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Selbstbehauptung – Evolution meiner Gesundung Teil 14

Die Auseinandersetzungen mit meinem alten Arbeitgeber, mit juristischen Sachverhalten und Durchsetzung meiner Interessen hatte einen gewaltigen Lernschritt für mich bedeutet. Den hatte ich in einem frühen Stadium der Auseinandersetzung gemacht, als ich erkannt hatte dass ich mir aufgrund meiner 4 Jahre Betriebszugehörigkeit einen Anspruch auf mehr als nur ein Lebewohl nach der Entlassung erarbeitet hatte. Ganz egal mit welcher Begründung ich gehen würde. Das war ein echter Selbstwertzuwachs! Und es war meine erste Erfahrung mit der juristischen Durchsetzung meiner Rechte.

In der Phase der Existenzgründung ging es dann weiter mit dem kämpfen für meine Interessen, auf verschiedenen Ebenen. Ich erhielt noch einen monatlichen Gründerzuschuss, den es heute nur noch in Ausnahmefällen und geringerert Höhe gab. Für den Antrag schlug ich mich mit Businessplänen, betriebswirtschaftlichen Prognosen und Gewinnermittlungen, mit Liquiditätsplanung und Zielplanung herum. Viel trockener Stoff und Kämpfe gegen den inneren Schweinehund!

Dabei muss ich sagen, dass mir die Beschäftigung mit den Zahlen, die genaue Ermittlung meiner Lebenshaltungskosten und den Kosten für meine Berater- und Seminarleiterpraxis auch viel Sicherheit gaben. Es schaffte viel Klarheit in meinem Kopf. Auch bei der weiteren Handvoll rechtlicher Auseinandersetzungen gewann ich an Selbstsicherheit, so dass ich heute mit dem Gefühl lebe, dass meine Rechte weitgehend gesichert sind. Auch mit wenig Geld, denn es gibt Hilfe, der ich mir früher gar nicht bewusst war.

Früher hatte ich oft gedacht, dass ich dieses oder jenes gar nicht wert war und hatte mich von der Gnade Anderer abhängig gefühlt. Ich hatte auch gedacht dass juristische Auseinandersetzungen viel zu viel Risiko für mich bedeuteten, so dass ich mir gleich angewöhnt hatte, möglichst still zu sein, nichts zu sagen, und keine Konflikte herauf zu beschwören. Das hatte mich krank gemacht, denn die ganze Wut ging nach Innen, ich richtete sie gegen mich selber. Ich entwickelte Depressionen, und die Selbstzerfleischung beim wundkratzen wegen der Neurodermitis hat ja nun auch seine aggressive Komponente.

Seit mir bewusst bin, ein Mensch mit Rechten zu sein, fühle ich mich auch mit meinem Land wohler. Ich habe zwar einige fiese Aspekte von Behörden erlebt, muss es aber heute nicht mehr persönlich nehmen, wenn mir Unrecht angetan wird. Ich kann dagegen vorgehen. Deswegen hab ich mir auch den Glaubenssatz abgeschminkt, wir würden in einem Unrechtsstaat leben. Sicher ist eine Menge im Argen, aber ich kann meine Rechte bis zu einem gewissen Grad schützen und einfordern.

Dasselbe geschieht auf der persönlichen Ebene. Ein Jahr nach meiner Gründung begann ich mit dem Training einer aktiven Kampfkunst, mit Ving Tsun Kung Fu. Das brachte mir das zusätzliche Selbstbewusstsein, dass ich mich nicht nur mental oder rechtlich wehren kann, sondern auch körperlich. Das aktivierte tiefe archaische Anteile, die für das Überleben und eben Kämpfen und Flüchten zuständig sind. Ich sehe es zwar nicht ganz so heftig wie ein Freund von mir, der schon viele Jahre Kampfkunsterfahrung besitzt. Er erklärte mir einmal: „’Wenn ich in einer Verhandlung sitze und weiß, dass mein Verhandlungspartner zu unfairen Tricks greifen kann um mich niederzumachen, dann ist es gut zu wissen, dass ich ihn im Extremfall töten könnte.“

Aber letztlich ist eine alte Angst vor der Gewalt anderer von mir gewichen, seit ich meine Gefühle, wenn ich angegriffen werde, sowohl in körperliche als auch verbale Aktion leiten kann. Und ganz klar, wer einen Gegner treffen will, kann auch mit Worten schmerzhafte Schläge verteilen. Mit diesem Thema beschäftigt sich das Schlagfertigkeitstraining, das ich jedem Menschen und vor allem den Sensiblen und Hautkranken wärmstens empfehle. Die meisten Sensiblen sind zu altruistisch, und lassen sich lieber selbst zur Schnecke machen, bevor sie sich einmal richtig wehren, oder für ihre Interessen kämpfen.

Ich habe selbst einst den Kriegsdienst verweigert und mir eine „gewaltfreie“ Lebenseinstellung zugelegt. Ganz passend zu meiner damals praktisch nicht vorhandenen Selbstbehauptung. Heute halte ich Gewaltfreiheit für eine durchaus anstrebenswerte Lebensqualität, die im überschaubaren Rahmen, innerhalb von Gemeinschaften mit sozialkompetenten Menschen äußerlich funktioniert. Auf der „freien Wildbahn“ des Lebens und innerhalb familiärer Beziehungen funktioniert sie jedoch nicht. Weil es z.B. niemandem nützt, wenn ein sensibles Wesen von einem groben Wesen und Institutionen, die nur den eigenen Vorteil suchen – wie z.B. öffentliche Behörden, Krankenkassen und natürlich Firmen, aber auch Eltern und Verwandte – durch Bedrohung übervorteilt wird. Deshalb bin ich der Meinung, dass Aggression sein darf, sogar sein muss um Überleben und die eigenen Interessen durchsetzen zu können. Und dass Gewalt ein natürlicher Weg zur Beseitigung von Hindernissen ist, der allerdings möglichst intelligent und effektiv eingesetzt werden soll. Gewalt generell abzulehnen oder als schlecht zu beurteilen halte ich für heuchlerisch. Die eigenen Aggressionen und Gewaltphantasien anzunehmen halte ich für einen Akt der Selbstliebe. Wenn ein Mensch zu sehr zu Gewalt neigt, ist die Annahme der Gewalttätigkeit der erste Schritt zur Heilung, denn ich kann nur heilen was ich angenommen habe. In dem Moment, wo ein sensibler Mensch sich seiner Wut bewusst wird und sie annimmt, kann er aus der Leidensrolle herausgehen und das Gefühl nutzen, um sich abzugrenzen gegenüber Umwelteinflüssen, die seiner Entwicklung mehr schaden als nützen.

 

 

Auflösung und Neubeginn – Evolution meiner Gesundung Teil 8

Nach dem ersten Aufenthalt am Toten Meer war ich sehr glücklich über meinen tollen Hautzustand. Neben der Erscheinungsfreiheit in Bezug auf die Ekzeme ist auch die Pigmentierung angeregt worden. Das bewirkte dass ich fortan regelmäßig Besserung erfuhr wenn ich an die Sonne ging. Ich wurde schnell braun und konnte nach kurzer Eingewöhnungsphase ohne Probleme mehrere Stunden in der Sonne. Die Erscheinungsfreiheit hielt einige Monate, so dass ich die Prüfungszeit, in der meine letzten Diplomprüfungen anstanden von dieser Seite einigermaßen Ruhe hatte. Allerdings kehrten Entzündungen und Juckreiz langsam wieder zurück, so dass ich für Mai des darauffolgenden Jahres eine weitere Klimaheilbehandlung beantragte.

Hinsichtlich der Neurodermitis gab es langfristig also einen Lichtblick. Mein psychischer Zustand war in dieser Zeit allerdings noch sehr labil. Das Studium neigte sich dem Ende zu, meine Freundin suchte sich eine eigene Wohnung und ich war depressiv und unsicher wie es weitergehen sollte. Ich hatte viele Ängste und war es gewohnt, dass meine Eltern für meinen Unterhalt sorgten. Mein angeknackstes Selbstbewusstsein signalisierte mir ständig, dass ich dem Architekturberuf nicht gewachsen sei. Trotz meines Wunsches nach Autonomie blieb ich innerlich weiterhin abhängig.

Ich hatte aber auch Glück. Durch einen Freundin lernte ich noch 1998, vor meinem Abschluß an der FH Würzburg, einen selbständigen Architekten kennen. Bei ihm konnte ich als studentischer Mitarbeiter einsteigen. Ich arbeitete nach der Kur einige Tage probeweise für ihn und bereitete mich dann auf die verbleibenden Diplomprüfungen vor. Unsere Zusammenarbeit gefiel ihm, und so konnte ich nach dem Studium freiberuflich einsteigen. Dadurch erübrigten sich Vorstellungsgespräche und die Erstellung der bei Architektur-Ingenieuren obligatorischen Bewerbungsmatte mit Arbeitsproben.

Ein Jahr lang konnte ich von den Einkünften aus der freien Mitarbeit gut leben.Doch nach und nach gingen die Aufträge zurück, so dass ich nur noch sporadisch regulär bezahlte Aufträge bearbeiten konnte. In der freien Zeit arbeitete ich mich ohne Bezahlung in Graphiksoftware ein und bearbeitete Entwürfe für die Schublade. Ich hatte zwar gute Erfahrungen gemacht in der Arbeit und mein Chef war zufrieden. Trotzdem fehlte mir der Mut und Optimismus, mich für eine Festanstellung zu bewerben. Beim Versuch, meine Bewerbungsmappe zusammenzustellen, hatte ich so starke Widerstände dass ich schließlich aufgab. Ich sträubte mich heftig gegen die Veränderung, klammerte mich an meinen Auftraggeber, mit dem ich mich duzte und den ich eher als Freund betrachtete, und hoffte einfach weiter auf neue Aufträge. Doch die wurden immer kleiner und seltener, und ich geriet mit der Zeit in finanzielle Schwierigkeiten.

Also suchte ich mir einen Nebenjob, und fand eine Stelle die mir gefiel. In einem alternativen Kulturzentrum, das viele Konzerte und Discos veranstaltete. Ich plakatierte im Würzburger Umland, und arbeitete mich in die Lichtanlage ein. So wurde ich Lichtjockey und Beleuchter für Konzerte, eine Tätigkeit die mir ziemlich Spaß machte und zu meinem Lehrberuf Elektroinstallateur und meinem Hobby Musiker passte. Es hatte außerdem den Vorteil, dass ich zu sämtlichen Veranstaltungen kostenlosen Zutritt hatte, und das nutzte ich ausgiebig aus. Denn das gebotene hochwertige Konzertprogramm traf oft meinen Geschmack, und viele der Parties gefielen mir ebenfalls bestens. So rückte die Architekturkarriere immer mehr in die Ferne, und ich folgte meinem Gefühl, in Punkto Parties einiges nachholen zu wollen. So stieg auch mein Cannabiskonsum ziemlich stark an.

Ich bemerkte nicht, dass meine Probleme stark durch meine Empfindlichkeit verursacht waren, durch die mir viel Kraft verloren ging, weil sie nicht gezielt genug zum Einsatz kam. Und dass Cannabis mich noch weiter öffnete und die Empfindlichkeit stark steigerte.

Später, als ich es längst aufgegeben hatte, rauchte ich einen Joint und stellte dann fest, dass ich rund 5 Tage davon beeinflusst war, mit emotionaler Empfindlichkeit, Trägheit und Gleichgültigkeit. Zu dieser Zeit war ich dauerhaft unter dem Einfluss und vertranced. Ich schwebte in gewisser Weise, fühlte mich innerlich aber schwer und belastet. Und ich war frustriert weil ich spürte dass ich mein Studium, das mich soviel Kraft gekostet hatte, nicht in dem Maße umsetzen konnte dass es zum Leben gereicht hätte.

Damals war meine Einstellung, dass es leichter gehen musste, und dass mein Leben eben anders lief, als es nach konventionellen Vorstellungen zu laufen hatte. Ich hatte eine große Sehnsucht nach Erleichterung und entwickelte nach und nach ein spirituelles Selbstbewusstsein, verbunden mit dem Gefühl, dass mein Körper nicht alles war. Trotz allem erhielt ich aus dem Bekanntenkreis einen schönen Auftrag. Die Umbauplanung einer alten, hochwertigen Scheune in ein Wohnhaus. Dieses Projekt zog ich unter meiner eigenen Regie innerhalb eines Jahres durch, es war gewissermaßen meine Feuertaufe für selbständiges Arbeiten. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

In den Jahren 1999 und 2000 machte ich 2 weitere Kuren am Toten Meer. Die erste im Frühjahr brachte wieder ein hervorragendes Ergebnis und die zweite trat ich leider zu spät an, erst im Oktober. Da war die meiste Zeit bewölkt, so dass meine Stellen zwar heilten, aber ohne die tiefgehende Bräune und das langanhaltende Wohlgefühl das durch die Sonne kam. Trotzdem brachten mir diese 3 Kuren, zusammen mit meinen Selbstheilungs-Behandlungen das Ergebnis, dass ich mit nur einer Unterbrechung von 2 Wochen Dauer, bis 2012 komplett ohne Kortison auskam!

Die Auflösung meiner gewohnten Lebensstrukturen begann 1999 mit der räumlichen Trennung von meiner Partnerin. Zum ersten Mal wohnte ich allein in einem 1 Zimmer-Apartement. Ende 1999 beendete meine Partnerin nach über 7 Jahren die Beziehung. Ich brauchte lange, um diese Tatsache anzunehmen. Im Jahr 2000 kamen wir nochmals zusammen, um einige Monate später endgültig zu merken, dass nichts mehr ging. 2000 zog ich in eine WG zu einem Freund und beschäftigte mich häufiger mit Astrologie und esoterischen Grundlagen wie die Tabula Smaragdina, senkrechtes Denken und ganzheitliche Psychosomatik mit Autoren wie Thorwald Dethlefsen, Rüdiger Dahlke u.a. 2001 wurde daraus fast ein Vollzeitstudíum.

Ende 2000 geriet ich morgens nach einer Partynacht mit dem Auto in eine Polizeikontrolle. Die Konsequenz war eine Hausdurchsuchung, Führerscheinentzug und Monate später die Medizinisch Psychologische Untersuchung. Ich hatte mich auf die Untersuchung vorbereitet und meinen Cannabiskonsum schon Wochen vorher aufgegeben, mit dem Ergebnis dass ich den Führerschein bereits nach der ersten MPU wieder bekam. Das war das Ende meines Drogenkonsums.

Im Frühsommer 2001 erhielt ich meine Reiki-Einweihung. Im Herbst 2001 lernte ich über das Internet meine Münsteraner Freundin kennen. Innerlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Schlussstrich unter meine Würzburger Zeit gezogen und wollte völlig neu beginnen. Im April 2002 zog ich nach Münster und hatte einen umfassenden Neubeginn.


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