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Gesundes Wohnen Teil 3 – Der Kuschelfaktor Deiner „Höhle“

In diesem vorerst letzten Teil meines Ausflugs in die geomantische Welt geht es um das „Lehnstuhlprinzip“ im Feng Shui. Mit ihm kannst Du Dir einen geborgenen Platz schaffen. Für Dein Haus von außen, den Garten, die Terrasse. Innen bei Sitzplätzen, Bett, Sofa, Schreibtisch etc.

Es ist auch nützlich zu wissen, dass ein schlecht geschützter Sitzplatz Deine Verhandlungsposition bei Geschäftsgesprächen schwächt, z.B. wenn Du die Tür im Rücken hast. Die Lebensenergie sinkt dann ab und Du wirst emotional labiler, neigst eher zu Überreaktionen, bist Dir Deiner selbst nicht mehr so sicher, fühlst Dich evt. angegriffen. Irgendwas ist im Rücken, das Dir keine Ruhe lässt, Dich verunsichert. Aus raumpsychologischer Sicht will jemand, der dir einen solchen Platz zuweist, Dich tendenziell über den Tisch ziehen, zumindest aber einen gewissen zusätzlichen Vorteil. Viele Schreibtische sind so angeordnet, dass Besucher mit der Türe im Rücken sitzen. In so einem Fall kannst Du auf einen anderen Platz bestehen, oder den Stuhl so drehen, dass die Tür nicht mehr im Rücken steht. Für produktive Gespräche ist ein harmonischer 120°-Winkel der Gesprächspartner zueinander ohnehin günstiger, als der konfrontierende (aber manchmal auch ergänzende) 180°-Winkel.

Je sensibler Du bist, davon geh ich aus in diesem Blog, desto stärker wirken sich diese Faktoren auf Dich aus. Das Lehnstuhlprinzip bezieht sich auf die physischen Faktoren der Umgebung, es ist also eine vergleichsweise grobe Ebene der feinstofflichen Kräfte. Deshalb wirkt sie auch für Viele deutlich körperlich und empfindungsmäßig stark.

Auch Materialien, Farben und Ausstattung üben viel Einfluss aus auf fundamentale Lebensgefühle … Urvertrauen, Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit, Lebensfreude, OK sein, Angenommen sein… wenn Du das Lehnstuhlprinzip an den wichtigsten Plätzen verwirklicht hast, solltest Du Dich um eine Ausstattung kümmern, die viel „nährende“ Wärme und Geborgenheit ausstrahlt. Mein Leitfaden ist, alle Flächen und Bauteile, die berührt werden, sollten aus tendenziell warmen und weichen Materialien bestehen. Fenster- und Türöffnungen sind Löcher in der schützenden Haut. Ggf. mit schweren Vorhängen stabilisieren. Gerade „solare Architektur“ mit viel Öffnungsanteil steht im Widerstreit zum Sicherheitsgefühl.

Neurodermitiker würden oft gerne „aus der Haut fahren“. Wenn wir diese Symbolik weiterführen, würden sie gerne die „dritte Haut“, also die Wohnung verlassen, und in einem weiteren Schritt vielleicht das ganze Umfeld, das Gebiet und das soziale Milieu. Irgendwohin wo weniger Konflikte, Belastung und Stress auftreten, und wo sie regenerieren können.

Neurodermitis und Hochsensibilität ist eine erschöpfende Angelegenheit. Das wird mir immer bewusster, je stabiler meine Haut wird. Die Immunschwäche bleibt erst mal, auch wenn wenig Entzündungen mein System zusätzlich belasten. Ich werde schnell erschöpft und bei längeren Belastungen, z.B. durch Konflikte, muss ich schnell Lösungen finden, weil sie mich merklich schwächen, regelrecht runterziehen. Dazu brauche ich Selbstbehauptungskräfte, und die kommen aus der Geborgenheit, dem Wohlbefinden und der Lebenslust.

Lehnstuhlprinzip

Das „Lehnstuhlprinzip“ beschäftigt sich also damit, wie ein vorteilhafter Bauplatz aussieht und wie ein Gebäude in die Topographie eingebunden wird. Aus diesen Kriterien wird auch abgeleitet, wie ein guter Ruheplatz oder Arbeitsplatz im Innenraum arrangiert wird. Manfred Kubny beschreibt in seinem Standardwerk “Feng Shui – Die Struktur der Welt” die starken Bezüge der Form solcher topographisch vorteilhafter Plätze mit der Form des weiblichen Schoßes. Selbstverständlich hat die geborgen-nährende, schützende, warme und weiche Qualität viel mit dem mütterlichen Prinzip zu tun. Spirituell ist dafür in erster Linie die weibliche Seite des Göttlichen zuständig, die Göttin.

Das Lehnstuhlprinzip geht auf die archaische Suche nach einem guten Platz zum lagern, wohnen, leben etc. zurück. Auf die Erfahrung der Natur, des Klimas, der Pflanzen und Tiere. In früher Zeit pflegten die Menschen eine animistische bzw. schamanische Weltanschauung. Demnach ist alles belebt, und in der Topographie wirkten Geister auf die Menschen ein. Aus diesem Hintergrund stammen die Zuordnungen zu den “5 mystischen Tieren” Schildkröte, Drache, Phönix, Tiger, und Schlange für die Mitte (das “Tai Chi”).

Der Aufbau ist ganz einfach. Nach vorne in Blickrichtung (Phönix) soll Ausblick sein, im Rücken (Schildkröte) ein massiver, möglichst hoher und fester Schutz. Links und rechts ebenfalls schützende Masse, jedoch nicht so hoch wie im Rücken. Der Eingang zum Haus oder zum Raum – für beide Fälle gilt dieses Prinzip – soll im Bereich mit freiem Ausblick liegen. Denn von dort – aus der Weite – kommt am meisten Chi, Lebensenergie ins Haus.

Links (Drache) und rechts (Tiger) eines Sitzplatzes können Möbel, Pflanzen, Stehlampen etc. stehen.

 

 

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Die Türe im Rücken wirkt wie ein Messer (die Chinesen nennen diese Art disharmonisches Chi “versteckte Pfeile”), es verunsichert stark und bindet viel Energie. Für Arbeitsplätze ist das schlecht, kann zu Unfällen beitragen. Bei kleineren Küchen mit U-Anordnung der Arbeitsfläche ist zur Abhilfe ein Spiegel sinnvoll, damit Du die Tür im Rücken sehen kannst. Damit schafft man eine psychologische Entlastung, aber aus lebensenergetischer Sicht bleibt dieser Platz geringer geeignet, da das Chi durch die Türe in den Raum fließt und aus den Fenstern nach draußen.

Wo viel Verglasung ist, kann mit schweren Vorhängen und vorgestellten Raumteilern für Sichtschutz gesorgt werden. Ganz wichtig ist ohnehin Sichtschutz von Außen, denn es hat wenig mit Privatsphäre zu tun, wenn man im Privatleben von Unbekannten beobachtet wird.

 

 

Wohnraum

© 1998 Joy Verlag – Graphik: Michael Posen

Beispiel für einen Sitzplatz mit ausgestaltetem Lehnstuhlprinzip. Die Lampe aus Metall stellt einen Bezug zum spirituellen Element des Tigers, die Pflanze zum Element des Drachen her.

 

Versuch macht klug… Ich habe einige Beispiele in Petto, wo eine schlichte Drehung des Schreibtisches für den entscheidenden Schub in Richtung beruflichen Erfolg geführt, und eine gemütliche Gestaltung des Schlafzimmers das Liebesleben in Schwung gebracht hat. Viel Spaß beim experimentieren!

 

 

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Veränderung nein danke?!?

 

Patrick Süßkind beschreibt in seinem Roman „Die Taube“ die Not eines Mannes mit einer winzigen Veränderung seines privaten Lebensraums. Eines schönen Tages hat sich eine Taube auf dem Gang vor seinem Appartement verirrt und einige Marken ihrer Verdauungsaktivität dort hinterlassen. Der Mann gerät darüber so sehr in Verunsicherung, dass er infolge solcherart Provokation Dinge tut, die er niemals vorher getan hat. Er redet mehrere Sätze am Stück mit seiner Hausherrin, mit Inhalten, die weit über das übliche „Guten Tag“ hinausgehen. Er meldet sich krank, er zieht in ein Hotelzimmer, er denkt nach über seine Kindheit, seinen Vater, seine Adoptiveltern, seine Armeezeit …. Dinge die er sonst niemals zu tun pflegt.

Aus Sicht der vedischen Chakrenlehre zeigt dieser Mensch mit seiner Überforderung intensivste Anzeichen eines chronisch überlasteten bzw. schlecht entwickelten Solar Plexus – Chakras. Die Abgrenzung funktioniert nicht, der Mann kann sein Ich nicht behaupten und reagiert deshalb extrem empfindlich auf Veränderungen in seiner Privatsphäre.

Ähnliche Probleme finden sich häufig bei sensiblen Menschen und Neurodermitikern. Die geschädigten Organe Haut, Lunge und Darm sind „Kontakt-Organe“ mit der Umwelt. Sie reagieren mit Trockenheit, Juckreiz, sonstige Gereiztheit und Entzündung auf Umgebungseinflüsse. Auf der psychischen Ebene entsprechen emotionale Empfindlichkeiten dieser Thematik, und auch der Wunsch, dass alles so bleiben soll wie es ist. Wenn es schlimm wird mit der Haut, wenn sie entzündet ist, spannt, juckt und vor allem wenn Stellen offen sind und nässen, werden selbst leichte Temperaturveränderungen zum Stress und Schmerzfaktor. Dann schwindet schnell auch der letzte Rest Lust auf die Außenwelt, die Salbe wird zum Schutzpanzer oder, wie ich es bei einigen Neurodermitikern beobachtet habe, der Körper legt sich ein schützendes Fettpölsterchen zu. Das Thema Schutz wird groß und wichtig. Weil die natürliche Immunabwehr sehr geschwächt ist, ebenso das Ich, die Abgrenzung, die Selbstbehauptung.

Rückzug vor dem Leben ist natürlich auf Dauer keine Lösung, und sich auf das Leben einzulassen bedeutet, sich auf Veränderung einlassen, denn Leben bedeutet Veränderung und Entwicklung, während Bewegungslosigkeit und Starrheit Tot bedeutet. Leben ist Entwicklung und Prozess und das ist gut so, denn sonst würde ich mit den Neurodermitis-Symptomen die ich in all den Jahren erlitten habe, alle Hoffnung und Lebensfreude fahren lassen. Mir ist auch noch kein Mensch begegnet, der nicht irgendwie gelitten hat, oder Träume, Wünsche, Ziele besitzt, die ihn zu Veränderung veranlassen würden, wenn er sich die Heilung oder den Erfolg gestatten würde.

Stell Dir vor, das Leben sei ein Fluss, der dem Mutterschoß – der Erde – entspringt, durch Landschaften – Erfahrungsräume – fließt, sich immer wieder mit anderen Wesen vereinigt. Sein Weg verläuft nicht gerade, denn kein Bach oder Fluß fließt gerade. Er mäandert durch das Land, und deshalb sieht das Wesen, das in ihm schwimmt nicht, was es hinter der nächsten Biegung erwartet. Es gibt Wirbel, Steine und Wasserfälle im Flussbett, und selbstverständlich kann sich das Wesen an einen Stein klammern oder einen Baum am Ufer, oder an ein anderes Wesen. All das Klammern hat Konsequenzen, manchmal gute und manchmal schlechte. Es besteht die Möglichkeit auf viele Erfahrungen, ständig die gleichen oder immer wieder andere, das Schwimmen im Fluss des Lebens kann trainiert werden. Ob das Wesen schwimmt oder festhält – am Ende seines Lebens wird es loslassen, wenn es sich nicht künstlich gebunden hat, eine Art unnatürliche Anhaftung die ebenfalls möglich ist. Schließlich mündet der Fluss in den großen Ozean, in dem sich all die Wesen ganz nahe kommen, mit spielerischer Leichtigkeit Eins werden, und die Träume, Erfahrungen, Beweggründe und Fähigkeiten sich vermischen zu einem großen Ganzen in dem die Zeit keine Rolle mehr spielt.

Ich unterstelle einem Großteil der sensiblen Menschen eine erhöhte Anpassungsfähigkeit, die sich aus dem Einfühlungsvermögen in die Gefühle und den Willen anderer Wesen ergibt. Wenn ein solcher Mensch intensiven Kontakt hat zu unbeweglicheren Menschen, lässt er sich tendenziell von diesen bestimmen. Langfristig geht er dann mit seinen Bedürfnissen unter und verliert den Kontakt zu sich selbst, weil er sich viel zu sehr anpasst. Wenn nun ein solches Kind sich derartig an die Eltern und ihr soziales Feld anpasst, und diese sind sich als Paar in vielen Punkten nicht einig, oder sind nur noch aus lebenspraktischen Gründen statt aus Liebe zusammen, gerät es in ein Konfliktfeld. Es kann in vielen Situationen nur einem Elternteil gerecht werden, und trägt deshalb viele unlösbare Spannungen in sich, muss sich ständig für den einen und gegen den anderen Elternteil entscheiden.

Von vielen Neurodermitikern weiß ich, dass die Symptome besser wurden, als sie selbständiger wurden und aus dem Elternhaus auszogen. Als Kind fühlten sie sich für die Ehe ihrer Eltern verantwortlich, vielleicht wegen dieser Spannungen und dem „nichts richtig machen können“. In dem provokativen Bestseller “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche wird dieses Gefühl der Verantwortung für die Ehe der Eltern ausgiebig und unterhaltsam beschrieben, wenn man Beschreibungen hygienischer Details mag.

Ich habe von Elternbeziehungen erfahren, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg immer die selben Konflikte mit sich herumschleppten und einfach nichts dagegen getan haben. Ein einfühlsames Kind muss wütend und traurig sein darüber, die Spannungen sind einfach unerträglich. Und wenn es das nicht zeigen darf, weil sich die Eltern nicht mit den Gründen der Trauer und Wut des Kindes auseinandersetzen wollen, muss das Kind eben eine Neurodermitis und Allergien entwickeln, oder psychische Symptome wie Ängste, Depressionen, Autoaggressionen und ADHS. Irgendwie bricht das Leben eben immer durch, lässt die Seele über den Körper kommunizieren, wenn Worte und Stimmungen nicht ausreichen.

Obwohl Sensible (und das sind Neurodermitiker m.E. in aller Regel) anpassungsfähig sind, brauchen sie doch eine relativ spezialisierte Umgebung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Z.B. Schutz gegen Elektrosmog und ständig wechselnde Einflüsse (z.B. Menschen, Lärm, optische Reize in der Stadt), gesunde Nahrung, hochwertiges Trinkwasser, geomantisch hochwertige Örtlichkeiten und eben möglichst konflikt-kompetente Bezugspersonen. Durch diese erhöhten Anforderungen an die Umgebung werden sie vergleichsweise unflexibel und das führt zu erschwerten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und im sozialen Leben. Je größer der Druck aus der Umgebung wird, desto größer wird die Überlastung des oben genannten 3. Chakras (Solar Plexus Chakra). Diese Reizüberflutung führt u.a. zu starker Neigung zu Ängsten, zu Schuld- und Ohnmachtsgefühlen, übererregte Nerven, Schlafstörungen, Verlust der Körperwahrnehmung und traumatisierte Bewusstseinszustände.

Die durch das Umfeld angetriggerten Konflikte verstärken sich dadurch, und die Person fällt wie der Protagonist in Die Taube in einen Zustand großer Ängste vor Veränderung.

 

Was bewirkt Angst vor Veränderung?

Jede Interaktion mit anderen Wesen beinhaltet die Möglichkeit der Veränderung. Wenn ich mit einem Menschen in Kontakt kommen will, der über die bloße Sachebene hinausgeht, muss ich mich für ihn öffnen, also bereit sein, mich von ihm verändern zu lassen. Die Angst vor Veränderung führt zu Verschlossenheit, Vereinsamung und im schlimmsten Fall zu autismusartigen Störungen.

Wenn Mensch sich vor der Umwelt verschließe, wird sein Weltbild irreal, und durch dieses Leben aus der Vorstellung, anstelle der der hier und jetzt sinnlich erfahrenen Realität, wird der Kontakt zu anderen Menschen noch schwieriger. Denken und Handeln aus der Vorstellung führt zu Dogmatismus und Machtkämpfen.

Probleme entstehen in jedem Menschen selbst. Das gilt auch für umwelt-sensible Menschen. Bei ihnen kommen die Auslöser von Symptomen und Problemen zwar aus dem Umfeld, aber sie sind selbst für ihre Abgrenzung vor bzw. konstruktiven Umgang mit diesen Auslösern verantwortlich. Probleme können nur gelöst werden, indem Dinge anders gemacht werden als früher, also nur durch Veränderung.

Menschen ziehen oft das Leiden dem Glück und der Gesundheit vor, weil es ein bekannter Zustand ist.

In unserer Zeit, in vielen Kulturen, und besonders in Deutschland haben wir eine besondere „Leid-Kultur“ entwickelt, in der Leid zu einer Tugend stilisiert wird, genauso wie Mangel, Unselbständigkeit und sexuelle Enthaltsamkeit. Wer gerne arm und unterwürfig als „alte Jungfer“ leben will, sollte seine Angst vor Veränderung mit einem dazu passenden Weltbild pflegen, das gerne mit steil erhobenem moralischen Zeigefinger gepredigt wird. Besondere Spannung erhält dieser Bedürfnis-Konflikt aus der Tatsache, dass unser öffentliches Leben, Werbung, Medien, Kultur, prall gefüllt ist mit Wünschen nach Reichtum, Freiheit und Sex. Deshalb lebt ein großer Teil der Deutschen „oversexed and underfucked“. Sie denken ständig an Sex und praktizieren es in wesentlich geringerem Umfang und weniger abwechslungsreich, weniger tief und weniger phantasievoll als sie davon träumen.

Ähnlich bedürftig verhält es sich mit der Qualität der Nahrung, was dazu führt, dass etliche Deutsche in einer der weltweit reichsten Gesellschaften ausgerechnet Unterernährung aufgrund Vitalstoff- und Wassermangel als Krankheits- und Todesursachen produzieren.

Das Leben hält jedoch für jeden Menschen Möglichkeiten der Erlösung und Erfüllung bereit. Diese Geschenke kommen vermehrt, wenn wir im Fluss des Lebens schwimmen und die Gelegenheiten ergreifen die sich bieten. Ganz besonders wenn wir dabei flexibel sind, also nichts bestimmtes erwarten. Eine solche Haltung lässt sich bestens mit Zielen vereinbaren, die wir uns sinnvoller Weise so setzen, dass sie auch etwas anders werden können oder zu einem anderen Zeitpunkt, als wir es uns vorstellen.

 

Hausapotheke für Veränderungs-Symptome

Zum Schluss möchte ich auf ein paar Mittel hinweisen, die nach meiner Erfahrung helfen bei der Überwindung von Blockaden aller Art gegen sinnvolle Veränderungen. Bei starken Ängsten würde ich professionelle Hilfe durch Psychotherapie, NLP und Hypnose, Homöopathie und Lebensberatung in Kombination mit Energiearbeit und schamanische Sitzungen nutzen. Denn da gibt es tolle Möglichkeiten, die teilweise sehr schnell und sicher zur Besserung führen.

 

Bachblüten

Walnut – stabilisiert, fördert Mut, Veränderungsbereitschaft, Ich-Stärke, Organisationsfähigkeit und sachliches Denken.

Rescue Remedies – Notfalltropfen, bei Stress und Schockzuständen, in die Mitte kommen

Mimilus – bei bestimmten, konkret benennbaren Ängsten (dazu zählt auch Angst vor unsichtbaren Dingen wie z.B. Geistern)

Aspen – bei unbestimmten, nicht konkret benennbaren Ängsten

Pine – heilt Schuldgefühle, die immer dann auftreten, wenn Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse übernommen wird (ggf. anstelle der Rücksicht auf die Bedürfnisse Anderer)

 

Heilsteine

Lepidolith – heilt Traumata und hilft so, optimistisch in die Zukunft zu blicken und das Leben auf die Reihe bekommen.

Aragonit – beruhigt die Nerven. Führt bei langfristiger Einnahme als Essenz zu dauerhafter Weiterentwicklung des 3. Chakras, im Sinne von Ich-Stärke, Organisationstalente, konstruktive Machtanwendung und klares sachbezogenes Denken.

Citrin – Optimismus, gute Laune, klares praktisches Denken

Rauchquarz – baut akuten Stress ab

Schwarzer Turmalin (Schörl) – Erdung …. an den vorderen Teil der Füße halten (Zehen bis Ballen). Absolut wichtig für regelmäßigen Gebrauch!

Bergkristall – Klarheit und Stabilität, Vision, Hellsicht. Der Universalstein für praktisch alle Anwendungen, auch in Kombination mit anderen Heilsteinen.

Amethyst – Auflösung von Anhaftungen, zeigt den Sinn des Lebens, regt die Phantasie an, Heilstein bei Neurodermitis, Verarbeitung von Traumata im Traum (einige Zeit unter das Kopfkissen legen, nach wenigen Nächten verstärkte Traumaktivität – oft bewusst, wenn diese nachlässt Kristall wieder zurücknehmen).

Peridot – heilt Schuldgefühle

 

Hara-Meditation

Führt zu emotionaler Stabilität, Zentrierung, Zielgerichtetheit und Durchsetzungsvermögen. Entlastet das 3. Chakra. Hilft, bei sich zu bleiben, auch wenn viel Trubel ist in der Umgebung. Hara-Atmung regelmäßig praktizieren.

 

Muster-Unterbrechung

Wenn Du raus willst aus der allgemeinen Unwilligkeit zur Veränderung, beginne damit, eine beliebige Sache in deinen Gewohnheiten zu ändern. Einfach so – idealer Weise zum Spaß!

Wenn Du ein Problem loswerden willst, verändere irgend etwas in dem Kontext in dem es auftritt – ganz egal was. Fahre fort mit einfachen Veränderungen, ohne zu erwarten dass das Problem sich erledigt hat. So lange, bis es sich erledigt hat.

 

Bewegung

Ein weiterer Schamanentrick, um Veränderung herbeizuführen, ist spazieren gehen, schwimmen, eben körperliche Bewegung aller Art. So viel Bewegung wie möglich, am besten in der Natur, und ohne den Körper auszupowern – eben aerobe Bewegung, die den Sauerstoffgehalt im Körper vermehrt. Im Idealfall zu Zeiten, wo man es sonst nicht tut (s.o. Musterunterbrechung).

 

Der magische Tresor

Entlastet die Psyche. Weitere Entspannungstechniken wie autogenes Training, kreatives Visualisieren, Meditation, Reiki, schamanische Reisen, Trancen und vieles mehr sind selbstverständlich ebenfalls bestens geeignet zur Stabilisierung.

Überhaupt hat ist jede Entspannungstechnik, die jemand selbst erlernt hat, eine konstruktive Sache, weil er dadurch selbst für sich sorgen, und seine Psyche selbst regulieren kann. Jeder Mensch ist für sein Wohlbefinden und seine Gefühle selbst verantwortlich, und diese Selbstliebe kann auf dem Weg des Lernens – was auch Lebendigkeit bedeutet – immer weiter ausgebaut werden.

Guten Mut und viele tolle neue Erfahrungen!

Jede Menge Heilung – Evolution meiner Gesundung Teil 15

Mein neues Leben als Existenzgründer eröffnete mir viel Freiraum für meine Persönlichkeitsentwicklung. Ich hatte Zeit und war die ersten 9 Monate durch den Gründerzuschuss abgesichert. Dadurch konnte ich mich – neben dem Aufbau meines Einzelunternehmens – wieder mehr meinem Liebesleben widmen. Nachdem ich mich die vergangenen 2 Jahre vorwiegend im Bereich Selbstbehauptung, Erfolg und Karriere weiterentwickelt hatte, war mir der Schwenk auf den Fokus Gemeinschaft, Partnerschaft und Sexualität,  willkommen. Zu der Zeit bot Walter Lübeck eine Reihe von schamanischen Trance-Seminaren an. Wir Teilnehmer wurden in mehreren Durchgängen in schamanische Trancezustände geführt und setzten dabei mehrmonatige ganzheitliche Heilungsprozesse in sehr tiefen Schichten der Persönlichkeit in Gang.

Ich belegte in dieser Reihe noch vor meiner offiziellen Existenzgründung das Seminar „Entgiftung der Sexualität“ und einige Monate später „Entgiftung des Herzens“. Der Heilungsprozess des ersten Themas Sexualität verlief angenehm und ruhig. Bei der Herzheilung ging dann schlicht die Post ab bei mir. Es kamen viele alte Verletzungen hoch, und ich setzte mich intensiv mit meinen vergangenen Erfahrungen von Gewalt und Respektlosigkeit auseinander. Ich erfuhr zum ersten Mal in meinem Leben intensive Angstgefühle vor Berührung, Klammern an eine Partnerin und Eifersucht. Hatte ich vorher nie gespürt, und ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt vom Kopf her längst weit weg entwickelt von besitzergreifender Liebe.

Die erste Zeit meiner Selbständigkeit verbrachte ich in einer, von meiner Seite viel zu früh als verbindlich verstandenen, Beziehung. Durch diese Frau wurden die genannten Themen so stark angetriggert, dass ich mehrmals in nie erfahrenen Gefühlsstürmen versackte. In der Loslösungsphase hatte ich dann auch akut extremen Liebeskummer. So fertig war ich bislang noch nie gewesen wegen einer Liebhaberin. Kurz und gut – diese Phase war wichtig und wohl unvermeidlich. Denn in ihr bildete sich mit der Zeit echtes Vertrauen in andere Menschen, in mich selbst und in meinen Weg. Ich hatte bestimmten Ängsten ins Auge gesehen und wurde in die Lage versetzt, Zuwendung besser anzunehmen als jemals zuvor. Für meine Stärke half mir dann auch das Kung Fu Training, das ich im Anschluss an diese „Heilungsbeziehung“ begann.

Die Verletzungen heilten schnell ab. Es war eigentlich ein typischer Heilungsverlauf durch schamanische Intervention. Sehr intensive und neue Erfahrungen, inklusive teilweises Abtauchen in jugendliche und kindliche Bewusstseinszustände, mit all den Ängsten, traumatischen Erinnerungen und Unsicherheiten. Schließlich das Verstehen, Wechsel der Verhaltensmuster, die Vergebung und Annahme der Vergangenheit. Wenige Monate später kam ich mit einer Frau zusammen, mit der ich ganz vorsichtig eine Beziehung einging, im Sinne meiner gereiften Partnerschaftsvorstellung, die dann auch Bestand hatte.

Weitere „Baustellen“ meiner Selbständigkeit bezogen sich weiterhin auf meine Selbstbehauptung und die Auseinandersetzung mit juristischem Recht. Z.B. zog ich zum ersten Mal in meinem Leben als Kläger vor Gericht. Die Arbeitsagentur hatte meinen Gründerzuschuss nicht verlängert, und diese Verlängerung klagte ich ein, und erwirkte schließlich einen Vergleich. Es gab auch einige Erfahrungen mit Klienten, bei denen ich Rechtsanwälte einschaltete. Mit der Zeit gelang es mir besser und besser, solche Vorkommnisse nicht persönlich zu nehmen, und mit objektiver Klarheit anzugehen.

Die Lehre von Yin und Yang zeigt mir in solchen Fällen, wie Yang-Faktoren wie Macht, Verträge, Durchsetzung und Recht in einem Zusammenhang stehen mit Yin-Faktoren wie Menschlichkeit, Vertrauen, Gemeinschaftssinn, Liebe, Spaß und Lust, gemeinsame Werte und Visionen. Immer wenn die Yin-Faktoren fehlen in Beziehungen, egal ob privat oder geschäftlich, wird es kühl, kommen Ängste hoch und besteht die Gefahr von Trennung und Streit. Solche Situationen sind nicht auszuschließen, und gerade meine Fähigkeit, dabei Klarheit, Integrität und Stärke zu zeigen, verschafft mir auf der anderen Seite meinen Zugang zu Wohlgefühl und Zärtlichkeit für mich und die Menschen die ich brauche und liebe, und die mich brauchen und lieben.

Wenn die Welt ruft …

Ich habe durch die Selbständigkeit eine schöne Erfahrung gemacht. Dass manche Entwicklungen zu großartig waren um sie von mir aus in die Gänge zu bringen, und stattdessen einer “Beförderung” von außen bedürfen. 2010 war ich inhaltlich mit der Vorbereitung und Durchführung der 16-tägigen Feng Shui- Ausbildung für die Paracelsus Schulen eingespannt. Das war meine „Feuertaufe“ als spiritueller Lehrer, weil das ganze Konzept von mir kam. Das muss irgendwie abgestrahlt sein, denn eine sehr entschlossene Dame in den 50ern war so begeistert von mienen schamanischen Fähigkeiten, dass sie eine Ausbildung bei mir machen wollte. Nun hatte ich bislang noch keine Ausbildung im Angebot, sondern nur Einzelseminare. Nun war die 2-3 Jahre dauernde schamanische Ausbildung eigentlich schon länger mein Traum gewesen, doch konnte ich mir aus diversen Gründen (oder doch eher Vorwänden) nicht vorstellen, das jetzt schon anzubieten. Kurz und gut, die Dame blieb hartnäckig! Ich wollte mir den Leckerbissen nicht entgehen lassen, und so gründete ich zum 1.1.2011 mein eigenes Ausbildungsinstitut!

Ich kann nur sagen – ich bin überglücklich, diesen Schritt unternommen zu haben! Denn in diesem Feld, der Ausbildung von professionellen schamanischen Heilern und medialen Lebensberatern, kann ich endlich so tief und nachhaltig arbeiten wie es mir Freude macht. Und weil die Ausbildung Inhalte besitzt die ich selber nicht lehren kann, ist es eine wunderbare Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen spirituellen Lehrern. Jetzt, nach über 2 Jahren, ist die besagte Dame fast fertig mit der Ausbildung und ich habe mehrere weitere Schülerinnen, die mir regelmäßig spiegeln, dass diese Aufgabe zu mir gehört.

Ein weiterer Ruf von außen führte zu diesem Blog. Vor seiner Entstehung stand die Tatsache, dass sich meine Neurodermitis in diesen Jahren ab 2010 schleichend verschlechtert hatte. Im Winter 2011-12 ging es mir richtig schlecht. Meine Fußgelenke waren so sehr geschwollen, dass jeder Fußweg nach wenigen Minuten Schmerzen verursachte. Nachdem meine Anfrage wegen Kostenübernahme für eine Klimaheilbehandlung am Toten Meer negativ beantwortet worden war, brach ich meine Kortison-Enthaltsamkeit und ließ mich in die Hautklinik auf Norderney einweisen. Den dort erwirkten Kurzzeit-Vorteil nutzte ich aus, um meine Fitness und Immunsystem zum ersten Mal in meinem Leben durch regelmäßiges Training aufzubauen. Ich gönnte mir von da an täglich Laufen, Schwimmen und Qi Gong. Rund 1 Monat später, nämlich genau am 20. April 2012, setzte ich einen Meilenstein in meinem Leben. Nach 30 Jahren hörte ich mit dem Rauchen auf!

Die Neurodermitis kam zwar erwartungsgemäß schnell wieder, doch die neue Lebensqualität als sporttreibender Nichtraucher behielt ich bei bis heute. Die nächste Aktion war der Aufenthalt in der Klinik Neukirchen, Haus Rötz. Diese Therapie lief kortisonfrei, und ich kam halb abgeheilt zurück. Nach 2 Wochen hatte ich den nächsten Schub, sehr heftig, der ganze Oberkörper war komplett rot entzündet. Nun war ich soweit, wirklich alles zu geben um die Neurodermitis zu heilen. Deshalb war ich empfänglich für den Vorschlag meines befreundeten Kollegen, den Blog als Selbstheilungs-Prozess zu starten. Ich kann bereits jetzt, nach ca. 3 Monaten eine Menge positiver Einflüsse auf meine Gesundung feststellen. Die derzeit wichtigste Auswirkung des Blogs ist, dass sich die Neurodermitis in meiner Wahrnehmung von einem Problem in einen Erfahrungsschatz verwandelt hat. Und das spornt mich um vieles mehr an, sie endlich zu heilen, weil ich mir ein freudestrahlendes Happy End dieses Selbstheilungswegs gönne!

Doch das ist eine andere Geschichte, die ich irgendwann in Zukunft erzählen werde, vielleicht wird es wahr, entweder so oder noch viel besser.

Von der Depression zur Handlungsfähigkeit

Wie gut der Schnee tut, der heute selbst im warm-regnerischen Münster reichlich auf den Straßen zum liegen gekommen ist. Endlich kommt Licht in die Welt!!! Die letzten Wochen waren hier vor allem sehr wolkenverhangen und düster. Ein wahres Fest für Freunde der Melancholie. Aber nicht für mich. Ich weiß wie sich Depressionen anfühlen, hab sie lang genug chronisch erlebt, nämlich gar nicht so gut, und fehlende Sonne kann selbst hartgesottenen Optimisten aufs Gemüt schlagen!

Anstelle meiner Depressionen ist nun das häufige Verspüren von Wut getreten. Mit der Wut kam die verbesserte Wahrnehmung meines Körpers und der Primärbedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit, Wärme, Körperkontakt, menschliche Nähe etc. Es hat lange gedauert, und der Prozess ist auch noch nicht abgeschlossen, sie zu meinem guten Verbündeten zu machen, die Ursache der Wut zu ergründen, die häufig spontan ohne für mich wahrnehmbaren Auslöser hochkommt. Z.B. nach dem Essen, wenn das Gefühl der Sättigung eintritt und Zeit ist zum Entspannen. Seit ich mir verstärkt gestatte, mich vor Außeneinflüssen abzugrenzen, auch mit Hilfe spezieller Übungen, lässt das spontane Auftreten der Wut nach. Also ist ein Teil der Wut aggressive Energie, um mich kraftvoller abzugrenzen. Schön das zu merken, und schön mir dabei bewusst zu werden, dass ich meinen Raum um mich haben darf. Also um Selbstbestimmung und Selbstbehauptung geht es. Und das hat ja den unmittelbaren Zusammenhang mit der Neuro. Denn sie schädigt meine Fähigkeit mich körperlich zu behaupten ganz vehement.

Depressionen sind energetisch das Gegenteil von Wut. Sie sind zusammenziehend, nach innen gerichtet. In den Jahren der Depression war ich sehr introvertiert, habe mich versteckt, mich ganz schlecht gespürt und mir so gut wie keine Spontanität erlaubt. Ich bin Problemen aus dem Weg gegangen statt sie zu lösen und habe meine Aufgaben auf die lange Bank geschoben und brauchte Druck um sie zu erledigen. Das erzeugte eine Menge Stress, den ich aber nicht körperlich ausagierte, sondern in mich hineinfraß. Dieses viel zu passive und selbstzerstörerische Verhalten saß ziemlich tief. Es war ein erlerntes Verhalten, weil in meinem früheren sozialen System die Äußerung von Wut und Aggression nicht erwünscht war. Trauer durfte sein, aber nicht Wut!

Die Änderung der grundlegenden Befindlichkeit kam, als mein Arbeitgeber mir mit Kündigung drohte, weil ich wiederholte Male zu spät zur Arbeit gekommen war. Es ging hier um einen Job im Callcenter, der weit unter meiner Qualifikation lag – ich bin Diplomingenieur Architektur – und mir zu dem Zeitpunkt keine Weiterentwicklung mehr bieten konnte, die mir attraktiv erschien. Das Gute an dem Job war gewesen, dass ich meine kommunikativen Fähigkeiten trainieren konnte und eine relativ flexible Zeiteinteilung hatte. Das ermöglichte mir die Teilnahme an der schamanischen Ausbildung ab 2004, mit 3 Teilausbildungen und ca. 12-15 Wochenendseminaren pro Jahr bis 2008. Nun aber, Ende 2009, hatte ich bereits Seminarerfahrung, mehrere Jahre Praxiserfahrung mit Lebensberatung und schamanischer Energiearbeit, und war soweit, eine Menge gelernten Wissens und Fähigkeiten richtig professionell und hauptberuflich ins Leben umzusetzen.

Gefühlsmäßig war es ein Kraftakt, von der depressiven Grundstimmung in die Selbstbehauptung zu gehen. Die Situation erforderte es jedoch, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit juristischen Begebenheiten auseinandersetzte und für mich kämpfte. So erreichte ich letztlich eine Trennung auf Augenhöhe, mit Auflösungsvertrag, statt der Kündigung wegen wiederholter Abmahnungen. Und dann kam ab 2010 die Existenzgründung, die mir immer wieder Situationen beschert wo ich kämpfen muss für mein Recht. Das hat in den 3 Jahren dazu geführt dass ich sehr viel gelassener geworden bin, und nicht mehr so schnell Angst bekomme. Die Wut ist also in gewissem Sinn mein Freund, weil sie mir hilft mich weiter zu entwickeln, und mein Leben so zu gestalten wie ich es mir erträume.

Aus der Depression heraus- und in eine sinnvolle und konstruktive Nutzung meiner Wutenergie hineinzukommen hat mir u.a. geholfen:

  • Ein guter älterer Freund, der mich lehrte, dass ich viel mehr Rechte habe, als ich mir in der depressiven Zeit selbst zugestand. Und der mir beibrachte, wie ich in einer Gruppe wie dem Arbeitsplatz nicht untergehe, indem ich immer wieder auf mich aufmerksam mache, und zwar so, dass dabei z.B. durch das Zeigen bislang unbekannter Seiten Respekt entsteht.
  • Die Erkenntnis dass Wut etwas Gutes ist, das zu Wachstum führt. Wut ist eine expansive Energie, also nach Außen gerichtet. Sie ist die Energie, die z.B. eine Pflanze benötigt, um aus der Erde an das Tageslicht zu wachsen. Die immer gebraucht wird, wenn es um das Erreichen neuer Ziele geht. Deshalb habe ich ein Lob verdient wenn ich wütend werde, und habe den Satz verinnerlicht „Ich bin gut in meiner Wut.“
  • Körperliche Abreaktion … in meinem Körper ist jede Menge alter Wut gespeichert, die ich früher nicht ausgedrückt habe. Dadurch wird sehr viel Energie frei, wenn die Wut angetriggert wird, die sich  sinnvollerweise körperlich abreagieren lässt, u.a. durch

Kissen schlagen; Fauchen, Zischen, Knurren, Schreien etc.;

Gleichzeitig auf der Stelle tribbeln und auf ein Stück Stoff o.ä. schlagen, das auf Brusthöhe aufgehängt ist;

Joggen, aber nicht übertreiben. Nicht an die Leistungsgrenze gehen. Dem Körper muss dabei Sauerstoff zugeführt werden unter dem Strich, und nicht entzogen, wie es bei Leistungssport der Fall ist. Ein ermüdeter Körper wird weniger gespürt. Daher denken viele Leute irrtümlich, sie würden Stress (unausgedrückte Aggression) dadurch abbauen, indem sie sich auspowern. Das Gegenteil ist der Fall: sie spüren sich nicht mehr und verdrängen wiederum die Gefühle in den Körper hinein.

  • Ich habe mir immer wieder klar gemacht, dass ich zu allen Zeiten mein Bestes gegeben habe! Das unterstelle ich auch jedem anderen Menschen. Diese Grundeinstellung hat mir in der produktiven Zeit nach langer depressionsbedingter Stagnation geholfen. Da gibt es zu Beginn des „Aufwachens“ die Phase noch größerer Niedergeschlagenheit, in der ich erkenne, wieviel ich versäumt und nun zu schaffen habe, um die Dinge wieder richtig in Fluss zu bringen. Hier ist dann Durchhalten und ein gutes Rückrat wichtig, und dabei hilft das beschriebene Wohlwollen.
  • Alle Regeln und Glaubenssätze, die mich in irgendeiner Weise drücken, mich hindern meine Gefühle zu zeigen oder mir einreden dass meine Wut, mein Zorn oder gar Hass nicht OK sind, schaden mir letztendlich. Und deshalb muss ich sie nicht akzeptieren. Das heißt, ich bevorzuge ein soziales Umfeld, in dem ein konstruktiver Umgang mit diesen expansiven Emotionen gepflegt wird, und wende mich ab von Menschen und Institutionen, die von mir verlangen, stets mit einer „Keep Smiling – Maske“ durchs Leben zu geistern.
  • Es mir zur Angewohnheit machen, meinem Ärger Ausdruck zu verleihen. Ist Übungssache und ein tolles Feld für kreativen Selbstausdruck.
  • Mein Training der Kampfkunst. Dadurch gelange ich in die Lage, mich notfalls körperlich verteidigen zu können, wenn mich jemand angreift. Das ist sehr wichtig, denn es gibt viele Situationen im beruflichen wie privaten Leben, wo ein manchmal auch subtiles Kräftemessen stattfindet, wo es wichtig ist, stets bereit zur Verteidigung zu sein, um sein Recht und seine Integrität zu wahren. Das wird in der Regel nicht körperlich ausgetragen, aber allein das Wissen, es notfalls zu können, schafft eine Menge Selbstbewußtsein und das Gefühl von Stärke.
  • Der wichtigste Beitrag, der mich raus aus der Depression und rein in meine Kraft gebracht hat, war der Sprung ins kalte Wasser. Die Risikobereitschaft, mich in das selbständige Terrain zu begeben, und mein Wissen in die Praxis umzusetzen. Das war ein Berg Arbeit, von dem ich vorher teilweise nicht wusste wie es gehen soll. Das Leben bescherte mir hier großartige Hilfe mit Menschen, die mich unterstützten und förderten, wie ich es mir nicht zu wünschen gewagt hätte. So habe ich es geschafft, dass ich heute mehrere tolle Ausbildungen anbieten kann und mittlerweile so viel Routine in der Seminarleitung erworben habe, dass ich meinen Beruf wirklich als Berufung fühle.

Es gibt sicher noch eine Menge mehr Gesichtspunkte, die mit der Heilung von Depression einhergehen und den konstruktiven Umgang mit aggressiven Gefühlen einhergehen. Der ganze Lust-Bereich Liebe, Partnerschaft, Sex ist hier jetzt nicht zur Sprache gekommen. In diesem Zusammenhang gibt es eine Menge wunder Punkte, die mit meiner Neuro zu tun haben. Das soll ein andermal zur Sprache kommen.


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