Posts Tagged 'Totes Meer'

Sprung ins Astroversum – Evolution meiner Gesundung Teil 9

Im Herbst 2000 bekam ich ein Modem geschenkt und hatte so meinen ersten privaten Internetanschluss. Um diese Zeit sandte ich den Gedanken ins Universum, dass ich zwar nun viele Zusammenhänge zwischen meiner Psyche, Geist, Gedanken und Materie begriffen hatte, es nun aber wieder Zeit wäre, eine Form von Spiritualität zu finden, die ich gerne praktizieren würde und die zu meinem Weltbild passte.

Zu Beginn meines Studiums war ich vor allem aus Gründen der verbotenen Lebensfreude, wie ich es empfand, aus der Kirche ausgetreten. Für meine geistige Weiterentwicklung sorgte ich, neben einem musikalischen Projekt, mit populärwissenschaftlichen Schriften über westliche Philosophie und Physik. Besonders das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen W. Hawking faszinierte mich sehr. Dabei spielte sicher auch eine Rolle, wie Hawking mit der Nervenkrankheit ALS zu leben wusste. In meinen Augen hatte er es trotz der schweren Erkrankung geschafft und lebte seine Berufung. Er war mein Vorbild. Zum anderen hatte ich das Gefühl, dass durch die Quantenphysik ein echtes ganzheitliches Weltbild möglich wurde, in dem alles potentiell erklärbar war. Ich dachte, dass ich Gott als die Instanz, die für alles Verborgene und Unerklärbare herhalten musste, nicht mehr brauchte. Dennoch gab es natürlich tief in mir noch immer den „Glauben“, jedoch in einer anderen als der christlichen Form, als Bewusstsein der Einheit aller Wesen.

 Ich erinnere mich noch, wie ich den Wunsch nach einer passenden Spiritualität ganz bewusst, wie ein Gebet entsandt hatte. Die Reaktion geschah fast unmittelbar, so dass ich erstaunt war. Wenige Tage danach surfte ich im Internet, hatte gerade einige Seiten entdeckt die mir ein Freund empfohlen hatte, und plötzlich kam mir in den Sinn, das Wort „Engel“ in die Suchmaschine einzugeben. Daraufhin fand ich mehrere Seiten, Texte und tolle Bilder über Engel, vor allem ein Künstler aus Ungarn berührte mich sehr mit seinen Engelbildern. Da die mütterliche Linie meiner Familie aus Ungarn stammte, fühlte ich mich zusätzlich verbunden.

Ich wurde völlig fasziniert von Engeln und begann zu merken, dass sie wahrnehmbare Wesen waren. Beim Betrachten der Bilder bekam ich einen Eindruck von einer weiten, mächtigen und gleichzeitig ganz stillen und friedlichen Präsenz. Noch in der gleichen Nacht gab ich das Wort „Astrologie“ in die Suchmaschine ein und stieß auf das astrologische Diskussionsforum „astrologix.de“. In diesem Forum meldete ich mich an und war in den folgenden 11/2 Jahren dort ständig und intensiv lesend und schreibend präsent.

Ich betrieb mit Hilfe der dort anwesenden Astrologen mein autodidaktisches Studium, und eine ausgiebige Selbstanalyse auf astrologischer Grundlage. Das war aus beiden Gesichtspunkten eine effektive Angelegenheit, die mich in ihren Bann zog, denn ich war begierig darauf, mich besser zu verstehen und weiter zu entwickeln. Und so wurde mein Verständnis Tag für Tag besser, ich lernte schnell und konnte bereits nach einigen Monaten recht komplexe Fragestellungen aus den Horoskopen deuten. Und ich fand neue Freunde, mit denen ich wegen unserer besonderen Menschenkenntnis Beziehungen auf einer wohltuend tiefen Ebene führen konnte.

Tatsächlich bewirkte die Astrologie, dass ich mit vielen Aspekten meines Lebens Frieden schließen, und mir selbst vieles verzeihen konnte, was ich früher als Charakterschwäche oder Fehler bewertet hatte. Ich gewöhnte mir einen wohlwollenden Blick auf alle Menschen an, weil mir klar wurde, dass ich niemanden beurteilen kann, in dessen Mokassins ich nicht selbst gelaufen bin. Und dass das Verhalten von Menschen die Summe ihrer Erfahrungen ist, die aus einer Fülle von Lebensumständen, Einflüssen und Kräften resultieren, die nicht selten durchaus widersprüchlich sind. Das kann man aus Horoskopen herauslesen, und wenn sich mir ein Horoskop erschließt, dann sehe ich keine Fehler, sondern Herausforderungen, durchaus auch Widersprüche, und Potential das es zu erschließen gilt.

Da ich selbst einen sehr aktiven inneren Kritiker hatte, war die Selbstanalyse eine wichtige Grundlage für meinen Selbstheilungsprozess. Denn ohne Akzeptanz und Vergebung kann keine Heilung geschehen. Diese Formen von Selbstliebe können wiederum nur dort geschehen, wo ich entsprechende Prozesse wahrnehme, und das ist oft schwierig. Denn der größte Teil dieser Vorgänge läuf unterbewusst ab. Durch Astrologie können diverse unbewusste Anlagen und Konfliktpotential gesichtet werden.

Je besser ich die Astrologie begriff, desto stärker wurde mein Wunsch nicht nur über den Verstand zu heilen, sondern auf einem direkteren Weg, durch Energieübertragungen. Außerdem wollte ich deutlicher mit den Engeln kommunizieren. Mitte 2001 erhielt ich, durch die Empfehlung einer Astrologenfreundin, meine Reiki-Einweihung. Bereits während des Seminars erhielt ich von mehreren Seiten das Feedback, dass ich starke Heilkräfte hätte, und mein Körper sog die Energie auf wie ein Schwamm. Diese Einweihung und mein spiritueller, schamanischer Weg, der mit ihr seinen Anfang nahm, veränderte für immer mein Leben. Ich konnte jetzt jeden Tag das tun, was mir am Toten Meer bewusst geworden war, nämlich mich selbst heilen. Und ich behandelte mich hingebungsvoll, die folgenden Monate praktisch jeden Tag.

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Auflösung und Neubeginn – Evolution meiner Gesundung Teil 8

Nach dem ersten Aufenthalt am Toten Meer war ich sehr glücklich über meinen tollen Hautzustand. Neben der Erscheinungsfreiheit in Bezug auf die Ekzeme ist auch die Pigmentierung angeregt worden. Das bewirkte dass ich fortan regelmäßig Besserung erfuhr wenn ich an die Sonne ging. Ich wurde schnell braun und konnte nach kurzer Eingewöhnungsphase ohne Probleme mehrere Stunden in der Sonne. Die Erscheinungsfreiheit hielt einige Monate, so dass ich die Prüfungszeit, in der meine letzten Diplomprüfungen anstanden von dieser Seite einigermaßen Ruhe hatte. Allerdings kehrten Entzündungen und Juckreiz langsam wieder zurück, so dass ich für Mai des darauffolgenden Jahres eine weitere Klimaheilbehandlung beantragte.

Hinsichtlich der Neurodermitis gab es langfristig also einen Lichtblick. Mein psychischer Zustand war in dieser Zeit allerdings noch sehr labil. Das Studium neigte sich dem Ende zu, meine Freundin suchte sich eine eigene Wohnung und ich war depressiv und unsicher wie es weitergehen sollte. Ich hatte viele Ängste und war es gewohnt, dass meine Eltern für meinen Unterhalt sorgten. Mein angeknackstes Selbstbewusstsein signalisierte mir ständig, dass ich dem Architekturberuf nicht gewachsen sei. Trotz meines Wunsches nach Autonomie blieb ich innerlich weiterhin abhängig.

Ich hatte aber auch Glück. Durch einen Freundin lernte ich noch 1998, vor meinem Abschluß an der FH Würzburg, einen selbständigen Architekten kennen. Bei ihm konnte ich als studentischer Mitarbeiter einsteigen. Ich arbeitete nach der Kur einige Tage probeweise für ihn und bereitete mich dann auf die verbleibenden Diplomprüfungen vor. Unsere Zusammenarbeit gefiel ihm, und so konnte ich nach dem Studium freiberuflich einsteigen. Dadurch erübrigten sich Vorstellungsgespräche und die Erstellung der bei Architektur-Ingenieuren obligatorischen Bewerbungsmatte mit Arbeitsproben.

Ein Jahr lang konnte ich von den Einkünften aus der freien Mitarbeit gut leben.Doch nach und nach gingen die Aufträge zurück, so dass ich nur noch sporadisch regulär bezahlte Aufträge bearbeiten konnte. In der freien Zeit arbeitete ich mich ohne Bezahlung in Graphiksoftware ein und bearbeitete Entwürfe für die Schublade. Ich hatte zwar gute Erfahrungen gemacht in der Arbeit und mein Chef war zufrieden. Trotzdem fehlte mir der Mut und Optimismus, mich für eine Festanstellung zu bewerben. Beim Versuch, meine Bewerbungsmappe zusammenzustellen, hatte ich so starke Widerstände dass ich schließlich aufgab. Ich sträubte mich heftig gegen die Veränderung, klammerte mich an meinen Auftraggeber, mit dem ich mich duzte und den ich eher als Freund betrachtete, und hoffte einfach weiter auf neue Aufträge. Doch die wurden immer kleiner und seltener, und ich geriet mit der Zeit in finanzielle Schwierigkeiten.

Also suchte ich mir einen Nebenjob, und fand eine Stelle die mir gefiel. In einem alternativen Kulturzentrum, das viele Konzerte und Discos veranstaltete. Ich plakatierte im Würzburger Umland, und arbeitete mich in die Lichtanlage ein. So wurde ich Lichtjockey und Beleuchter für Konzerte, eine Tätigkeit die mir ziemlich Spaß machte und zu meinem Lehrberuf Elektroinstallateur und meinem Hobby Musiker passte. Es hatte außerdem den Vorteil, dass ich zu sämtlichen Veranstaltungen kostenlosen Zutritt hatte, und das nutzte ich ausgiebig aus. Denn das gebotene hochwertige Konzertprogramm traf oft meinen Geschmack, und viele der Parties gefielen mir ebenfalls bestens. So rückte die Architekturkarriere immer mehr in die Ferne, und ich folgte meinem Gefühl, in Punkto Parties einiges nachholen zu wollen. So stieg auch mein Cannabiskonsum ziemlich stark an.

Ich bemerkte nicht, dass meine Probleme stark durch meine Empfindlichkeit verursacht waren, durch die mir viel Kraft verloren ging, weil sie nicht gezielt genug zum Einsatz kam. Und dass Cannabis mich noch weiter öffnete und die Empfindlichkeit stark steigerte.

Später, als ich es längst aufgegeben hatte, rauchte ich einen Joint und stellte dann fest, dass ich rund 5 Tage davon beeinflusst war, mit emotionaler Empfindlichkeit, Trägheit und Gleichgültigkeit. Zu dieser Zeit war ich dauerhaft unter dem Einfluss und vertranced. Ich schwebte in gewisser Weise, fühlte mich innerlich aber schwer und belastet. Und ich war frustriert weil ich spürte dass ich mein Studium, das mich soviel Kraft gekostet hatte, nicht in dem Maße umsetzen konnte dass es zum Leben gereicht hätte.

Damals war meine Einstellung, dass es leichter gehen musste, und dass mein Leben eben anders lief, als es nach konventionellen Vorstellungen zu laufen hatte. Ich hatte eine große Sehnsucht nach Erleichterung und entwickelte nach und nach ein spirituelles Selbstbewusstsein, verbunden mit dem Gefühl, dass mein Körper nicht alles war. Trotz allem erhielt ich aus dem Bekanntenkreis einen schönen Auftrag. Die Umbauplanung einer alten, hochwertigen Scheune in ein Wohnhaus. Dieses Projekt zog ich unter meiner eigenen Regie innerhalb eines Jahres durch, es war gewissermaßen meine Feuertaufe für selbständiges Arbeiten. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

In den Jahren 1999 und 2000 machte ich 2 weitere Kuren am Toten Meer. Die erste im Frühjahr brachte wieder ein hervorragendes Ergebnis und die zweite trat ich leider zu spät an, erst im Oktober. Da war die meiste Zeit bewölkt, so dass meine Stellen zwar heilten, aber ohne die tiefgehende Bräune und das langanhaltende Wohlgefühl das durch die Sonne kam. Trotzdem brachten mir diese 3 Kuren, zusammen mit meinen Selbstheilungs-Behandlungen das Ergebnis, dass ich mit nur einer Unterbrechung von 2 Wochen Dauer, bis 2012 komplett ohne Kortison auskam!

Die Auflösung meiner gewohnten Lebensstrukturen begann 1999 mit der räumlichen Trennung von meiner Partnerin. Zum ersten Mal wohnte ich allein in einem 1 Zimmer-Apartement. Ende 1999 beendete meine Partnerin nach über 7 Jahren die Beziehung. Ich brauchte lange, um diese Tatsache anzunehmen. Im Jahr 2000 kamen wir nochmals zusammen, um einige Monate später endgültig zu merken, dass nichts mehr ging. 2000 zog ich in eine WG zu einem Freund und beschäftigte mich häufiger mit Astrologie und esoterischen Grundlagen wie die Tabula Smaragdina, senkrechtes Denken und ganzheitliche Psychosomatik mit Autoren wie Thorwald Dethlefsen, Rüdiger Dahlke u.a. 2001 wurde daraus fast ein Vollzeitstudíum.

Ende 2000 geriet ich morgens nach einer Partynacht mit dem Auto in eine Polizeikontrolle. Die Konsequenz war eine Hausdurchsuchung, Führerscheinentzug und Monate später die Medizinisch Psychologische Untersuchung. Ich hatte mich auf die Untersuchung vorbereitet und meinen Cannabiskonsum schon Wochen vorher aufgegeben, mit dem Ergebnis dass ich den Führerschein bereits nach der ersten MPU wieder bekam. Das war das Ende meines Drogenkonsums.

Im Frühsommer 2001 erhielt ich meine Reiki-Einweihung. Im Herbst 2001 lernte ich über das Internet meine Münsteraner Freundin kennen. Innerlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Schlussstrich unter meine Würzburger Zeit gezogen und wollte völlig neu beginnen. Im April 2002 zog ich nach Münster und hatte einen umfassenden Neubeginn.

Totes Meer – Evolution meiner Gesundung Teil 7

Ende August 1998 saß ich im Flugzeug nach Tel Aviv. Der Flug, die Überführung per Bus ans Tote Meer und der Klimawechsel waren eine Provokation für meine Haut. Die Hände schwollen an, entzündeten noch stärker und bildeten tiefe Risse aus. Die ersten Tage war ich erst einmal sehr geschwächt. Alles was sich zu Hause angestaut hatte, schien nun über die Haut offenbar zu werden. Die Hitze und die vielen Mineralien vor Ort wirkten sich als Reizklima erst einmal symptomverschlimmernd aus.

Auf der anderen Seite war ich überglücklich, dass ich überhaupt dort sein konnte. Ich lernte viele Leute mit Hautkrankheiten kennen, die meisten hatten bereits Erfahrung mit dem Toten Meer. Von ihnen wurde ich beruhigt und mir wurde ständig versichert, dass am Ende der Kur alles gut sein würde. Das war die Erfahrung der überwiegenden Mehrheit, und ich glaubte daran.

Eine Kur am Toten Meer ist nicht vergleichbar mit deutschen Kurkliniken. Man lebt im Hotel, zusammen mit Menschen aus der ganzen Welt. Ich war auf der israelischen Seite, wo der größte Teil des Tote Meer – Tourismus abläuft, in einem Ort namens En Bokek, der ausschließlich aus Hotelanlagen, einem Natursolarium und einem kleinen Einkaufszentrum besteht. Die Klinik besteht aus einer dermatologischen Praxis. Dort bekam ich 2-3 mal pro Woche einen Termin, wurde mit Salben versorgt und bekam verordnet, wieviel Zeit ich an der Sonne verbringen sollte bzw. durfte. Also kein Terminstress, sondern eigenverantwortliche Zeiteinteilung.

Der Aufenthalt in der Sonne war die wichtigste therapeutische Maßnahme und wurde von uns Hautkranken als „Arbeit“ ernst genommen und mit schelmischem Einschlag auch so genannt. Das ist jedoch kein Witz, denn es ist durchaus Konsequenz angebracht, bei 25-40°C täglich 5-6 Stunden am Toten Meer in die Sonne zu gehen. Ich wiederholte im 45-60-Minuten – Rhythmus das Ritual Duschen zur Abkühlung, mit 3-5 verschiedenen Cremes und Lotions die Haut versorgen, dann Ich regulierte die UV-Intensität nur über den schattenspendenden Sonnenschirm, und die beschriebene Prozedur. Das Hautkrebsrisiko geht am Toten Meer gegen Null, aufgrund der mineralisierten Athmosphäre, die als UV-Filter wirkt. Ein Sonnenbrand konnte jedoch erhebliche Verschlimmerungen des Hautzustands, und damit einen Heilungszeit-Verlust zur Folge habe. Es war also Achtsamkeit angebracht, die mir auch gelang. Ich bekam keinen Sonnenbrand, und erfuhr eine starke Pigmentierung der Haut, die sich später auch langfristig hielt.

Um 17 Uhr ging aufgrund der Kessellage des Geländes die Sonne unter, danach war „Feierabend“. Das abendliche Hotelbuffet war reichhaltig und lecker. Für mich war es auch nach 4-6 Wochen Aufenthalt noch ein Genuss. Nach dem Essen ging iceh oft aus. Es waren viele Deutsche vor Ort, und ich lernte auch Menschen aus anderen Ländern kennen, Israelis und Palästinenser, Amerikaner, Zyprioten, Engländer und ich weiß nicht mehr woher noch. Es war ein internationales Flair, entsprechend der Bedeutung des Toten Meers als einer der wichtigsten Psoriasis-Kurorte der Welt. Bereits die Römer kurierten dort Schuppenflechte. Heutzutage werden dort außerdem neben Neurodermitis auch Vitiligo, Akne, Sklerodermie, Mukoviszidose, Arthritis, Rheuma und andere Erkrankungen behandelt.

Die Heilwirkung des Toten Meers beruht für Neurodermitiker in erster Linie auf den Mineralien in der Luft. Das Gewässer liegt in einem Kessel, 400 m unter dem Meeresspiegel. An der israelischen Seite steigt das Gelände dann, wenn ich mich richtig erinnere rund 1000 m auf. In diesem Kessel steht eine Dunstwolke, die aus dem Toten Meer gespeist ist, das seinerseits massenhaft Mineralien enthält. Neben den Mineralien enthält die Atmosphäre auch Brom, ein nervenberuhigendes Gas. Das Brom ist deutlich spürbar, ich war die ganze Zeit über in einem verlangsamten, entspannten und gutgelaunten Dämmerzustand, der sich ein wenig wie Müdigkeit anfühlte, ohne dass ich ungewöhnlich viel Schlafbedürfnis hatte.

Durch die vielen Bekanntschaften mit anderen Neurodermitikern, ihre Geschichten, den Erfahrungsaustausch, und meine eigene Erfolgserfahrung machte ich einen großen Bewusstseinssprung. Eines Abends saß ich alleine in der Lobby meines Hotels und beobachtete einfach das Treiben der Gäste. Dabei träumte ich ein wenig weg, und plötzlich wurde ich von einem unglaublichen Glücksgefühl durchströmt. Es war so stark, dass ich meine akut beschädigte und angespannte Haut, die Rhagaden und offenen Stellen, nicht mehr spürte. Ich hatte ein phantastisches Körpergefühl, an das ich mich so überhaupt nicht erinnern konnte. Gleichzeitig spürte ich tief in mir, dass mein Körper in der Lage war, sich komplett zu wandeln und die Neurodermitis zu heilen. Und ich wusste, dass es nur durch mich, durch meine Initiative geschehen konnte. Ich musste mich dafür entscheiden, ohne die Krankheit zu leben, denn irgendeine Instanz in mir hatte sich vor langer Zeit entschieden, Neurodermitis zu bekommen.

Das war wirklich unglaublich, ich entwickelte plötzlich und ohne „Vorwarnung“ eine völlig neue Wahrnehmung. Ich spürte mich intensiver und konnte andere Menschen viel intensiver spüren, konnte mich ganz bewusst in sie einfühlen und bekam dabei ein Feedback von meinem eigenen Körper. Dieses verfeinerte Einfühlungsvermögen konnte ich während meines Kuraufenthalts noch einige Male feststellen, auch von der unangenehmen Seite, denn ich bemerkte auch starke Verwirrung und Wut bei vielen Israelis, die oft nur für ein Wochenende kamen, um sich zu erholen. Und viel Trauer bei den Hautkranken.

Mein „erleuchteter“ Zustand ging wieder vorüber und ich spürte wieder die Haut, die Stellen, die Spannung und das Jucken. Was blieb war jedoch meine Entscheidung, dass ich mich selbst heilen würde. Wer denn auch sonst? Es war einfach glasklar, dass ich mein eigener Heiler war. Es war nur die Frage, wie genau das gehen sollte. Darauf hatte ich noch keine Antwort. Immerhin hatte ich mit der Astrologie bereits einen Weg gefunden, meine Persönlichkeit besser zu verstehen. Und ich hatte die Fähigkeit, mit anderen über meine Probleme zu reden. Das war schon mal mehr als nichts.

Die Abheilung meiner Haut erfolgte langsam aber stetig. Ich bekam nach 4 Wochen noch weitere 2 Wochen Verlängerung. In dieser Zeit hatte ich kaum noch offene Stellen, außer an den Händen. Ich konnte sogar baden im Toten Meer. Das erste Mal brannte die gesättigte Salzlösung noch an einigen Hautstellen, doch nach ein paar Sekunden hörte das Brennen auf. Durch die Bäder nahm meine Haut zusätzlich sehr viele Mineralien auf, so dass sie eine ganz feine Struktur bekam, die gleichzeitig ganz fest war, fast wie Leder. Am Ende der Kur waren auch die Hände abgeheilt und ich hatte den besten Hautzustand meines Lebens. Sie war straff, durchgebräunt, fest und elastisch zugleich und von feinster Oberflächenstruktur, wie ganz feines Leder. Zu Hause erkannten mich die Leute kaum wieder.

Die 6 Wochen am Toten Meer waren die längste Erholungsphase seit meiner Schulzeit. Ich erfuhr dabei, wieviel Spannung und Stress in mir steckten. Es brauchte z.B. ein Feedback von außen, bis ich meinen eiligen Stechschritt verlangsamte. Die „Arbeit“ nahm mich sogar am Morgen nach einer durchgefeierten Nacht in Anspruch, als ich mit einigen Leuten mit Trommeln am Strand saß, und die ersten Sonnenstrahlen erscheinten. Ich hielt sofort meine Hände und mein Gesicht in die Sonne, bis eine Freundin bemerkte „He’s working…“. Das stimmte, ich war innerlich so sehr in meiner Tretmühle gefangen, dass ich nur schwer einfach nur mal Spaß haben konnte. Ich hatte mir ja bereits früher angewöhnt, mit Alkohol und Cannabis für gute Stimmung zu sorgen, und dieses Unvermögen, unbeschwerte Lebensfreude zu genießen, offenbarte sich nun eben auch wieder. Nicht dass ich keinen Spaß gehabt hätte, aber da war noch viel mehr möglich. So wurde das Thema Lebensfreude und ungezwungener Spaß ein wichtiges Feld, mit dem ich mich zukünftig auseinandersetzte. Die erste Kur am Toten Meer war ein Meilenstein, von Stress und Frustration weg und hin zu Gelassenheit und Lebensfreude zu kommen. Das wichtigste war dabei, dass ich Gefallen daran gefunden hatte, an mir zu arbeiten, und meine Selbstheilung in die Hand zu nehmen.

Eigeninitiative – Evolution meiner Gesundung Teil 6

 

Meinen Hautarzt hatte mir ein Architekt empfohlen, bei dem ich im 3. Semester ein Praktikum gemacht hatte. Ihm waren meine Hände aufgefallen, die schon mal einen blutigen Fleck auf dem Plan-Transparent hinterlassen hatten. Das konnte man zwar weg machen, aber es fiel eben auf. Er sagte, dass er mal ein ähnliches Ekzem gehabt hatte, und der Arzt hätte ihm dann eine Salbe verschrieben, die alles wieder in Ordnung machte.

Ich ging hin, und blieb über Jahre hinweg bei dem Hautarzt. Er begrüßte mich immer mit dem Satz „Na Herr Gerner, brauchen Sie mal wieder was?“ Ich sagte Ja, zeigte meine Hände und bekam das Rezept mit der Cortisonsalbe. Das war’s … keine Hinweise, keine Beratung, keine Fragen zu Auslösern oder zum Verlauf der Neuro. Gegen Ende meines Studiums hatte ich keine Lust mehr auf den Menschen. Ich assoziierte seine Begrüßung mit einem Drogendealer und wunderte mich, wie ein gebildeter Mensch so stumpf sein konnte.

Also wechselte ich den Hautarzt, fand auch tatsächlich einen netten, und machte bei ihm einige Allergietests. Nun auch er verschrieb mir Cortison, aber sprach er mich persönlich an und ging auf meine Lebenssituation ein.

Na ch der Abgabe meiner Diplomarbeit fasste ich dann den Entschluss, eine Klimaheilbehandlung am Toten Meer zu machen. Ich ging hin zu dem Hautarzt, der mir dann erklärte dass das ja schön und gut sei, aber die Kasse das nicht übernehmen würde, da die Klinik nicht in Deutschland lag.

Ich ließ mich jedoch nicht abwimmeln, ging direkt zur Krankenkasse und sprach mit meiner Sachbearbeiterin. Damals hatte ich noch eine persönliche Ansprechpartnerin. Sie zog eine Liste heraus mit möglichen Kurorten für Neurodermitis und siehe da, das Tote Meer war dabei. Ich ging also wieder zu meinem Hautarzt und ließ mir ein Attest und einen Kurantrag schreiben.

Innerhalb von 2 Wochen hatte ich die Kostenübernahme schriftlich. Ich war glücklich und aufgeregt. Nie hätte ich gedacht dass eine Maßnahme von dieser Größenordnung so einfach zu bekommen war. Mit den Genehmigungsunterlagen der Krankenkasse kamen auch die Kontaktdaten von Reiseunternehmen, die Kuren am Toten Meer organisierten. Es funktionierte wie die Buchung eines Urlaubs. Ich forderte einen Katalog an, suchte mir ein Hotel aus, lies mich über den besten Zeitpunkt für die Kur beraten und buchte dann die Reise. Alles war komplett organisiert, einschließlich Flug, Flughafentransfer, Behandlung in der Klinik vor Ort.

Bevor es losging hatte ich ein weiteres wichtiges Erlebnis. Ich besuchte meine Schwester in Marburg. Dort lernte ich auch ihren neuen Freund kennen. Dieser Mensch war ein Astrologe. Kein professioneller, aber er kannte sich ziemlich gut aus in der Materie und verfügte über ein Programm, mit dem er das Horoskop berechnen, und schön graphisch ausdrucken konnte. Da ich bereits früher neugierig auf die uralte Wissenschaft gewesen war, hatte ich große Lust mir mein Horoskop erklären zu lassen. Meine genaue Geburtszeit hatte schon vorher in Erfahrung gebracht, und so stand den neuen Erkenntnissen nichts im Wege.

So bekam ich gleich zu Beginn des Wochenendes mein Geburtshoroskop vorgelegt, und der Astrologe erklärte mir im Lauf des Wochenendes immer wieder die einen oder andere Konstellation. Ich war wirklich extrem neugierig und staunte über die vielen zutreffenden Aussagen, die der Mann aus dem Horoskop herauslesen konnte. Ich war so fasziniert dass ich sofort beschloss, selber Astrologie zu lernen. Ich ließ mir Buchtipps geben und stellte Fragen zur Struktur von Horoskopen. Also die allgemeine Bedeutung von Tierkreiszeichen, Planeten, Häusern, Aspekten und Transiten. So wusste ich am Ende des Wochenendes, wie man an die Deutung eines Geburtshoroskops herangeht, und ein paar wichtige Aussagen zu meiner Persönlichkeit. Es schenkte mir Frieden dass man aus dem Horoskop z.B. lesen konnte, dass ich viele Krisen gehabt hatte und immer wieder haben würde, aber auch die Kraft sie zu meistern, und das Interesse, Probleme wirklich tief und gründlich zu lösen. Ja, ich wollte den Dingen auf den Grund gehen.

Mit meinem Horoskop und den Büchern lernte ich in den folgenden Wochen ganz viel über Astrologie und war immer faszinierter. Das hatte nichts mit Hokuspokus zu tun, sondern die Autoren die ich las waren neben ihrer astrologischen Profession ausgebildete Psychologen oder andere wissenschaftlich ausgebildete Leute. Die Sprache und Denkweise war durchdacht und stimmig. Das reichte für meine ausgeprägte Skepsis, denn tief in mir fühlte ich, dass mich das Astrologiestudium entscheidend weiterbringen würde in meiner Entwicklung.


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