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Dampf ablassen – Emotionale Entladung für den inneren Frieden & die Gesundheit!

Mann hat das Thema gedauert, bis es sich jetzt nach Wochen endlich als fertiges Bild in meinem Hirn, unter meinen Tippfingern ausbreiten kann. Gutes Thema, wichtig! War das ne Schreibblockade? Oder erlauben meine Blockaden nicht, über sie zu schreiben? Oder beides, in einer seltsam angespannten und doch schöpferischen, introvertiert trauerüberschatteten und doch hochaktiven Zeit?

Ich bin ein Mann und will über Gefühle schreiben. Da ist schon das erste No Go! Ich soll doch keiner von den weichgespülten Esotypen sein, die 10 Meter über der Erde schweben und ihr Leben nicht auf die Kette kriegen.

Nee bin ich nicht! Eso ja. Ich wurde zu dem Thema in einem amtlichen schamanischen Setting inspiriert. Schamanen sind cool, die gehen nachts in den Wald und stellen sich ihren Ängsten, um sie zu besiegen! Sie trommeln und tanzen wild ums Feuer, geraten in und genießen Extase, und außerdem sind sie Krieger, so ähnlich wie Samurai und Ritter! Der Krieger des Herzens besiegt seine Furcht, indem er ihr direkt ins Auge sieht. Er blickt durch sie durch und erkennt, was hinter ihr steht, die verborgene Wahrheit, die zur Selbsterkenntniss und inneren Stärke führt. Er redet gern aufrichtig aus dem Herzen und liebt es nicht, über Dinge zu plappern, die mit seinem Leben und dem, was ihn gerade bewegt, keinen Zusammenhang bilden. Er liebt es, solche authentischen Aussagen mit Verbindung zum richtigen Leben von seinem Gegenüber zu hören, und mag keinen indiskreten Tratsch über Andere. Und nein, das ist kein Coelho-Zitat, auch wenn der Stil kopiert wurde aus dem wundervollen „Krieger des Herzens“ von Paolo Coelho. Ich übe mich darin, einer zu werden, z.B. wenn ich mit anderen Männern am Feuer sitze, wo wir trommeln, singen, Rituale feiern und den Redestab kreisen lassen. Der Krieger kämpft FÜR das, was dem wahren, schönen und guten Leben in seiner Umgebung dient, und NICHT GEGEN irgendwen oder irgendwas, außer es gilt eine akute Gefahr zu stoppen, z.B. den atomaren und weitere Arten von Umwelt-Wahnsinn.

Soweit so gut.

Also ja, ich hab vor Angst manchmal die Hosen voll, ich bin traurig und wütend, und weine nicht gern wenn jemand dabei ist. Ich fall nicht zwingend sofort über meine Angebetete her wenn ich geil bin, schlage mich nie außer im Training, und brülle ganz selten rum. Ich bin sensibel, ist meine Veranlagung, darüber handelt ja der Blog, und deshalb nervt nicht nur der Chef (angenehmer Weise zur Zeit hauptsächlich ich selber und ja, ich kann mich auch selber ordentlich nerven und stressen!), sondern auch diverse nervige Normalitäten aus der Umwelt. Kurzum, ich bin auch nervlich über-erregbar, sowohl positiv als auch negativ.

Ich will über dieses Thema gerade nicht so sachlich-dissoziiert schreiben wie ich könnte, es geht hier auch um Selbsterfahrung und Anschaulichkeit. Auch wenn ich schon wieder zweifle, weil ich wieder so persönlich werde und mir gänzlich unbekannte Leser in mich reinschauen lasse. Das ist ja das Thema.

Emotionale Entladung ist peinlich!

Vor allem in unserer westlich „kultivierten“ Kontrollfreak-Zivilisation.

Und genau darum geht es letztendlich bei der emotionalen Entladung. Wer sich selbst, ganz persönlich und einmalig, als einzigartiges Individuum annimmt und gern hat, schafft sich mit Gefühlen kein Problem. Lachen, spaßen, schreien, flüstern, schimpfen, stöhnen, weinen, schlagen, rennen, strampeln, zurückziehen, erzählen, toben, drücken, kuscheln, streicheln, vereinigen, singen, still sein … wenn einem danach zumute ist. So unmittelbar hat es die Natur beim Menschen angelegt, in Form von Botenstoffen, Nervensignalen und Meridianflussänderungen, die als Reaktion bei der Begegnung mit dem Gegenüber ausgelöst werden.

 

Normalerweise „beherrschen“

… die meisten Menschen unserer Zivilisation ihre Gefühle. Sie werden unterdrückt, umgewandelt oder für später bis lebenslang gespeichert. Es geschieht so automatisch, dass sich daraus Charakterstrukturen ergeben. Der so gebildete Charakter ist ein Abbild dessen, was der Mensch nicht zeigen will, seine Maske. Über der authentischen Persönlichkeitserscheinung, durch die er sich nicht als individuelles Wesen outen will.

Je weniger die Gefühle ausgedrückt werden, desto schlechter werden sie wahrgenommen, was zu Entfremdung vom eigenen wahren Wesenskern führt, zu Neurosen und im Extremfall zu Psychosen. Ich führe hier wieder den Psychoanalytiker Wilhelm Reich an, sowie dessen Schüler Alexander Lowen, der Reichs Grundlagen zu den verspannten Muskelpartien (Muskelpanzer-Segmenten) zur bioenergetischen Analyse- und Therapiemethode. Wilhelm Reich war zunächst ein Musterschüler von Sigmund Freud, hat dessen mental-analytische Psychoanalyse-Methode um die körperlich-emotionale Komponente weiterentwickelt, und wurde schließlich ins Abseits gestellt vom damaligen schulpsychologischen Mainstream und von der US-Gesundheitsbehörde in den Knast, wo er starb.

Gefühle haben neben der biochemischen Komponente der Botenstoffe auch eine bioenergetische. Sie versetzen den Körper in eine Bewegungsspannung, setzen Energie für Muskelbewegungen und Bewegungsreaktionen frei. Wird die angeregte Bewegung, die Geste, die Änderung der Mimik, der Berührungswunsch nicht ausgeführt, oder zumindest verbalisiert oder anderweitig kommuniziert, verbleibt ein Spannungszustand in den angesteuerten Muskelpartien. Der Körper verspannt sich chronisch und es fällt der Person immer schwerer zu entspannen. Die chronischen Verspannungen liegen vielen, vor allem auch chronischen Erkrankungen, physischen wie psychischen zugrunde. Es kommt zu Durchblutungsstörungen, Störungen des Lymphflusses, Fehlversorgungen von Organen und Geweben, Fehlhaltungen, Fehlstellungen der Gelenke, mechanische Beeinträchtigung der Nerven, Steifheit der Wirbelsäule, des Beckens, der Gelenke, der Muskeln etc.

 

Gefühle – Gedanken – Krankheitssymptome

Heilprozesse unterliegen aus der ganzheitlichen Betrachtung einer psychosomatischen Komponente. Es gibt eine kognitive Ursache im Inneren, z.B. ein Konfliktgeschehen, ein auslösendes Ereignis und das resultierende Symptom. Wenn z.B. eine Wunde heilt, werden die Gefühle freigesetzt, die mit der Verwundung einhergehen. Die innere Ursache heilt aus, wenn der Gesundung genug Raum und Aufmerksamkeit für die inneren emotionalen Prozesse gegeben wird. Viele allopathische Maßnahmen zielen nur auf die schnelle Symptomheilung und Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ab, und die innere Ursache wird nicht richtig ausgeheilt, indem die Gefühle durchlebt und ausgedrückt werden.

Werden Gefühle regelmäßig ausgedrückt, setzt sich das Individuum äußerlich in Gang (“Emotio” – etwas herausbewegen) und folgt damit der lebendigen Entwicklung des Organismus. Gefühle sind begleitet, bzw. Träger von gedanklichen Botschaften, z.B. ein Bedürfnis oder eine Wertung. Der Gefühlsausdruck klärt also auch die Gedanken, und regt zu schöpferischem Denken an. Der Kopf wird frei von Ärger und Bedürfnissen, oder man erhält Antworten auf Fragen, die einen emotional bewegen.

 

Gefühle sind Reaktionen auf Wahrnehmungen (eines Gegenübers)

Jede Wahrnehmung, die durch die Hirnschranke zwischen Bewusstsein und dem Unbewussten als bemerkenswert eingeordnet wird, findet Zugang zum Unbewussten. Botenstoffe für Gefühle werden ausgelöst und es kommt somit zu einer Veränderung der Gefühle. Das setzt zusätzlich die gedankliche Aktivität in Gang und das Ergebnis sind Reize von innen und außen. Wer die Gefühle gut wahrnehmen und effektiv ausdrücken kann durch Gesten, Gemütsbewegungen oder Worte, bleibt emotional langfristig klar und stabil, und schlicht auch in besserer Stimmung.

Ein Satz hat mir geholfen: „Ich fühle mich gut!“ Wenn seine tiefere Bedeutung angenommen wird, dass die klare und deutliche Wahrnehmung der Gefühle gut ist. Unabhängigkeit von der Art von Gefühl. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich selbst bei meiner schwersten, bewusst und intensiv durchlebten Trauer, auch ungewöhnlich lebendig gefühlt habe, und das war auch schön. Gefühle sind, egal welche, das Leben, die eigene Lebendigkeit. Sie bewegen, regen zum Wachstum und zur Gesundung an, und machen menschlich, liebenswert und schön. Sie schaffen Frieden.

 

In der Welt der Hochsensiblen

… ist die Gefühlsentladung besonders wichtig, weil die wahrgenommene Informationsmenge ungleich höher liegt, bis zur häufigen Reizüberflutung. Dann ist vorbei mit gerichteter Aufmerksamkeit und es wird Zeit für Erdung und Entladung. Rückzug und Erholung sind für mich ein häufiger erster Schritt, dann aber auch reinfühlen in mich und Gefühle fließen lassen, ggf. durch Erdungsmaßnahmen unterstützt, wie Fußmassage, duschen, essen und trinken, Sport, Wald und Wiesen, Körperkontakt, Reiki auf die Füße u.a.

Wenn ich mich nicht gut fühlen kann, helfen mir 2 Fragen:

„Wenn ich gerade ein Gefühl hätte, welches wäre es?“ (Frage stellen und die erste spontane Antwort abwarten. Dann nachfühlen.)

„Wo in meinem Körper sitzt das Gefühl X?“ (Wenn das Gefühl bekannt ist, aber nicht recht gespürt wird. Frage stellen, den ganzen Körper fokussieren, und auf das Körpersignal achten).

Außerdem, wenn ich allein bin und im normalen Alltag, und für die nachträgliche Entladung Musik, Tanzen, Hüpfen (mehrere Minuten auf der Stelle, sehr gut morgen nach dem Aufstehen), Gerüche, Natur, Wasser (trinken und auf der Haut), bei Wut auf Kissen schlagen, bei Trauer ernste Musik, Decke, Schummerlicht und andere ruhige, reizarme oder heilsame Athmosphären.

 

Ein gutes Gespräch

… ist noch besser als allein. Ich mache da allerdings die Erfahrung, dass ich damit achtsam umgehen muss, sowohl in der Redner-, als auch der Zuhörerrolle. Ich frage, wenn ich es nicht vergesse, ob ich mich aussprechen darf. Weil ich früher öfter ganz automatisch meinen Frust vom Stapel gelassen habe, was meinem Gegenüber dann zuviel wurde. Umgekehrt hab ich die gleiche Erfahrung gemacht, dass mein Gegenüber mir seinen Frust aufgeladen hat, was mich dann überforderte und runterzog. Grenzüberschreitend ein solches Verhalten!

Bei Treffen mit Freunden finde ich es deshalb eine gute Idee, das Gespräch mit der Frage „Was gibt’s denn GUTES?“ zu eröffnen. Die Zeit wird schöner.

Bei starken körperlichen Spannungen und Reizüberflutungen bevorzuge ich für den Anfang körperliche Bewegung und Abreaktion. Das bringt in Fluss, löst schon mal einiges an Energien, und dann geht’s schon leichter weiter, und eventuelle Gespräche werden konstruktiver und weniger gestresst – stressig.

Wichtig ist, immer viel gut gereinigtes und energetisiertes Wasser trinken. Gefühle gehören zum Wasserelement, und das Trinkwasser schwemmt Schadstoffe aus dem Körper, die innerlich für Stress und Gesundheitsbelastungen sorgen. Es stabilisiert die emotionale Belastbarkeit, die Nerven, und vitalisiert den Körper. Ohne genug Wassereinnahme, ca. 30-40 ml pro kg Körpergewicht, braucht man gar nicht erst anfangen mit intensiven naturheilkundlichen Behandlungsprozessen, weil die Gifte sonst nicht adäquat rausgelöst werden. So zumindest meine und die Meinung der meisten mir bekannten Naturheilkundler.

Analog zur Entgiftung aufgrund von wasserbasierten Ausscheidungsprozessen über Nieren-Blase und Darm, stellen die Gefühle eine Ausscheidung von psychischer Belastung dar. Sie müssen genauso fließen wie das Wasser im Körper, und sich genauso erneuern. Das bedeutet nicht, dass Menschen, die ständig am heulen oder lachen sind, zutiefst gesund sind. Gefühle können auch zur Oberfläche gehören, können trainiert sein, Teil der Maske, genauso wie ein regungsloses Pokerface. Die Frage bleibt letztlich immer – wie fühlst Du Dich jetzt gerade wirklich, mit dieser Situation, mit diesem Gegenüber, mit diesem Bedürfniss, mit diesen Gedanken und Ideen?

Am Ende, eines meiner Ziele – über alles Mögliche lachen können, weil das Leben so wunderbar skurril ist!

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Totes Meer – Evolution meiner Gesundung Teil 7

Ende August 1998 saß ich im Flugzeug nach Tel Aviv. Der Flug, die Überführung per Bus ans Tote Meer und der Klimawechsel waren eine Provokation für meine Haut. Die Hände schwollen an, entzündeten noch stärker und bildeten tiefe Risse aus. Die ersten Tage war ich erst einmal sehr geschwächt. Alles was sich zu Hause angestaut hatte, schien nun über die Haut offenbar zu werden. Die Hitze und die vielen Mineralien vor Ort wirkten sich als Reizklima erst einmal symptomverschlimmernd aus.

Auf der anderen Seite war ich überglücklich, dass ich überhaupt dort sein konnte. Ich lernte viele Leute mit Hautkrankheiten kennen, die meisten hatten bereits Erfahrung mit dem Toten Meer. Von ihnen wurde ich beruhigt und mir wurde ständig versichert, dass am Ende der Kur alles gut sein würde. Das war die Erfahrung der überwiegenden Mehrheit, und ich glaubte daran.

Eine Kur am Toten Meer ist nicht vergleichbar mit deutschen Kurkliniken. Man lebt im Hotel, zusammen mit Menschen aus der ganzen Welt. Ich war auf der israelischen Seite, wo der größte Teil des Tote Meer – Tourismus abläuft, in einem Ort namens En Bokek, der ausschließlich aus Hotelanlagen, einem Natursolarium und einem kleinen Einkaufszentrum besteht. Die Klinik besteht aus einer dermatologischen Praxis. Dort bekam ich 2-3 mal pro Woche einen Termin, wurde mit Salben versorgt und bekam verordnet, wieviel Zeit ich an der Sonne verbringen sollte bzw. durfte. Also kein Terminstress, sondern eigenverantwortliche Zeiteinteilung.

Der Aufenthalt in der Sonne war die wichtigste therapeutische Maßnahme und wurde von uns Hautkranken als „Arbeit“ ernst genommen und mit schelmischem Einschlag auch so genannt. Das ist jedoch kein Witz, denn es ist durchaus Konsequenz angebracht, bei 25-40°C täglich 5-6 Stunden am Toten Meer in die Sonne zu gehen. Ich wiederholte im 45-60-Minuten – Rhythmus das Ritual Duschen zur Abkühlung, mit 3-5 verschiedenen Cremes und Lotions die Haut versorgen, dann Ich regulierte die UV-Intensität nur über den schattenspendenden Sonnenschirm, und die beschriebene Prozedur. Das Hautkrebsrisiko geht am Toten Meer gegen Null, aufgrund der mineralisierten Athmosphäre, die als UV-Filter wirkt. Ein Sonnenbrand konnte jedoch erhebliche Verschlimmerungen des Hautzustands, und damit einen Heilungszeit-Verlust zur Folge habe. Es war also Achtsamkeit angebracht, die mir auch gelang. Ich bekam keinen Sonnenbrand, und erfuhr eine starke Pigmentierung der Haut, die sich später auch langfristig hielt.

Um 17 Uhr ging aufgrund der Kessellage des Geländes die Sonne unter, danach war „Feierabend“. Das abendliche Hotelbuffet war reichhaltig und lecker. Für mich war es auch nach 4-6 Wochen Aufenthalt noch ein Genuss. Nach dem Essen ging iceh oft aus. Es waren viele Deutsche vor Ort, und ich lernte auch Menschen aus anderen Ländern kennen, Israelis und Palästinenser, Amerikaner, Zyprioten, Engländer und ich weiß nicht mehr woher noch. Es war ein internationales Flair, entsprechend der Bedeutung des Toten Meers als einer der wichtigsten Psoriasis-Kurorte der Welt. Bereits die Römer kurierten dort Schuppenflechte. Heutzutage werden dort außerdem neben Neurodermitis auch Vitiligo, Akne, Sklerodermie, Mukoviszidose, Arthritis, Rheuma und andere Erkrankungen behandelt.

Die Heilwirkung des Toten Meers beruht für Neurodermitiker in erster Linie auf den Mineralien in der Luft. Das Gewässer liegt in einem Kessel, 400 m unter dem Meeresspiegel. An der israelischen Seite steigt das Gelände dann, wenn ich mich richtig erinnere rund 1000 m auf. In diesem Kessel steht eine Dunstwolke, die aus dem Toten Meer gespeist ist, das seinerseits massenhaft Mineralien enthält. Neben den Mineralien enthält die Atmosphäre auch Brom, ein nervenberuhigendes Gas. Das Brom ist deutlich spürbar, ich war die ganze Zeit über in einem verlangsamten, entspannten und gutgelaunten Dämmerzustand, der sich ein wenig wie Müdigkeit anfühlte, ohne dass ich ungewöhnlich viel Schlafbedürfnis hatte.

Durch die vielen Bekanntschaften mit anderen Neurodermitikern, ihre Geschichten, den Erfahrungsaustausch, und meine eigene Erfolgserfahrung machte ich einen großen Bewusstseinssprung. Eines Abends saß ich alleine in der Lobby meines Hotels und beobachtete einfach das Treiben der Gäste. Dabei träumte ich ein wenig weg, und plötzlich wurde ich von einem unglaublichen Glücksgefühl durchströmt. Es war so stark, dass ich meine akut beschädigte und angespannte Haut, die Rhagaden und offenen Stellen, nicht mehr spürte. Ich hatte ein phantastisches Körpergefühl, an das ich mich so überhaupt nicht erinnern konnte. Gleichzeitig spürte ich tief in mir, dass mein Körper in der Lage war, sich komplett zu wandeln und die Neurodermitis zu heilen. Und ich wusste, dass es nur durch mich, durch meine Initiative geschehen konnte. Ich musste mich dafür entscheiden, ohne die Krankheit zu leben, denn irgendeine Instanz in mir hatte sich vor langer Zeit entschieden, Neurodermitis zu bekommen.

Das war wirklich unglaublich, ich entwickelte plötzlich und ohne „Vorwarnung“ eine völlig neue Wahrnehmung. Ich spürte mich intensiver und konnte andere Menschen viel intensiver spüren, konnte mich ganz bewusst in sie einfühlen und bekam dabei ein Feedback von meinem eigenen Körper. Dieses verfeinerte Einfühlungsvermögen konnte ich während meines Kuraufenthalts noch einige Male feststellen, auch von der unangenehmen Seite, denn ich bemerkte auch starke Verwirrung und Wut bei vielen Israelis, die oft nur für ein Wochenende kamen, um sich zu erholen. Und viel Trauer bei den Hautkranken.

Mein „erleuchteter“ Zustand ging wieder vorüber und ich spürte wieder die Haut, die Stellen, die Spannung und das Jucken. Was blieb war jedoch meine Entscheidung, dass ich mich selbst heilen würde. Wer denn auch sonst? Es war einfach glasklar, dass ich mein eigener Heiler war. Es war nur die Frage, wie genau das gehen sollte. Darauf hatte ich noch keine Antwort. Immerhin hatte ich mit der Astrologie bereits einen Weg gefunden, meine Persönlichkeit besser zu verstehen. Und ich hatte die Fähigkeit, mit anderen über meine Probleme zu reden. Das war schon mal mehr als nichts.

Die Abheilung meiner Haut erfolgte langsam aber stetig. Ich bekam nach 4 Wochen noch weitere 2 Wochen Verlängerung. In dieser Zeit hatte ich kaum noch offene Stellen, außer an den Händen. Ich konnte sogar baden im Toten Meer. Das erste Mal brannte die gesättigte Salzlösung noch an einigen Hautstellen, doch nach ein paar Sekunden hörte das Brennen auf. Durch die Bäder nahm meine Haut zusätzlich sehr viele Mineralien auf, so dass sie eine ganz feine Struktur bekam, die gleichzeitig ganz fest war, fast wie Leder. Am Ende der Kur waren auch die Hände abgeheilt und ich hatte den besten Hautzustand meines Lebens. Sie war straff, durchgebräunt, fest und elastisch zugleich und von feinster Oberflächenstruktur, wie ganz feines Leder. Zu Hause erkannten mich die Leute kaum wieder.

Die 6 Wochen am Toten Meer waren die längste Erholungsphase seit meiner Schulzeit. Ich erfuhr dabei, wieviel Spannung und Stress in mir steckten. Es brauchte z.B. ein Feedback von außen, bis ich meinen eiligen Stechschritt verlangsamte. Die „Arbeit“ nahm mich sogar am Morgen nach einer durchgefeierten Nacht in Anspruch, als ich mit einigen Leuten mit Trommeln am Strand saß, und die ersten Sonnenstrahlen erscheinten. Ich hielt sofort meine Hände und mein Gesicht in die Sonne, bis eine Freundin bemerkte „He’s working…“. Das stimmte, ich war innerlich so sehr in meiner Tretmühle gefangen, dass ich nur schwer einfach nur mal Spaß haben konnte. Ich hatte mir ja bereits früher angewöhnt, mit Alkohol und Cannabis für gute Stimmung zu sorgen, und dieses Unvermögen, unbeschwerte Lebensfreude zu genießen, offenbarte sich nun eben auch wieder. Nicht dass ich keinen Spaß gehabt hätte, aber da war noch viel mehr möglich. So wurde das Thema Lebensfreude und ungezwungener Spaß ein wichtiges Feld, mit dem ich mich zukünftig auseinandersetzte. Die erste Kur am Toten Meer war ein Meilenstein, von Stress und Frustration weg und hin zu Gelassenheit und Lebensfreude zu kommen. Das wichtigste war dabei, dass ich Gefallen daran gefunden hatte, an mir zu arbeiten, und meine Selbstheilung in die Hand zu nehmen.


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