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Gesundes Wohnen Teil 3 – Der Kuschelfaktor Deiner „Höhle“

In diesem vorerst letzten Teil meines Ausflugs in die geomantische Welt geht es um das „Lehnstuhlprinzip“ im Feng Shui. Mit ihm kannst Du Dir einen geborgenen Platz schaffen. Für Dein Haus von außen, den Garten, die Terrasse. Innen bei Sitzplätzen, Bett, Sofa, Schreibtisch etc.

Es ist auch nützlich zu wissen, dass ein schlecht geschützter Sitzplatz Deine Verhandlungsposition bei Geschäftsgesprächen schwächt, z.B. wenn Du die Tür im Rücken hast. Die Lebensenergie sinkt dann ab und Du wirst emotional labiler, neigst eher zu Überreaktionen, bist Dir Deiner selbst nicht mehr so sicher, fühlst Dich evt. angegriffen. Irgendwas ist im Rücken, das Dir keine Ruhe lässt, Dich verunsichert. Aus raumpsychologischer Sicht will jemand, der dir einen solchen Platz zuweist, Dich tendenziell über den Tisch ziehen, zumindest aber einen gewissen zusätzlichen Vorteil. Viele Schreibtische sind so angeordnet, dass Besucher mit der Türe im Rücken sitzen. In so einem Fall kannst Du auf einen anderen Platz bestehen, oder den Stuhl so drehen, dass die Tür nicht mehr im Rücken steht. Für produktive Gespräche ist ein harmonischer 120°-Winkel der Gesprächspartner zueinander ohnehin günstiger, als der konfrontierende (aber manchmal auch ergänzende) 180°-Winkel.

Je sensibler Du bist, davon geh ich aus in diesem Blog, desto stärker wirken sich diese Faktoren auf Dich aus. Das Lehnstuhlprinzip bezieht sich auf die physischen Faktoren der Umgebung, es ist also eine vergleichsweise grobe Ebene der feinstofflichen Kräfte. Deshalb wirkt sie auch für Viele deutlich körperlich und empfindungsmäßig stark.

Auch Materialien, Farben und Ausstattung üben viel Einfluss aus auf fundamentale Lebensgefühle … Urvertrauen, Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit, Lebensfreude, OK sein, Angenommen sein… wenn Du das Lehnstuhlprinzip an den wichtigsten Plätzen verwirklicht hast, solltest Du Dich um eine Ausstattung kümmern, die viel „nährende“ Wärme und Geborgenheit ausstrahlt. Mein Leitfaden ist, alle Flächen und Bauteile, die berührt werden, sollten aus tendenziell warmen und weichen Materialien bestehen. Fenster- und Türöffnungen sind Löcher in der schützenden Haut. Ggf. mit schweren Vorhängen stabilisieren. Gerade „solare Architektur“ mit viel Öffnungsanteil steht im Widerstreit zum Sicherheitsgefühl.

Neurodermitiker würden oft gerne „aus der Haut fahren“. Wenn wir diese Symbolik weiterführen, würden sie gerne die „dritte Haut“, also die Wohnung verlassen, und in einem weiteren Schritt vielleicht das ganze Umfeld, das Gebiet und das soziale Milieu. Irgendwohin wo weniger Konflikte, Belastung und Stress auftreten, und wo sie regenerieren können.

Neurodermitis und Hochsensibilität ist eine erschöpfende Angelegenheit. Das wird mir immer bewusster, je stabiler meine Haut wird. Die Immunschwäche bleibt erst mal, auch wenn wenig Entzündungen mein System zusätzlich belasten. Ich werde schnell erschöpft und bei längeren Belastungen, z.B. durch Konflikte, muss ich schnell Lösungen finden, weil sie mich merklich schwächen, regelrecht runterziehen. Dazu brauche ich Selbstbehauptungskräfte, und die kommen aus der Geborgenheit, dem Wohlbefinden und der Lebenslust.

Lehnstuhlprinzip

Das „Lehnstuhlprinzip“ beschäftigt sich also damit, wie ein vorteilhafter Bauplatz aussieht und wie ein Gebäude in die Topographie eingebunden wird. Aus diesen Kriterien wird auch abgeleitet, wie ein guter Ruheplatz oder Arbeitsplatz im Innenraum arrangiert wird. Manfred Kubny beschreibt in seinem Standardwerk “Feng Shui – Die Struktur der Welt” die starken Bezüge der Form solcher topographisch vorteilhafter Plätze mit der Form des weiblichen Schoßes. Selbstverständlich hat die geborgen-nährende, schützende, warme und weiche Qualität viel mit dem mütterlichen Prinzip zu tun. Spirituell ist dafür in erster Linie die weibliche Seite des Göttlichen zuständig, die Göttin.

Das Lehnstuhlprinzip geht auf die archaische Suche nach einem guten Platz zum lagern, wohnen, leben etc. zurück. Auf die Erfahrung der Natur, des Klimas, der Pflanzen und Tiere. In früher Zeit pflegten die Menschen eine animistische bzw. schamanische Weltanschauung. Demnach ist alles belebt, und in der Topographie wirkten Geister auf die Menschen ein. Aus diesem Hintergrund stammen die Zuordnungen zu den “5 mystischen Tieren” Schildkröte, Drache, Phönix, Tiger, und Schlange für die Mitte (das “Tai Chi”).

Der Aufbau ist ganz einfach. Nach vorne in Blickrichtung (Phönix) soll Ausblick sein, im Rücken (Schildkröte) ein massiver, möglichst hoher und fester Schutz. Links und rechts ebenfalls schützende Masse, jedoch nicht so hoch wie im Rücken. Der Eingang zum Haus oder zum Raum – für beide Fälle gilt dieses Prinzip – soll im Bereich mit freiem Ausblick liegen. Denn von dort – aus der Weite – kommt am meisten Chi, Lebensenergie ins Haus.

Links (Drache) und rechts (Tiger) eines Sitzplatzes können Möbel, Pflanzen, Stehlampen etc. stehen.

 

 

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Die Türe im Rücken wirkt wie ein Messer (die Chinesen nennen diese Art disharmonisches Chi “versteckte Pfeile”), es verunsichert stark und bindet viel Energie. Für Arbeitsplätze ist das schlecht, kann zu Unfällen beitragen. Bei kleineren Küchen mit U-Anordnung der Arbeitsfläche ist zur Abhilfe ein Spiegel sinnvoll, damit Du die Tür im Rücken sehen kannst. Damit schafft man eine psychologische Entlastung, aber aus lebensenergetischer Sicht bleibt dieser Platz geringer geeignet, da das Chi durch die Türe in den Raum fließt und aus den Fenstern nach draußen.

Wo viel Verglasung ist, kann mit schweren Vorhängen und vorgestellten Raumteilern für Sichtschutz gesorgt werden. Ganz wichtig ist ohnehin Sichtschutz von Außen, denn es hat wenig mit Privatsphäre zu tun, wenn man im Privatleben von Unbekannten beobachtet wird.

 

 

Wohnraum

© 1998 Joy Verlag – Graphik: Michael Posen

Beispiel für einen Sitzplatz mit ausgestaltetem Lehnstuhlprinzip. Die Lampe aus Metall stellt einen Bezug zum spirituellen Element des Tigers, die Pflanze zum Element des Drachen her.

 

Versuch macht klug… Ich habe einige Beispiele in Petto, wo eine schlichte Drehung des Schreibtisches für den entscheidenden Schub in Richtung beruflichen Erfolg geführt, und eine gemütliche Gestaltung des Schlafzimmers das Liebesleben in Schwung gebracht hat. Viel Spaß beim experimentieren!

 

 

Gesundes Wohnen Teil 2 – Architektur ab der Moderne

Gebäude = Maschine

Die Architektur des 20. Jahrhunderts hat versucht, den menschlichen Alltag mit ihrer Funktionalität und minimalistischer Sachlichkeit zu erleichtern. Errungenschaften wie Einbauküchen, Spülklosetts und Isolierverglasung haben eine Menge zu Hygiene und Komfort beigetragen. Der Leitsatz „Form folgt Funktion“ wurde zum herrschenden Paradigma der Architektur ab Beginn der Moderne in den 20er Jahren.

Das war ein Fortschritt, denn nun wurden die Gestaltungsideen von menschlichen Notwendigkeiten und Bedürfnissen geprägt, während die Entwurfsideen der Architekten in früheren Zeiten an abstrakten „Stilmerkmalen“ orientiert wurde. Zu Beginn der Industrialisierung herrschten für die Arbeiterschicht katastrophale Wohnbedingungen in den Städten, die Menschen wurden förmlich gestapelt auf geringstmöglichem Raum.

In den Köpfen vieler Architekten der Moderne, wie Le Corbusier, Gropius, Mies van der Rohe, Philip Johnson etc., und auch späteren Generationen, spukte für Gebäudeentwürfe vor allem das Leitbild einer Maschine, die Funktionsabläufe gewährleisten musste. Normen entstanden, z.B. über Abstandsflächen in Arbeitsräumen, daraus entstanden industrielle Standards wie das 60 cm – Modul für Küchen oder die Maßordnung im deutschen Bauwesen mit dem 12,5 cm – Modul für Mauersteine. Viele Gebrauchsgegenstände wurden nach streng funktionalen Kriterien designed.

In den 50ern kamen dann die Trabantenstadt-Ideen in Mode, und es entstanden riesige Wohnquartiere aus quaderförmigen Hochhäusern. Viele dieser Stadtteile weisen durch die gesteigerte Zugluft, aufgrund der Anordnung der riesigen Blöcke, spezielle – teilweise gesundheitsschädliche klimatische Bedingungen auf. Schlechte Bedingungen zum Leben, auch aufgrund der sozialen Folgen der Ghettobildung, die überall auf der Welt in solchen Stadtgebieten auftraten. Was jedoch zugegebenermaßen durch Bevölkerungsplanung in vielen Städten verbessert werden konnte.

 

Sick Building Syndrome – Solare Architektur

Als ich in den 90er Jahren Architektur studierte war ich natürlich beeinflusst von der Sachlichkeit der Moderne, die wie eingangs bemerkt, zu ihrer Zeit durchaus Fortschritte der Humanität in Bezug auf Wohnbedingungen mit sich brachte. Zu dieser Zeit ging es auch sehr auch um energiesparende Gebäude, und durch Verglasung an der Süd- und Westseite der Gebäude können in der Jahres-Wärmebilanz Energiegewinne erzielt werden. Also – soviel Glas wie möglich, durchlichtete Architektur die zu schweben schien, das gefiel mir. Es deckte sich mit meinen ökologischen Idealen. Ich war begeistert von technisch-ökologischen Visionen wie „energieautarken“ Häusern.

Gleichzeitig gab es das Thema der krankmachenden Gebäude, das „Sick Building Syndrome“. Vor allem die großen Verwaltungsbauten in den US-amerikanischen Wolkenkratzern waren belastet aufgrund der Klimaanlagen, die die Luft austrockneten, und erheblich schadstoffbelasteten Staub in die Lungen der Menschen wirbelten. Was zu u.a. zu Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, asthmatische Erkrankungen, chronische Bronchitis, und auch zu Krebs führte.

Wir wussten in den 90ern von den Sünden der 70er, als in deutschen Baumärkten massenhaft hochtoxische Holzschutzmittel auch für Innenräume verkauft wurden, ebenso wie Polystyrolelemente, die noch jahrelang Lösungsmittel ausdünsteten. Ebenso von Asbest-Dämmstoffen in vielen Verwaltungsbauten, hochgradig krebserregend wenn die Dämmplatten durch Ausbau und Beschädigung Staub entwickeln konnten. Genauso wie die massenhaft verbauten Asbestzement-Platten (Eternit) v.a. für Dächer von Garagen und Nebengebäuden.

Thematisiert wurden diese Baurisiken an meiner Fachhochschule nur in technischer Hinsicht. Eine ethische Schulung fehlte komplett, wie üblich im westlichen Hochschulsystem. Wir glaubten zwar, uns am Menschen zu orientieren, das wurde seit der Neuen Sachlichkeit in den 20ern groß so propagiert. Doch das Problem war und ist meines Erachtens nach wie vor: Das wissenschaftliche Menschenbild stimmt einfach nicht. Es ist ein mechanistisches Modell vom Menschen. Heute etwas entschärfter als in den 50ern, als Babys noch als empfindungslose Wesen betrachtet und behandelt wurden, aber im Prinzip hat sich nicht viel geändert.

Deshalb ist es auch heute noch möglich, dass z.B. massenhaft giftiges Polystyrol verarbeitet wird und jetzt ganz aktuell, sogenannte Energiesparlampen mit Quecksilber und nervenschädigende Elektrofeldern aufgrund der Vorschaltgeräte, verarbeitet werden. Auch noch per EU Gesetz! Es ärgert mich wirklich sehr, und ich weigere mich, quecksilberhaltige Leuchtstofflampen zu verwenden, denn wenn so eine Lampe kaputt geht, gelangt das Quecksilber in den Körper und kann dann nur mit großem Aufwand und erhablichen Nebenwirkungen aus dem Körper entgiftet werden! Für mein eh schon geschwächtes Immunsystem ist das eine Zumutung! Meine Elektrosensibilität ist immer noch ein Zweifelfaktor in der Medizin, und wurde deshalb bei einer amtsärztlichen Untersuchung, die ich kürzlich machen musste, auch nicht berücksichtigt. Weil eine entsprechende Untersuchung angeblich mit gefälschten Ergebnissen hantiert hatte. Allein – ich weiß wie meine Nerven reagieren bei Leuchtstoffröhren und den kleinen Energiesparlampen, die ebenfalls Vorschaltgeräte besitzen, die starke Felder verbreiten. Ich werde elektrisiert und das fühlt sich nicht gut an, und führt bei dauerhaftem Einfluss zu Verspannungen in den Muskeln, was bei Entspannung wiederum Juckreiz zur Folge hat.

 

Baubiologie

Es ist nicht so, dass die Belastungen durch elektrische Felder, Funk, Mikrowellen, radioaktive Strahlung, Lärm, Infraschall (Windräder!), chemische Stoffe, Schwermetalle und Pilze in Wohn- und Arbeitsräumen nicht bekannt oder untersucht wären. Ich nenne hier Wolfgang Maes, ein Pionier der Baubiologie. Er und seine Kollegen haben spezielle Messtechnik entwickelt, tausende von Messungen durchgeführt, und aufgrund dieser Erkenntnisse einen realistischen Standard von Grenzwerten entworfen. Die gesetzlichen Werte sind nämlich in vielen Bereichen ein Witz, und zwar ein fataler, für manche Menschen sogar lebensgefährlicher Witz! Da werden z.B. Hochspannungsleitungen im 10m-Abstand von Wohnhäusern geführt. Diese Menschen werden langsam aber sicher gegrillt wie in einer Mikrowelle! Ist natürlich umstritten, aber die Berichte von Maes sprechen eine klare Sprache. Elektrosmog hat fatale Wirkungen, genauso wie Mikrowelle, Schwermetalle, Pestizide, Insektizide, Lösungsmittel. Das Fluor in der Zahnpasta ist eine wunderbare Maßnahme, die Darmflora und damit das Immunsystem zu ruinieren. Und so weiter, die Liste der schädlichen Umwelteinflüsse ist lang.

Ist gesundes Wohnen und Arbeiten nun möglich? Für das Wohnen möchte ich das bejahen. Es gibt Möglichkeiten, die eigene Wohnung relativ verträglich zu gestalten, doch dafür braucht es einige Bereitschaft, die konventionellen Pfade zu verlassen, oder viel Geld zu investieren, z.B. in abgeschirmte Elektrokabel, raumklimatisch gesunde Lehmbauweise die Funkstrahlung abschirmt, hochwertige Staubsaugeranlagen, die den Staub nicht aufwirbeln u.a.

Damit ist dann eine belastungsarme Grundlage gelegt, doch für wirklich förderliche Räume sind feinstofflich-energetische Maßnahmen unabdingbar. An meiner FH hatten wir einen Rutengänger, der uns die Lage einer Wasserleitung auf einem städtischen Platz gemutet hat. Damals fand ich es exotisch, doch heute weiß ich, dass diese Fähigkeiten und das alte Wissen der Geomantie nie ganz verschwunden war. Es hält langsam wieder Einzug in das menschliche Bewusstsein und seit kurzem sogar in eine deutsche Fachhochschule. Das ist der Weg in ein menschenfreundliches Umfeld, von dem ich aus meiner Erfahrung sagen kann, dass er funktioniert. Aber dafür müssen die Menschen Abstand nehmen von der mechanistischen Auffassung und endlich lebendige Prozesse und Wesen als solche verstehen und respektieren.

 

 

 

Gesundes Wohnen für Sensible

Kleidung ist nach ihrer Funktion die zweite und das Heim die dritte Haut des Menschen. Mit ihnen regelt der Mensch erhebliche Anteile seiner Beziehung zur Umwelt. Sowohl klimatisch, als Signal des persönlichen Status und Stils, als auch psychologisch und spirituell.

 

Die Qualität der Berührung

Eine zeitlang war ich so extrem sensibel, dass ich nur noch ganz sanfte, glatte Stoffe tragen wollte. Glattes Satin und am allerbesten feinste Seide für den direkten Hautkontakt, feine Baumwolle und Leder. Wolle vertrug ich kaum auf der Haut, diese Stoffe forderten meinen Juckreiz heraus und die Reibung war unangenehm. Heute bin ich belastbarer, aber immer noch sehr „haptisch“ orientiert, also ein Genießer von allem was sich angenehm anfühlt.

Mit zunehmender Wahrnehmungsfähigkeit für subtile Energien stellte ich fest, dass vor allem Seide und Leder eine ganz hervorragende Stärkung meiner Abgrenzungsfähigkeit bewirkten. Ein Schutz der mir einige Erleichterung brachte und bringt. Die Gesamtbefindlichkeit wird dadurch verbessert, und die Wirkung von Kälte, Feuchtigkeit und Wind auf der Haut ist weniger unangenehm.

Es gibt spezielle Wäsche für Neurodermitiker und Allergiker mit eingearbeiteten Silberfasern. Diese wirken antibakteriell, antiallergisch und auch energetisch abschirmend.

 

Raumpsychologie

Gehen wir über zur nächsten Haut des Menschen, die Wohnung oder das Wohnhaus und das zugehörige Grundstück. Selbstverständlich spielt die sinnliche Erfahrung hier ebenfalls eine wichtige Rolle, es geht aber später noch weiter in außersinnliche und eben psychologische Faktoren.

„Raumpsychologie“ ist im Westen als „Geomantie“, in Indien als „Vastu“ und in China als „Feng Shui“ bekannt. Hinter diesen Begriffen verbergen sich mindestens 4000 Jahre altes, stetig weiter gewachsenes Wissen auf der Grundlage ganzheitlicher Konzepte. Ich beziehe mich vor allem auf das Modell des Feng Shui, weil dieses Wissen vergleichsweise gut aufbereitet ist für die Allgemeinheit. Und weil ich mich darin ganz gut auskenne, da ich es professionell ausübe und auch unterrichte vom Crashkurs bis zur Beraterausbildung.

Ich bin zu Feng Shui gekommen, weil es meine Berufe als Architekt und Schamane-Heiler-Lebensberater wunderbar verbindet. In meinem Studium bekam ich keine befriedigende Antwort auf die Frage, wie des Menschen Heim und der Arbeitsplatz gestaltet werden kann, damit er sich darin wohl fühlt und gefördert wird in allem was er darin tut. Die geomantischen Konzepte liefern hier faszinierende und praktikable Antworten, und sie wurden in manchen Zeiten häufig auch in der breiten Bevölkerung, und erst recht von Führungspersonen und Machthabern genutzt.

 

Gesunde Abgrenzung

Sensible und Neurodermitiker sind ständig mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Umwelt ihnen permanent „auf die Pelle rückt“. Die Lage der Wohnung, die Topographie mit Erhebungen und Gewässern, der Garten als Pufferzone, die Grundstücksgrenze, die Straßen und Nachbarbebauung, die Menschen und Tätigkeiten im Umfeld, Geschäftigkeit, Straßenverkehr, Lärm. Energiefelder wie elektrische Felder und Funkstrahlung, Mikrowellen sowie Infraschall z.B. aus Windrädern und Biogasanlagen, all diese Umweltfaktoren beeinflussen unser Wohlbefinden und beanspruchen unsere Immunabwehr und die Nerven.

Geschwächte Immunabwehr bedeutet weniger Wohlbefinden und erhöhte Anfälligkeit für gesundheitliche Belastungen. Es bedeutet Stress auf körperlicher und damit auch zwangsläufig auf auch psychologischer Ebene. So einfach ist das, und deshalb bin ich froh über jede Maßnahme, die mich unterstützt.

Der Vorteil von Feng Shui ist, dass wir durch die Veränderungen im Raum dauerhafte Unterstützung bekommen. Unsere Kleidung müssen wir wechseln, Vitamine und gesundes Wasser müssen wir regelmäßig einnehmen. Viele Feng Shui – Maßnahmen hingegen können wir über lange Zeit hinweg bestehen lassen, genauso wie die Wände des Hauses.

Im Feng Shui geht es im Wesentlichen darum, für die Bewohner (oder Mitarbeiter im beruflichen Feld) einen gesunden „Kraftplatz“ zu erschaffen, der einen körperlich und emotional fördert, und nicht runterzieht, wie es leider an vielen Orten geschieht.

Die Macht dieser Gestaltungslehren geht dabei durchaus in gesundheitliche Bereiche und kann das Lebensglück, Partnerschaften, Familie, Karriere, finanziellen Erfolg und das öffentliche Profil nachhaltig fördern.

Ein gewisser Aufwand an Zeit und Geld ist dafür aber erforderlich, genauso wie für gesunde Nahrung, Nahrungsergänzung und hochwertige oder spezialisierte Kleidung. Ich habe mir in Anbetracht dessen, dass meine ganze Freizeit und Geld in meine Heilerausbildung und gesunde Sachen geflossen sind, immer wieder vor Augen gehalten, welchen gewaltigen Gewinn mir meine Erscheinungsfreiheit und meine Glücksgefühle langfristig bringen werden. Unterm Strich rechnen sich diese Maßnahmen allemal, weil ich mir damit echte und dauerhafte Lebensqualität für jeden Tag generiere.

 

Der Fluss des Chi

Die geomantischen Lehren beschreiben die Qualität der Lebensenergie (chinesisch: Chi), die sich durch die Atmosphäre und durch die Landschaften bewegt. Sie setzt sich aus klimatischen, geologischen und kosmischen Faktoren zusammen. Chi enthält sowohl physikalisch-grobstoffliche Anteile, wie z.B. Wärme, Luft- und Wasserströmung, als auch feinstoffliche Anteile.

Einige wichtige Prinzipien im Chi-Fluss

  • Chi bewegt sich wie Wind (Feng) und Wasser (Shui). Es mäandert, bildet Wirbel und Wolken beim aufsteigen. Es breitet sich in Räumen aus und entfaltet seine Kraft am Besten in Bewegung, die nicht zu aprubt aber auch nicht zu schwerfällig ist.

  • Gerade Linien (z.B. Straßen und begradigte Flussläufe), Ecken und Kanten erzeugen stark gerichtetes Chi. Dieses wirkt disharmonisch.

  • Unbewegtes Chi oder heftig wirbelndes Chi wirkt ebenfalls disharmonisch.

 

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© Bildpixel – pixelio

Leben in Ordnung

Die Wirkungen der feinstofflichen Kräfte werden ausführlich in der Traditionellen Chinesischen Medizin untersucht, das Fundament bildet die Lehre von Yin-Yang und den 5 Elementen. Solche Lehren gibt es überall auf der Welt in ähnlicher Form. Aus den 8 Himmelsrichtungen wirken 8 verschiedene feinstoffliche Kräfte auf jeden Ort ein.

Dieser Einfluss wird in einem Ordnungssystem beschrieben das sich Ba Gua nennt, das bedeutet 8 Felder. Vom Zentrum des Gebäudes aus können die Energiequalitäten wie Tortenstücke, oder wie ein Raster mit 9 Feldern betrachtet werden, wobei der Mitte eine besondere Bedeutung zukommt. Es wird Tai Chi genannt und entspricht dem Dan Tien oder indisch Hara im Körper. In der Mitte verbinden sich Himmel, Mensch – Lebensumgebung und Erde.

 

© artellia – Fotolia.com

 

Alle Tätigkeiten, Lebensbereiche, Organe, Nährstoffe etc. können den Elementen zugeordnet werden, und jeder Mensch besitzt seine individuelle Elemente – Konstitution, und reagiert deshalb unterschiedlich auf die klimatischen Energien der Himmelsrichtungen. Feng Shui beschäftigt sich damit, Harmonie herzustellen zwischen den Bereichen des Gebäudes und den Menschen.

Aus dem Istzustand einer Wohnung kann ein Feng Shui Berater Rückschlüsse auf die Lebenssituation der Bewohner ziehen, ähnlich wie ein Astrologe mit dem Horoskop.

Oftmals beginnt Feng Shui – Gestaltung mit einer gründlichen Entrümpelung und energetischen Reinigung. Allein dafür lohnt sich oft schon eine Beratung, denn ein solcher Prozess schafft oft erhebliche Erleichterung und Seelenfrieden.

Im nächsten Schritt können gewisse Lebensbereiche neu geordnet werden, Dinge bekommen einen sinnvollen Platz, und ebenso die Erinnerungen und Gefühle, die mit den Dingen verbunden sind.

Beim höheren Feng Shui wird ein Gebäude wie ein Energie-Mandala aufgefasst, das man bewusst nutzen kann um Ziele zu erreichen, und z.B. auch Voraussetzungen für Heilung auf naturheilkundlicher Basis zu schaffen. So ist es möglich, dass homöopathische Hochpotenzen erst richtig gut anschlagen, wenn bestimmte Feng Shui – Probleme gelöst wurden.

Eine perfekte Feng Shui Situation kann es niemals geben, und deshalb fasse ich diese Methode als Prozess auf, der immer wieder neue Gestaltungen hervorbringt. So wie das Leben eben ständig im Wandel, im Prozess, und idealer Weise im Fluss verläuft. Genau diesen „Flow“, den kraftvollen aber auch von Leichtigkeit erfüllten Fluss unterstützt Feng Shui.

 

Wohlfühlen – Natürlichkeit und Geborgenheit

Diese Qualitäten sind meiner Ansicht nach das oberste Ziel der Wohnraumgestaltung. Wir westlichen Menschen haben oft den Kontakt zum Körper, seiner Sinnlichkeit und Empfindsamkeit verloren, und deswegen ist unsere gebaute Umgebung oft kalt und unnahbar. Wir setzen uns schädlichen Substanzen und Strahlungen aus und leben deshalb unter permanenten Stress. Für Sensible ist es sehr wichtig, einen Ort zu haben, an dem der Stress abgebaut und aufgetankt werden kann, und das sollte möglichst zumindest der Schlafplatz sein, denn dort findet die Regeneration statt.

Bild Landschaft 4 Tiere

© Windpferd Verlag (Gerstung / Melhase)

Das “Lehnstuhl – Prinzip” im Feng Shui

Chiron – Praktische Anwendungen

Mit Mythen wie dem von Chiron lässt sich eine ganze Menge anstellen, um positive Effekte auf die Lebensqualität zu erzielen. Einige möchte ich nun herausgreifen:

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Mit der Geschichte arbeiten

Mythen üben ähnlich wie Märchen und manche Geschichten eine besondere Wirkung auf die Seele aus. Auf die folgende Art kannst Du bewusster mit den Wirkungen solcher heilsamer Geschichten spielen. Sie hilft Dir, das für Dich Wesentliche zu erfassen.

Lies den Text über den Chiron-Mythos durch mit dem Vorsatz, seine für Dich heilsamen Impulse zu erschließen. Lies bewusst und achte auf Deine gefühlmäßigen und körperlichen Reaktionen.

An welchen Stellen fühlst Du Dich besonders bewegt?

Welche Gefühle oder Empfindungen werden angetriggert?

Werden Erinnerungen angeregt? Welche?

Wenn Du den Text einmal gelesen hast, notiere die markanten Stellen und die Antworten zu den obigen Fragen. Notieren ist wichtig, weil Du damit Dein Herz – Gefühle mit dem Verstand verbindest. Denke nach über das was Du notiert hast. Wenn Du magst, drücke nun Deine Gefühle auf kreative Art aus, mit einem Bild, einem Gedicht, singend, tanzend …

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Astrologische Anwendungen

Für Chiron’s Wirkung als astrologisches Symbol sind noch einige astronomische Tatsachen von Bedeutung:

  • Stark elliptische Bahn um die Sonne. In Sonnennähe kreuzt er nahe der Bahn von Saturn, sonnenfern befindet er sich in der Nähe der Uranusbahn. Astrologen deuten ihn somit als Vermittler zwischen Saturn und Uranus. Die erste intensive Lektion tritt ein, wenn der laufende Chiron im Quadrat (90°-Winkel) zum Radix-Chiron steht.  Je nach Geburtsjahr kann dieser Reifungsprozess mit ca. 6 Jahren bis ca. 30 Jahren erfolgen.
  • Manche Astronomen halten Chiron für einen „Besucher“, der von außen in unser Sonnensystem kam, sich nun zeitweise auf seiner Umlaufbahn um die Sonne befindet, und irgendwann vielleicht wieder geht.Wir deuten ihn als neutral, einen Außenstehenden. Chiron haftet nicht an Traditionen (Saturn) oder Vorstellungen / Ideologien (Uranus). Er akzeptiert was ist und öffnet für sinnvolle Veränderungen.

 

Saturn (Kronos) Chiron Uranus (Prometheus)

Vergangenheit

Gegenwart

Zukunft

bewahrend

öffnet für Veränderung

verändernd

Beamter, Technokrat, Lehrer, Richter Lehrer, Heiler, Philosoph, Beobachter Oppositioneller, Erfinder, Wissenschaftler, Revolutionär

konservativ

neutral

reformerisch, visionär, avantgardistisch

angepasst, „man …“

Nimmt bei notwendigen Veränderungen keine Rücksicht auf hindernde Interessen Anderer.

rebellisch, oppositionell, ideologisch, egozentrisch

Langfristige, festigende, strukturbildende Prozesse

Öffnet Türen für sanfte Veränderung, sucht geduldig nach Möglichkeiten für Verbesserungen

Plötzliche, heftige Wandlung, Katastrophe, Revolution, bahnbrechende Entdeckung

 

Soviel ergänzende Theorie… was können wir nun rausziehen, um selbst ein wenig leichter zu leben?

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Sammle Informationen über Deinen Radix-Chiron

Aus den Deutungen seiner Stellung im Tierkreiszeichen und Haus, sowie seinen Aspekten zu anderen Planeten, lassen sich bereits viele Infos entnehmen. Folge Deiner Intuition, ähnlich wie oben beschrieben, was davon Dich antriggert, und bitte auch Unangenehmes einbeziehen.

Hier kannst Du Horoskopgraphiken erstellen: www.astro.com

Deine genaue Geburtszeit kannst Du beim Standesamt Deiner Geburtsstadt erfragen.

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Literatur:

Chiron ist noch “jung” und die Literatur wächst zunehmend.  Ich kenne nur einen Teil davon, und empfehle die Bücher folgender Autoren:

Zane B. Stein, Melanie Reinhardt, Liz Greene (“Abwehr und Abgrenzung”), Lianella Livaldi Laun

Eine interessante anthropologische Abhandlung über den Mythos Chirons kannst Du hier herunterladen:    http://www.vingilot.de/myth/Chiron.pdf

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Stelle Dir vor, wie ein Teil von Dir Chiron ist

Dieser Teil ist Dein Innerer Heiler oder Dein Innerer Lehrer, bzw. beides in einer Teilpersönlichkeit. Seine Zeichenstellung sagt etwas aus über sein Haupt-Lebensthema. Seine Hausstellung gibt an, in welchem Lebensbereich er hauptsächlich wirkt.

Die Aspekte zu anderen Planeten sagen etwas über seine Beziehung zu anderen Teilpersönlichkeiten in Dir, und über Deine Beziehung zu bestimmten anderen Personen, wenn Du die Aufgaben und Bedürfnisse zu erfüllen versuchst, die Chiron an Dich stellt.

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Biographiearbeit

Zu welchen Zeiten bildete der laufende Chiron (also der Chiron, der zum jeweiligen Zeitpunkt an einem anderen Punkt im Tierkreis stand, als in Deinem Geburtshoroskop) folgende Aspekte (Winkelbeziehungen) zu Deinem Radix-Chiron? Welche Veränderungen gab es zu diesen Zeiträumen?

Sextil (60°), Quadrat (90°), Trigon (120°), Opposition (180°), Konjunktion (0°, ca. 52. Lebensjahr)

Diese Arbeit kannst Du natürlich noch weiter verfeinern. Z.B. indem Du die Transite der Langsamläufer Saturn, Uranus, Neptun und Pluto über die Radixstellung Deines Chiron untersuchst.

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Was ist das Thema Deines Chiron?

Manche Menschen wissen ziemlich gut, was ihre größte Verletzung ist, und bei welchem Thema sie am verletzlichsten reagieren. Andere wieder nicht. Um dich selbst besser zu verstehen, kannst Du Dich dieser Frage annähern, indem Du aus allen Infomationen, die Dir zu Deinem Chiron zur Verfügung stehen, die allerwichtigsten herausziehst und zu einem Bild, einer Erzählung oder Film zusammenfasst.

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Orakelarbeit:

Du kannst ein oder mehrere Orakel zusätzlich zur Astro-Analyse heranziehen. Ich nutze in meiner Praxis sehr gerne die Synergieeffekte, die aus der Kombination verschiedener Orakel entstehen. Jedes Orakel spricht eine andere Sprache und betrachtet die Welt aus einem anderen Standpunkt. Außerdem kannst Du dadurch tiefe Antworten bekommen, wenn Du Dich mit Astrologie noch nicht so ausgiebig beschäftigt hast. Stelle z.B. die Fragen:

  • Was ist das Thema meines Chiron im Zeichen … und im Haus …?
  • Was ist das Thema meiner tiefsten Verletzung?
  • Wo neige ich dazu, anderen Menschen oder der Gesellschaft die Schuld für mein Los zu geben?
  • In welchen Situationen neige ich dazu, Andere zu verletzen?
  • Bei welchem Thema lehne ich Veränderung am stärksten ab?
  • Bei welchem Thema verhalte ich mich schnell aggressiv, nachtragend oder rachsüchtig (auch gegenüber mir selbst)?
  • Wie kann ich meine Fähigkeit zum Heilen und Lehren in mein Leben integrieren?

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Körperarbeit und Schamanismus

Alles was dazu dient, uns westliche Menschen wieder zu einer stärkeren Integration von Körper und Geist zu bewegen, halte ich für heilsame Praxis im Sinne der Entwicklung des “Inneren Chiron”, also unserer Selbstheilungs- und Heilfähigkeiten. Ohne darauf im einzelnen einzugehen, gebe ich einige Stichworte mit Heiltechniken, die diesem Ziel dienen.

  • Wilhelm Reich’s Forschungen bezüglich Körperarbeit, Muskelpanzer etc.
  • Dessen Schüler Alexander Lowen und alle darauffolgenden Generationen, die “Bioenergetik” entwickelten.
  • Weitere daraus entwickelte Körperarbeit wie Esalen-Massage, Alexandertechnik etc.
  • Arbeit mit dem Unterbewusstsein inklusive Wahrnehmungstraining wie Traumarbeit, Märchentherapie, Somatic Experience, Katatymes Bilderleben, Hypnosetherapie, Neurolinguistisches Programmieren
  • Tantra, sinnliche Massage, erotische Selbsterfahrung mit spirituellem Hintergrund
  • Schamanisches Trommeln, Lomi Lomi Massage, Schamanische Reisen, Schamanische Rituale, Rückführungen, Spirituelle Clearings, Kraftplatzarbeit bzw. Feng Shui und Geomantie.

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Wichtig zu bedenken:

Da wo die größte Schwierigkeit und die größte emotionale Schwachstelle liegt, stehen meiner Meinung nach auch die ungewöhnlichsten und besten Mittel und Fähigkeiten zu ihrer Lösung zur Verfügung.

In meiner Welt steht Chiron dafür, uns zu lehren, unsere natürlichen Selbstheilungskräfte zu entfalten. Er lehrt uns also, unser natürliches Wesen zu entdecken und zu leben. Er nimmt sich das Recht, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, wenn es wirklich notwendig ist, und setzt dann Heilung und Persönlichkeitsentwicklung als oberste Priorität.

Auf diesem Weg bleibt es nicht aus, dass wir uns aus mancher Situation, und von manchem Menschen verabschieden, der nicht zu uns passt. Daraus können Zeiten resulieren, in denen wir allein sind. Gleichzeitig öffnen sich Türen und es entsteht Raum für heilsame Menschen und Beziehungen, die uns auf vielen Ebenen fördern.

Ich habe festgestellt, dass der Drang, sich selbst zu verändern und in heilende Prozesse zu gehen, recht unterschiedlich ausgeprägt ist. Extremer Veränderungsdrang kann dabei ziemlich einsam machen, und wer sich nicht verändert, neigt zu starken Anhaftungen, die das Ego und die Ängste immer stärker aufblähen. Das Glück liegt dabei nach meiner bescheidenen Meinung irgendwo in der Mitte, mit Phasen der Veränderung, die durch ruhige Phasen der Festigung abgelöst werden.

 

Sprung in die Berufung – Evolution meiner Gesundung Teil 13

Im Oktober 2009 stand ich mit einer Rolferin und einem Heilpraktiker, in deren Gemeinschaftspraxis ich Mitglied war, auf unserem Stand der Bioterra – Gesundheits- und Esoterikmesse. Im Hinterkopf hatte ich den bevorstehenden Abschied von meiner Arbeitsstelle im Callcenter. Nach 4 Jahren Kundenservice, Eskalationserfahrung und stetiges Keep Smiling am Telefon hatte ich nicht wirklich Lust noch weiter zu machen. Ich hatte in dem Job dazugelernt, hatte ohne Frage meine Kommunikationsfähigkeiten verbessert, mehr Struktur und Menschenkenntnis erhalten. Zu diesem Zeitpunkt gab es aber nichts mehr dazuzulernen.

All das war mir klar, doch auf der Messe war ich einfach nur gut gelaunt, weil ich hier der andere Andreas war, der Schamane, Heiler und spirituelle Lehrer. In 2009 hatte ich schon einer Reihe Leuten mit medialen Beratungen und Energiearbeit weitergeholfen, Seminare gegeben und Menschen in meine schamanische Tradition initiiert. Ich hatte bereits mehrere Messen gemacht und eine ganze Reihe Vorträge im kleinen Rahmen gehalten. Und es gab seit einem Jahr mein monatliches öffentliches Heilritual. Bei all dem hatte ich eine kleine Community im Rücken, nette entwicklungsfreudige Menschen, die immer wieder zu den Ritualen und manchmal einem Seminar kamen. Ich hatte einen laufenden E-Mail-Newsletter, Flyer und eine aktuelle Homepage, die damals noch ein Freund pflegte.

Ich hatte – bis heute – meinen Lehrer Walter Lübeck im Rücken, meine 3 spirituellen Ausbildungen plus einige zusätzlichen Sachen, die Rainbow Reiki – Community und die schamanische White Feather Tradition. Menschen, mit denen ich teilweise seit 8 Jahren auf dem Weg war, und die oft einen hohen Ausbildungsstand und viel Erfahrung hatten. Dazu natürlich meine spirituellen Ahnen, Geistführer und Lichtwesen die mich lehrten und führten. Die Einnahmen aus all meinen Events und Einzelsitzungen hielten sich in Grenzen, doch ich war auf dem besten Weg zur Professionalität. Was ich nicht hatte, war Startkapital, dafür aber ein gewachsenes dickes Fell in Punkto Existenzangst, die Erfahrung dass es selbst in aussichtslosen Situationen immer gereicht hat, und eine gewisse Risikobereitschaft.

Ich war also ressourcenmäßig nicht schlecht ausgestattet, als ich auf der besagten Messe einen Durchhänger im Besucherverkehr ausnutzte, und den Stand der Paracelsus Heilpraktikerschule Münster besuchte. Ich kannte bereits die Leiterin, und sah mir erst einmal die Wand mit den vielen Ausbildungsangeboten an. Paracelsus ist mit über 50 Filialen die größte HP- Schule Europas, und bekannt für die breite Palette an Schulungen, die neben der eigentlichen Vorbereitungskurse zum Heilpraktiker zur Verfügung gestellt werden.

Das spirituelle Segment war weitgehend abgedeckt, was ich jedoch nicht finden konnte, war eine Feng Shui Ausbildung. Nun hatte ich eine Feng Shui – Grundlagenausbildung, mein Architekturstudium und eine Menge Fähigkeiten für Energiearbeit in Räumen. Also fasste ich mir ein Herz und fragte die Leiterin, ob sie noch einen Feng Shui – Dozenten suchten. Zu meiner Überraschung antwortete sie sofort mit Ja! Gut sie kannte mich von den Messen, aber dass es so einfach ging schockte mich. Sie gab mir sofort einen Termin, 3 Tage später. Ich ging also hin, um mir die von einer früheren, klassisch ausgebildeten Feng Shui – Lehrerin ausgearbeitete Struktur vorlegen zu lassen. Wir vereinbarten, dass ich meine Termine mailen würde, und die Schule die Werbung und sonstige Organisation übernahm, für mich zu einem festen und nicht zu verachtenden Stundensatz. Wow… ich hatte eben eine Dozentenstelle für eine Ausbildung von 8 Wochenenden an Land gezogen. Das war eine Hausnummer, die ich erst mal verarbeiten musste!

Am Wochenende danach war ich auf einem Seminar bei meinem Lehrer. Ich hatte definitiv Angst! Denn ich war nicht so weit im klassischen Feng Shui ausgebildet wie es „der Plan“ vorsah, und gefühlt hatte ich – trotz einiger Erfahrung – plötzlich keinen Schimmer mehr von der komplexen Materie. Ich bekam einen Termin mit Walter Lübeck, und was tat er? Er machte erst einmal den Ausbildungsplan zur Schnecke, weil es nur die abstrakte Lehre enthielt, keine Beraterkompetenz, keine Lösungen bezüglich Elektrosmog und baubiologischen Probleme. Und keine spirituellen Grundlagen. Dann baute er mich auf, indem er mich dazu motivierte, mit der Leiterin ein völlig neues, zeitgemäßes und spirituelles Konzept auszuhandeln. Was ich schließlich tat, und siehe da, ich bekam freie Hand in der Gestaltung. Ich reichte Termine ein und wartete auf den Anruf der Schulleitung, dass die Mindest-Teilnehmeranzahl erreicht worden sei.

Mein Optimismus reichte aus um davon auszugehen, dass die Schule die Ausbildung auch tatsächlich verkaufen, der Kurs also zustande kommen würde. Mit dieser Erwartung im Rücken fechtete ich mit dem Betriebsrat meine letzte Schlacht im Callcenter-Unternehmen, und ging siegreich daraus hervor. Details gibt’s hier keine, doch das Ergebnis war ein finanziell geschmeidiger Übergang in die Selbständigkeit. Ich stellte einen Antrag auf Gründerzuschuss, in 2010 gab es dafür noch richtig Fördermittel, und bekam ihn bewilligt. Ich belegte ein Existenzgründerseminar, verfasste einen Businessplan, und an einem sonnigen 3. Mai 2010 wurde mein bestehendes Nebengewerbe auf Hauptgewerbe umgeschrieben. Ich war bereit für die nächste Erfahrungsstufe.

Schüler auf dem schamanischen Weg – Evolution meiner Gesundung Teil 12

 2001 hatte ich im Astrologix-Forum noch ein Statement abgegeben, dass ich in 10 Jahren von der Tätigkeit leben wollte, mit der ich einmal reich werden würde. Das sollte natürlich auch die Sache sein, die mich wirklich erfüllte, mit anderen Worten, ich wollte meine Berufung gefunden und real umgesetzt haben. Natürlich war mir bewusst, dass alles was mit  Persönlichkeitsentwicklung und Selbstheilung im Zusammenhang steht, mich am meisten faszinierte. Außerdem war der Berufswunsch meiner Kindheit „Kinderarzt“, und so lag es nahe, aus meinem persönlichen Selbstheilungsprozess allmählich einen Berufsweg zu machen.

2004 kannte ich längst die vielen Fähigkeiten, die mich mit einer Ausbildung bei Walter Lübeck erwarten würden. Als ich mich von meiner Partnerin getrennt hatte, tat ich was ich mir schon längst gewünscht, mich aber in der Patchwork-Familien-Konstellation niemals getraut hätte, weil ich das Geld eher in einen gemeinsamen Urlaub oder sonstige angenehme Dinge für alle investiert hätte.

Ich unterschrieb also den Vertrag zu meiner Traum-Ausbildung „Lebens-Energie-Arbeit“. Es winkte eine intensive schamanische Initiation, professionelle Heiler- und Beraterkompetenz und jede Menge Fähigkeiten der Energiearbeit und spirituellen Wahrnehmung. Einen Teil finanzierte ich mit meinem bescheidenen aber regelmäßigen Einkommen als Mitarbeiter beim damaligen Offenen Bürgerkanal TV Münster. Den anderen Teil sicherte ich über einen teuren Konsumentenkredit.

Später folgte dann der Job im Callcenter, was für mich den Vorteil hatte, dass ich meine Arbeitszeiten relativ frei einteilen konnte. Meine Urlaubstage wanderten in die Seminare, von 2004 bis 2009 waren das 30-50 Tage pro Jahr. Ich übernachtete bei Freunden oder in preisgünstigen Pensionen in der Nähe des Reiki-Do Instituts in Hameln. Nebenbei startete ich 2006 mit dem nebengewerblichen Aufbau meiner Heiler- und Beraterpraxis, und gab telefonische spirituelle Lebensberatung an einer der kleineren Beraterhotlines.

Der Beginn der Ausbildung war wie ein Besuch in einem fremden Land. Es ging in jedem Seminar und Einzelcoaching bei Walter – neben Techniken – auch um spirituelle Entwicklung. Das bedeutete für mich, dass ein großer Teil meiner Konditionierung durch spirituelle Sichtweisen und Werte nach und nach ersetzt wurde. Dieser Prozess ist vor allem zu Beginn verwirrend, weil das ganze Leben nun aus der spirituellen Perspektive betrachtet, und radikal hinterfragt wird. Etwa nach dem Motto „Wie wirkt sich das was ich denke, fühle und tue auf das große Ganze aus, mit dem ich vernetzt bin?“. Natürlich versuche ich als spiritueller Mensch, immer zum Besten des Ganzen zu handeln. Das schließt auch ein – sehr wichtig! – dass es zu meinem Besten ist.

So lernte ich also in kurzer Zeit viele Heilmethoden, schamanische Rituale, Astralreisen, Orakelarbeit, Pendeln, Channelling (mit Engeln reden), Aura-Chakra-Lesen etc. und auch schamanisches Feng Shui. Zudem, sehr wichtig, Kommunikation und Mentaltraining nach den faszinierenden Modellen des Spirituellen NLP (Neurolinguistisches Programmieren) und des Konstruktiven Denkens.

Später lernte ich bei Dieter Stahl noch Mentaltraining und Coaching nach dem Tugendprojekt, und rundete mein Portfolio durch die für mich sehr wichtige Ausbildung in dem Massagesystem Saydiyay ab. Da ich einen Hang zur Tiefe habe, absolvierte ich noch eine weitere Ausbildung zum Rückführungsbegleiter und Spirituelle Clearings, wo es um die Auflösung wirklich heftiger Strukturen geht, wie Besetzungen, Verfluchungen, schwarzmagische Einflüsse und Spukphänomene.

Mit all den wunderbaren, untereinander vernetzbaren Methoden behandelte ich mich selbst, und befreite mich nach und nach von vielen Blockaden, Ängsten und Zwängen. Es war auch ein Nachholen von Lernschritten, die ich in der Kindheit und Jugend nicht gemacht hatte, weil die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden gewesen waren. Ich lebte mich immer mehr in die Kreativität und Fülle hinein.

Die wichtigste Entwicklung die ich machen durfte bezog sich auf Liebe, Sinnlichkeit und Sexualität. Da war ich sehr geprägt und frustriert von meinem konservativen katholischen Umfeld, und durch die Neurodermitis, die ich allerdings immer schön verdrängte, wohl ebenfalls. Im Rahmen der Ausbildung hatte ich hier viel Hilfe, durch meinen Lehrer und die vielen Schüler, die zum größten Teil ganz ähnliche Probleme mit Scham, Schuld, Eifersucht etc. hatten wie ich.

Es herrschte eine offene, lebensfreudige Atmosphäre, in der die meisten Menschen sich bewusst waren, dass Sinnlichkeit und Sexualität zu den grundlegenden Aspekten des Lebens zählen. Was nicht bedeutet, dass es Jede mit Jedem getrieben hat, oder überhaupt sexuelle Praxis Inhalt der Seminare oder Ausbildung gewesen wäre! Ich beschreibe hier lediglich den Geist, der meine Tradition durchströmt. Der White Feather Weg ist eine schamanische Tradition, die sich stark auf die Große Göttin bezieht, die Erdgöttin, also das göttlich weibliche Prinzip, das mit Struktur und Materie, mit Körperlichkeit und Sinnlichkeit in Verbindung steht. Der „Weg der Göttin“ geht davon aus, dass sich Körper und Geist auf gleicher Ebene befinden, und nicht der Körper durch den Geist (bzw. das Weibliche durch das Männliche) dominiert wird.

In den Jahren der Ausbildung ist so viel mit mir passiert, dass es hier den Rahmen sprengt. Es war eine Zeit, in der ich mich erst einmal wenig um die Außenwelt gekümmert habe. Ich habe mein Denken, Fühlen und Handeln neu entwickelt, neue Werte entdeckt und erprobt, Glaubenssätze und Gewohnheiten verändert und versucht, z.B. mit Kraftplatzarbeit etwas für die Entwicklung der Allgemeinheit beizutragen. Nach 3-4 Jahren im Callcenter wurde die Außenwelt auf mich aufmerksam und begann mich in Form von mobbenden Kollegen zu ärgern. Am Ende dieser Erfahrung stand die Lektion, für meine Interessen zu kämpfen, zu siegen und mein Opferdasein aufzugeben. Danach ging ich 2010 genau zur richtigen Zeit die Selbständigkeit.


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