spüre die Gefühle, während Du mit Deinen Händen … die Situation und die negativen Gefühle aus Deinem Körper … und dem Ausstrahlungsfeld um Dich herum ziehst. Gehe dabei gründlich vor. Lege alles in den Tresor hinein … falls nötíg wiederhole den Vorgang ….. bis alles Belastende ganz raus ist aus Dir…. und vielleicht … hilft es Dir …. bewusst auszuatmen, wenn Du es dem Tresor übergibst … begleitet vielleicht von einem kleinen Seufzer ….  der Befreiung … und des Wohlgefühls.

Wenn Du fertig bist, kannst Du die Tresortür schließen. Vielleicht wird der Vorgang durch ein Geräusch begleitet? Möglicherweise gibt der Tresor auch mechanische Geräusche, vielleicht das eine oder andere Lebenszeichen von sich, wenn er „die Ware“ schluckt und verdaut …. also transformiert … lass einfach zu dass Dein Unterbewusstsein den Film vor Dir abspielt, den es passend und angenehm erachtet. Du darfst viel Spaß haben bei all dem!

Wenn die Türe zu und alles gut verschlossen ist, drückst Du bitte noch den Schalter für „maximale Problemtransformation“. Und das war’s … Du kannst wieder in Dein Alltagsbewusstsein zurückkehren. Atme einmal tief durch, dehne und strecke Dich ein bischen und komme wieder ganz zurück ins Hier und Jetzt.

Und los geht’s … 😉  Viel Spaß beim erlernen neuer Handlungsweisen, ganz leicht und so gut wie von alleine!

Haben Sie Feuer? – Evolution meiner Gesundung Teil 10

 Gegen Ende dieses Jahres 2001 folgte eine Meditations-Einweihung, und der zweite Reiki-Grad im Rainbow Reiki System, das von meinem Lehrer Walter Lübeck begründet und gelehrt wurde, und nach wie vor sehr lebendig weiter wächst. Mit dem zweiten Grad konnte ich Fernheilung betreiben, und z.B. mit Engeln in Kontakt treten, was ich seitdem sehr häufig mache. Das hat den Vorteil, dass ich nicht auf die seltenen Gelegenheiten warten muss, bis ein Engel (oder eine Gottheit, oder ein Krafttier) einmal mich kontaktet.

Schon vor meinen Möglichkeiten mit dem 2. Reiki-Grad hatte ich einige erstaunliche Erlebnisse mit Engeln. Ein Beispiel: Nach einer längeren Session im Internetforum, also an meinem Computer, ging ich aus dem Haus auf einen Spaziergang. An der nahen S-Bahn-Haltestelle sprach ein Mann mich an mit den Worten: „Haben Sie Feuer?“ In seinen Augen blitzte etwas auf das mich ein wenig erschütterte. Ich gab ihm Feuer und ging leicht verwirrt meines Weges. Nach ein paar Minuten wurde ich wütend. Mir wurde einiges über einen Sachverhalt bewusst, über den ich eben im Forum geschrieben hatte, und ich merkte dass ich mich hier stärker durchsetzen musste, bzw. eine Opferrolle lebte, wieder einmal.

Erzengel Michael ist mit dem Archetyp des Inneren Kriegers verbunden, sein Element ist Feuer und seine Farbe gelb. Nach dem Treffen mit dem Mann spürte ich richtig körperlich Wut in mir, damals eine seltene Wahrnehmung für mich, die ich auf meinem Spaziergang dann abreagieren konnte. Die Tage danach hatte ich ständig die Farbe gelb vor mir. Egal wohin ich ging, mir vielen dauernd alle möglichen gelben Sachen auf. Zusätzlich tauchte der Name Michael extrem häufig auf, z.B. als Name auf Lastwagen, im Fernsehen, in Gesprächen unter Bekannten. Es war dermaßen intensiv dass es kein Zufall mehr sein konnte. Michael hielt Kontakt mit mir und führte mich.

Das Thema Durchsetzung und Kriegerkraft war in der Zeit ein sehr wichtiges, weil ich mich in mehreren Situationen durchbeißen musste. Im Großen und Ganzen ging es um meinen persönlichen Paradigmenwechsel. Von einer katholischen Prägung, mit dem Migrationshintergrund meiner mütterlichen Linie als vertriebene Deutschstämmige aus Ungarn. Mit der entsprechenden traumatischen Entwurzelung, damit verbundenen Existenzängsten, und der daraus resultierenden Anpassung an traditionelle Werte. Hin zu einem schamanischen, spirituellen Weg, mit mystischen Praktiken und einer tantrischen Orientierung, bei dem Lebensfreude, Fülle und materieller Wohlstand, Sinnlichkeit, Spaß, Sexualität und die Große Göttin einen hohen Stellenwert besitzen.

Der Höhepunkt meiner mystischen Zustände passierte Anfang 2002, kurz vor meinem Umzug nach Münster. Ich hatte mich Vollzeit anstellen lassen in dem Kulturzentrum und arbeitete in der Garderobe. Die war in einer Niesche im Gastraum der Kneipe platziert. Irgendwann in der Nacht veränderte sich mein Zustand. Die Akustik in dem musikbeschallten und gut gefüllten Gastraum hörte sich anders an, irgendwie intensiver, und mein Körpergefühl veränderte sich. Es prickelte überall und ich fühlte mich leicht und glücklich. Ich blickte zu einem essenden, sich unterhaltenden Mann an einem der Tische und nahm ihn so war, dass ich er war, kein Unterschied mehr zwischen uns. Er hatte einen anderen Körper, aber ich fühlte ihn als einen Aspekt meiner selbst. Als ich umherblickte ging es mir mit den anderen Leuten fast genauso. Ich hatte das Gefühl dass ich alles kannte was hier passierte, alles war mir unendlich vertraut und es gab nichts was mich besonders berührte, weil alles so schön einheitlich und vertraut war, Alles und Alle ein Teil meiner selbst. Ich war also allein und fühlte mich phantastisch in einer Kneipe voller vergnügter Aspekte meiner Selbst!

Dieser Zustand hielt sich mehrere Tage. Mein Gehör war empfindlicher, jeder Schritt den ich ging war eine kleine Sensation, all die Geräusche um mich erreichten noch direkter als sonst meinen Körper. Ständig hatte ich dieses tolle prickelnde Körpergefühl, war häufig glückseliger Stimmung, manchmal allerdings auch das Gegenteil. Alles was um mich herum geschah war entweder ich in der Interpretation meiner Wahrnehmung, oder wirkte wie ein Film. Wie eine Erinnerung oder eine Reflexion von realen Ereignissen aber nicht wirklich real in dem Sinne, wie ich „Realität“ bislang wahrgenommen hatte. Deswegen gab es auch nichts, das mich störte oder besonders emotional berührte, gleichzeitig war mein Erleben ein intensiver sinnlicher Genuss. Ich war leicht und genoß einfach den Film.

Und so löste sich 2002 mein altes Leben langsam auf, ich war verwirrt und hatte doch die klarsten Momente meines Lebens gehabt. Von bodenständiger Erdung konnte keine Rede sein, doch ich war jetzt drogenfrei und kam ohne Cortison aus. Ich erlebte Spiritualität als etwas Praktisches und Heilsames, und begann mir meiner Göttlichkeit bewusst zu werden, weil ich erlebt hatte, dass es keine absolute Trennung zwischen Wesen gibt, und somit kann es auch keine Trennung zum Göttlichen geben. Ich hatte abgründige Tiefen und schwindelerregende Höhen in mir, lebendig und trübselig unflexibel zugleich. Ich war extrem offen und hochsensibel. Am 20. April 2002 zog ich nach Münster um und begann ein neues Leben.

Von der Depression zur Handlungsfähigkeit

Wie gut der Schnee tut, der heute selbst im warm-regnerischen Münster reichlich auf den Straßen zum liegen gekommen ist. Endlich kommt Licht in die Welt!!! Die letzten Wochen waren hier vor allem sehr wolkenverhangen und düster. Ein wahres Fest für Freunde der Melancholie. Aber nicht für mich. Ich weiß wie sich Depressionen anfühlen, hab sie lang genug chronisch erlebt, nämlich gar nicht so gut, und fehlende Sonne kann selbst hartgesottenen Optimisten aufs Gemüt schlagen!

Anstelle meiner Depressionen ist nun das häufige Verspüren von Wut getreten. Mit der Wut kam die verbesserte Wahrnehmung meines Körpers und der Primärbedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit, Wärme, Körperkontakt, menschliche Nähe etc. Es hat lange gedauert, und der Prozess ist auch noch nicht abgeschlossen, sie zu meinem guten Verbündeten zu machen, die Ursache der Wut zu ergründen, die häufig spontan ohne für mich wahrnehmbaren Auslöser hochkommt. Z.B. nach dem Essen, wenn das Gefühl der Sättigung eintritt und Zeit ist zum Entspannen. Seit ich mir verstärkt gestatte, mich vor Außeneinflüssen abzugrenzen, auch mit Hilfe spezieller Übungen, lässt das spontane Auftreten der Wut nach. Also ist ein Teil der Wut aggressive Energie, um mich kraftvoller abzugrenzen. Schön das zu merken, und schön mir dabei bewusst zu werden, dass ich meinen Raum um mich haben darf. Also um Selbstbestimmung und Selbstbehauptung geht es. Und das hat ja den unmittelbaren Zusammenhang mit der Neuro. Denn sie schädigt meine Fähigkeit mich körperlich zu behaupten ganz vehement.

Depressionen sind energetisch das Gegenteil von Wut. Sie sind zusammenziehend, nach innen gerichtet. In den Jahren der Depression war ich sehr introvertiert, habe mich versteckt, mich ganz schlecht gespürt und mir so gut wie keine Spontanität erlaubt. Ich bin Problemen aus dem Weg gegangen statt sie zu lösen und habe meine Aufgaben auf die lange Bank geschoben und brauchte Druck um sie zu erledigen. Das erzeugte eine Menge Stress, den ich aber nicht körperlich ausagierte, sondern in mich hineinfraß. Dieses viel zu passive und selbstzerstörerische Verhalten saß ziemlich tief. Es war ein erlerntes Verhalten, weil in meinem früheren sozialen System die Äußerung von Wut und Aggression nicht erwünscht war. Trauer durfte sein, aber nicht Wut!

Die Änderung der grundlegenden Befindlichkeit kam, als mein Arbeitgeber mir mit Kündigung drohte, weil ich wiederholte Male zu spät zur Arbeit gekommen war. Es ging hier um einen Job im Callcenter, der weit unter meiner Qualifikation lag – ich bin Diplomingenieur Architektur – und mir zu dem Zeitpunkt keine Weiterentwicklung mehr bieten konnte, die mir attraktiv erschien. Das Gute an dem Job war gewesen, dass ich meine kommunikativen Fähigkeiten trainieren konnte und eine relativ flexible Zeiteinteilung hatte. Das ermöglichte mir die Teilnahme an der schamanischen Ausbildung ab 2004, mit 3 Teilausbildungen und ca. 12-15 Wochenendseminaren pro Jahr bis 2008. Nun aber, Ende 2009, hatte ich bereits Seminarerfahrung, mehrere Jahre Praxiserfahrung mit Lebensberatung und schamanischer Energiearbeit, und war soweit, eine Menge gelernten Wissens und Fähigkeiten richtig professionell und hauptberuflich ins Leben umzusetzen.

Gefühlsmäßig war es ein Kraftakt, von der depressiven Grundstimmung in die Selbstbehauptung zu gehen. Die Situation erforderte es jedoch, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit juristischen Begebenheiten auseinandersetzte und für mich kämpfte. So erreichte ich letztlich eine Trennung auf Augenhöhe, mit Auflösungsvertrag, statt der Kündigung wegen wiederholter Abmahnungen. Und dann kam ab 2010 die Existenzgründung, die mir immer wieder Situationen beschert wo ich kämpfen muss für mein Recht. Das hat in den 3 Jahren dazu geführt dass ich sehr viel gelassener geworden bin, und nicht mehr so schnell Angst bekomme. Die Wut ist also in gewissem Sinn mein Freund, weil sie mir hilft mich weiter zu entwickeln, und mein Leben so zu gestalten wie ich es mir erträume.

Aus der Depression heraus- und in eine sinnvolle und konstruktive Nutzung meiner Wutenergie hineinzukommen hat mir u.a. geholfen:

  • Ein guter älterer Freund, der mich lehrte, dass ich viel mehr Rechte habe, als ich mir in der depressiven Zeit selbst zugestand. Und der mir beibrachte, wie ich in einer Gruppe wie dem Arbeitsplatz nicht untergehe, indem ich immer wieder auf mich aufmerksam mache, und zwar so, dass dabei z.B. durch das Zeigen bislang unbekannter Seiten Respekt entsteht.
  • Die Erkenntnis dass Wut etwas Gutes ist, das zu Wachstum führt. Wut ist eine expansive Energie, also nach Außen gerichtet. Sie ist die Energie, die z.B. eine Pflanze benötigt, um aus der Erde an das Tageslicht zu wachsen. Die immer gebraucht wird, wenn es um das Erreichen neuer Ziele geht. Deshalb habe ich ein Lob verdient wenn ich wütend werde, und habe den Satz verinnerlicht „Ich bin gut in meiner Wut.“
  • Körperliche Abreaktion … in meinem Körper ist jede Menge alter Wut gespeichert, die ich früher nicht ausgedrückt habe. Dadurch wird sehr viel Energie frei, wenn die Wut angetriggert wird, die sich  sinnvollerweise körperlich abreagieren lässt, u.a. durch

Kissen schlagen; Fauchen, Zischen, Knurren, Schreien etc.;

Gleichzeitig auf der Stelle tribbeln und auf ein Stück Stoff o.ä. schlagen, das auf Brusthöhe aufgehängt ist;

Joggen, aber nicht übertreiben. Nicht an die Leistungsgrenze gehen. Dem Körper muss dabei Sauerstoff zugeführt werden unter dem Strich, und nicht entzogen, wie es bei Leistungssport der Fall ist. Ein ermüdeter Körper wird weniger gespürt. Daher denken viele Leute irrtümlich, sie würden Stress (unausgedrückte Aggression) dadurch abbauen, indem sie sich auspowern. Das Gegenteil ist der Fall: sie spüren sich nicht mehr und verdrängen wiederum die Gefühle in den Körper hinein.

  • Ich habe mir immer wieder klar gemacht, dass ich zu allen Zeiten mein Bestes gegeben habe! Das unterstelle ich auch jedem anderen Menschen. Diese Grundeinstellung hat mir in der produktiven Zeit nach langer depressionsbedingter Stagnation geholfen. Da gibt es zu Beginn des „Aufwachens“ die Phase noch größerer Niedergeschlagenheit, in der ich erkenne, wieviel ich versäumt und nun zu schaffen habe, um die Dinge wieder richtig in Fluss zu bringen. Hier ist dann Durchhalten und ein gutes Rückrat wichtig, und dabei hilft das beschriebene Wohlwollen.
  • Alle Regeln und Glaubenssätze, die mich in irgendeiner Weise drücken, mich hindern meine Gefühle zu zeigen oder mir einreden dass meine Wut, mein Zorn oder gar Hass nicht OK sind, schaden mir letztendlich. Und deshalb muss ich sie nicht akzeptieren. Das heißt, ich bevorzuge ein soziales Umfeld, in dem ein konstruktiver Umgang mit diesen expansiven Emotionen gepflegt wird, und wende mich ab von Menschen und Institutionen, die von mir verlangen, stets mit einer „Keep Smiling – Maske“ durchs Leben zu geistern.
  • Es mir zur Angewohnheit machen, meinem Ärger Ausdruck zu verleihen. Ist Übungssache und ein tolles Feld für kreativen Selbstausdruck.
  • Mein Training der Kampfkunst. Dadurch gelange ich in die Lage, mich notfalls körperlich verteidigen zu können, wenn mich jemand angreift. Das ist sehr wichtig, denn es gibt viele Situationen im beruflichen wie privaten Leben, wo ein manchmal auch subtiles Kräftemessen stattfindet, wo es wichtig ist, stets bereit zur Verteidigung zu sein, um sein Recht und seine Integrität zu wahren. Das wird in der Regel nicht körperlich ausgetragen, aber allein das Wissen, es notfalls zu können, schafft eine Menge Selbstbewußtsein und das Gefühl von Stärke.
  • Der wichtigste Beitrag, der mich raus aus der Depression und rein in meine Kraft gebracht hat, war der Sprung ins kalte Wasser. Die Risikobereitschaft, mich in das selbständige Terrain zu begeben, und mein Wissen in die Praxis umzusetzen. Das war ein Berg Arbeit, von dem ich vorher teilweise nicht wusste wie es gehen soll. Das Leben bescherte mir hier großartige Hilfe mit Menschen, die mich unterstützten und förderten, wie ich es mir nicht zu wünschen gewagt hätte. So habe ich es geschafft, dass ich heute mehrere tolle Ausbildungen anbieten kann und mittlerweile so viel Routine in der Seminarleitung erworben habe, dass ich meinen Beruf wirklich als Berufung fühle.

Es gibt sicher noch eine Menge mehr Gesichtspunkte, die mit der Heilung von Depression einhergehen und den konstruktiven Umgang mit aggressiven Gefühlen einhergehen. Der ganze Lust-Bereich Liebe, Partnerschaft, Sex ist hier jetzt nicht zur Sprache gekommen. In diesem Zusammenhang gibt es eine Menge wunder Punkte, die mit meiner Neuro zu tun haben. Das soll ein andermal zur Sprache kommen.

Wutgeladene Nachtwache

Es ist fast 4 Uhr morgens und ich kann nicht schlafen. Wieder nicht, wie schon letzte Nacht. Bis zur vorletzten Nacht schien sich alles zu bessern, nicht sehr schnell, keine Spontanheilung aber ich wurde ruhiger und konnte immer schneller und immer früher einschlafen. Bis Vorgestern Nacht der Höhepunkt kam, als ich bereits vor 24 Uhr einschlief und wunderbare 10 Stunden Regenerationszeit erleben durfte. Doch am nächsten Morgen hatte ich viele Hautsc huppen in meinem Gesicht und Händen, unter denen sich frisch aufgeblühte, also wieder sehr stark entzündete Haut verbarg. Gestern begann die Haut an der rechten Hand flächig zu nässen. Die Sekretion konnte ich im Lauf des Tages mit Zinksalbe beruhigen. Heute war die Hand wieder trocken und an der nässenden Stelle mit vielen feinen Rissen durchzogen. Jede Menge Fläche für Bakterien, in den letzten Tests hauptsächlich Staphylococcus Auraeus, um noch tiefer in die Haut einzudringen und der Entzündung größere Hartnäckigkeit zu verleihen, also noch längere und zähere Abheilungszeit.

Ich bin wütend und frustriert darüber. Die Wut kommt jetzt erst richtig spürbar raus. Ich war ja die letzten Tage auch in guter Festtagsstimmung, hatte eine angenehme Zeit mit lieben Menschen um mich. Da war erst mal nicht der Platz für Wut, sondern für Wellness.

Ich bin über 2 Dinge wütend: Erstens weil es nach der Abheilungszeit wieder einen Entzündungsschub gegeben hat, auch noch im sensiblen Gesicht und auf den eh schon sehr gebeutelten Händen.

Zweitens die psychisch erzeugte Wut. Sie entsteht, weil ich mich gedanklich ständig im Kreis mit einigen laufenden Dingen meines Lebens beschäftige, die eigentlich jetzt (um diese Zeit) ruhen (sollten). Trotzdem werde ich sie nicht los. Ich habe gelernt dass dies ebenfalls ein Abgrenzungsproblem ist. Auf diese Weise lasse ich mich ständig von äußeren Angelegenheiten viel zu sehr emotional berühren, und finde keine Ruhe. Dinge gelassen eins nach dem anderen zu erledigen fällt mir schwer. Zu dieser aufdringlichen Unruhe kommt nun noch die Wut, die mir im Grunde auch Energie gibt, mich abzugrenzen von allem was zur Zeit gar nicht ansteht. Das Problem ist nur: Ich kann die Wut loswerden, indem ich z.B. gegen ein an einem Schrank aufgehängtes Handtuch, oder auf die Matraze boxe. Die Abgrenzungsfähigkeit wird dadurch aber nicht unbedingt vergrößert. Es dauert also Stunden, um in diesem Zustand einzuschlafen.

Also tue ich jetzt was sinnvolles und schreibe diese Zeilen hier. Nach 5 Stunden erfolgloser Einschlafversuche. Ja, das scheint eine weitere Bestimmung der Wutenergie zu sein, mich fit zu machen selbst wenn ich seit über 40 Stunden nicht mehr richtig tief längere Zeit durchgeschlafen habe. Und da ist der Hintergrund, meine ich, der, dass dieses oben beschriebene zwanghafte Beschäftigen mit Alltagskram durch Angst oder Panik ausgelöst wird, die mich zu sofortiger Erledigung von Aufgaben zwingt. Deshalb ist es mir manchmal möglich, wenn ich wie jetzt Nachts eine Weile produktiv war, doch noch Ruhe und Schlaf zu finden. Im Moment bin ich allerdings noch ziemlich aufgewühlt.

Leben in einem sinnvollen Rhythmus fällt mir sehr schwer. Inzwischen wird mir der Zusammenhang mit der Neurodermitis immer klarer. Es ist wirklich so, dass wir Neurodermitiker analog zu der beschädigten Haut eine schwache Abgrenzungsfähigkeit besitzen und dadurch immer wieder die Gedanken und der Schlafrhythmus durcheinander geraten.

Dazu fällt mir auch eine Aussage eines Bekannten ein, der einen mir jetzt unbekannten Psychologen zitierte: Hochsensible Menschen (ich gehe davon aus dass Neurodermitiker zumindest zu den Sensiblen zählen) nehmen im Alltag bis zu 100 Mal mehr Informationen auf als Normalsensible. Somit wird der Einkauf in der normalen Bäckerei wie ein Besuch in einer Großraumdisko.


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