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Chiron – Der Mythos

In der modernen Astrologie gilt Chiron, ein 1977 entdeckter Planetoid, als Archetyp des Inneren Heilers. Durch den vergifteten Pfeil seines Schülers und Freunds gilt er als Symbol für die unheilbare Verletzung, die jedes menschliche Wesen in sich trägt. Als Zentaur, ein Mischwesen aus Pferd und Mensch, lehrt er die Integration archaischer bis animalischer Kräfte in die menschliche Psyche. Ich erzähle in diesem Teil den Mythos Chirons, und in einem weiteren Artikel einige Anwendungen, Einsichten und Erfahrungen mit offenen Wunden, vergifteten Pfeilen und meiner Heiler-Teilpersönlichkeit.

 

 Rolf Handke  / pixelio.de

Rolf Handke / pixelio.de

 

Doch solange wir das Wesen unserer Wunde nicht verstehen, können wir sie auch nicht heilen.“ Liz Greene

In alter Vorzeit, noch bevor sich die Götter im Olymp eingefunden hatten, machte der Titan Kronos sich auf den Weg, seinen Sohn Zeus zu finden, den dessen Mutter Rhea vor ihm versteckte. Denn Kronos hatte zuvor bereits alle ihre gemeinsamen Kinder verschlungen, aus Angst, von ihnen entmachtet zu werden. So befanden sich zu dieser Zeit Göttinnen und Götter des späteren goldenen Zeitalters, Hestia, Demeter, Hades, Hera und Poseidon, im Bauch ihres Vaters Kronos.

Auf seiner Suche verliebte sich Kronos in die Nymphe Phillyra. Da sie jedoch nicht mit ihm schlafen wollte, vergewaltigte Kronos sie. Doch in dem Augenblicklich, als er seinen Samen verströmte, ertappte ihn seine Frau Rhea. Damit sie ihn nicht erkennen konnte, verwandelte sich Kronos in ein Pferd.

Vor Scham, auf frischer Tat ertappt worden zu sein, flüchtete Kronos nach vollzogenem Beischlaf, und verließ Phillyra für immer. Diue Nymphe schämte sich ebenfalls über die erlittene Vergewaltigung. Aus der Zeugung ging Chiron hervor, dessen Erscheinung Phillyra als so hässlich empfand, dass sie ihn verstieß. Denn ihr Kind war ein Kentaur, mit dem Leib eines Pferdes und menschlichem Oberkörper. So lebte Chiron in der Abgeschiedenheit einer Höhle, zusammen mit seiner Frau.

Anders als seine Artgenossen, die sterblichen Kentauren, für ihre Wildheit und schwer zügelbare Triebhaftigkeit berüchtigt, war der göttliche Chiron von sanftmütigem Wesen, hoher Weisheit und gerecht. Er wurde von Apollon in vielen Künsten unterrichtet, um schließlich selbst als Lehrer und Erzieher vieler Helden hohes Ansehen zu erwerben.

So auch Herakles, der nach seiner Erziehung in Chirons Höhle sein königliches Erbe antreten wollte. Als Bedingung stellte sein regierender Onkel ihm mehrere Aufgaben, um sich als König würdig zu erweisen. Auf dem Weg zur Erfüllung seiner vierten Aufgabe, der Jagd auf den erymanthischen Eber, fand sich Herakles wieder in der Heimstatt Chirons, und die beiden Freunde freuten sich sehr über das Wiedersehen.

Der Königsohn war durstig, doch Chiron hatte nur ein Fass Wein, das Dionysos für alle Kentauren gestiftet hatte. Herakles bestand auf den Tropfen, und so öffnete Chiron das Fass und sie tranken. Angelockt vom Duft des Weins fand sich eine Schar Kentauren ein, rasend vor Wut. Herakles tötete viele von ihnen und während er im Wald die Verfolgung einiger Flüchtiger aufnahm, wählte er einen Pfeil, den er mit dem Blut der Hydra vergiftet hatte. Mit ihm durchschoss er den Körper eines Kentauren, und danach fand der Pfeil sein Ziel im Bein seines Lehrers Chiron.

Das Gift der Hydra war tödlich, doch als Unsterblicher musste Chiron unsägliche Schmerzen ertragen. Der bestürzte Herakles versprach dem Freund, alles zu geben, damit er schließlich sterben könne. So lebte Chiron viele Jahre, forschte, experimentierte und entdeckte viele Heilmittel. Er lernte, mit dem Schmerz zu leben und fand Wege heraus, das Leiden zu lindern oder manchmal sogar ganz zu vergessen. Trotzdem kostete ihn die Wunde viel Kraft und er wünschte sich zu sterben, nach seinem langen und erfüllten Leben.

Eines Tages begegnete der reisende Herakles dem Prometheus. Der Titan war seit langer Zeit mit unzerstörbaren Ketten an den Berg Kaukasus geschmiedet, zur Strafe für seinen Raub des Feuers, das er gegen den Willen der Götter dem Menschengeschlecht geschenkt hatte. Zeus‘ Bedingung für seine Befreiung war der freiwillige Tod eines Anderen. Herakles erkannte die Gelegenheit und bot Zeus das Leben des leidenden Chiron an. Der Obergott, mittlerweile besänftigt durch Prometheus‘ lange und qualvolle Gefangenschaft, willigte ein. So kam Prometheus frei, nur noch an den Berg gebunden durch einen Ring, auf dem ein Stück Fels vom Kaukasus gefasst wurde.

Chiron durfte seine Unsterblichkeit abgeben und starb. Zeus war so voll Bewunderung für den Charakter und die Göttlichkeit Chirons, dass er ihm die Unsterblichkeit zurückgab, indem er ihn fortan als Sternbild Schütze den Himmel bewohnen ließ.

 

 

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