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Neurodermitis-Schub nach Trennung

Beeinflussen Trennungskonflikte den Verlauf von Neurodermitis?

Einige psychosomatisch orientierte Richtungen der Neurodermitis-Therapie fokussieren die Fähigkeit der Patienten, mit zeitweiligen oder langfristigen Trennungen auf gesunde Weise umzugehen.

Aus dem stationären schulmedizinischen Bereich ist mir hier vor allem das von Prof. Dr. Stemman entwickelte „Gelsenkirchener Modell“ bekannt. In der Kinderklinik Gelsenkirchen werden seit vielen Jahren an Neurodermitis erkrankte Kinder zusammen mit einem Elternteil behandelt und trainiert, so dass die Kinder lernen, sich ohne Anwesenheit der Eltern zu beschäftigen, und sich dabei wohl zu fühlen. Das Elternteil lernt gleichermaßen, sich gegenüber den Forderungen des Kinds besser abzugrenzen, und dem Kind so zu helfen, mehr Selbständigkeit zu entwickeln und sich stärker auf Begegnungen mit anderen Kindern einzulassen.

Aus den Ideen des Gelsenkirchener Modell heraus entstand das ambulante „Schwelmer Modell“ der Pädagogin Mechthild Hellermann, bei dem ein Schwerpunkt wie in Gelsenkirchen auf der gesunden, neurodermitis-gerechten Ernährung liegt, und ebenfalls Therapie, Information und Beratung hinsichtlich der Trennungs-Thematik angeboten wird.

Im Bereich der Homöopathie ist mir die Auffassung von Anthonie Peppler, Begründerin der „Kreativen Homöopathie“, bekannt, nach der die Ursache für Neurodermitis ein unzureichend oder gar nicht offen ausgetragener Konflikt der Eltern ist, der darin besteht, dass ein Elternteil (häufiger, da traditionell so erzogen, die Mutter) stärkere Bindung und ein Elternteil mehr Freiheit will. Das Kind versucht, den unterschwelligen Streit zu schlichten, und gerät dabei selbst in Konflikt, der sich über die Haut bemerkbar macht. Dieser Ansatz erlaubt sich eine noch konsequentere psychosomatische Ausdeutung der Neurodermitis, ist aber nach meinen Nachfragen bei anderen Betroffenen nicht für alle Patienten nachvollziehbar. Gemeint sein kann bei dieser Deutung auch ein völlig unbewusster Prozess von Bindungs- und Freiheitswünschen der Eltern.

Meine aktuelle Erfahrung ist, dass ich auf Trennungen mit Hautreizungen reagiere, aber nicht in allen Fällen. Vor Kurzem ergab sich in meinem beruflichen Feld eine Trennungssituation mit einem Menschen, den ich sowohl menschlich geschätzt habe, und durch den ich auch Geld verdient habe und bei weiterer Zusammenarbeit verdient hätte. Exakt der gleiche Fall ist vor 2 Jahren aufgetreten. Innerhalb von diesmal rund 10 Tagen entwickelte ich einen hochakkuten Schub an ca. 50% meiner Hautoberfläche, mit hochaufgeblühten, geschwollen Rötungen. Neben der seelischen Not fühlte ich mich auch körperlich sehr geschwächt und hochempfindlich. Ein akuter Krisenzustand zu einer Zeit, in der es mir hautmäßig ziemlich gut gegangen war.

Da ich die auslösende Situation und die wochenlange Konsequenz kannte, reagierte ich diesmal viel schneller und beschloss, eine Salbe mit Cortison plus Antibioikum als Feuerlöscher einzusetzen. Diesmal wollte ich einfach keine wochenlangen Torturen mit offener Haut, ständiges Jucken, Wundschmerzen, Schuppen, Erschöpfung und Frust. Meine Entscheidung wurde durch die Aussicht auf baldigen Urlaub erleichtert, den ich für die Ausheilung nach dem Absetzen der Salbe nutzen kann.

Ich nahm die Salbe 3 Tage lang 2 mal täglich, 3 Tage lang 1 mal täglich, 3 mal im 2-Tage-Rhythmus, und schleiche jetzt aus mit 2-1 mal pro Woche. Mittlerweile ist die Haut und meine Kraft wieder stabiler, es scheint zu funktionieren mit der gezielten Anwendung. Mein Allgemeinzustand ist viel besser, und ich freue mich auf den bevorstehenden Urlaub. Das aktuelle Trennungsthema habe ich mit Reiki, Heilhypnose und Essenzen behandelt, und mit guten Freunden darüber geredet. Das hat geholfen und mir gezeigt, wieviel Einfluss die Psyche hat. Für mich ist hier ein Augenmerk, den anderen eben so sein zu lassen mit seiner Entscheidung, egal ob ich es verstehe.

Bei diesem Verlauf eines starken Schubs kann ich sagen, dass ich die kurzfristige Nutzung von Cortisonsalbe für mich mittlerweile wieder als sinnvoll erachte. Vor 3 Jahren war ich noch dogmatischer Gegner, aber jetzt traue ich mir zu, es bei dieser geringen Menge im überschaubaren Zeitrahmen zu belassen. Die kurzfristige Ausheilung ist mit einem Energiegewinn verbunden, den ich für eine langfristige Verbesserung meines Lebensstils nutze. Ich habe jetzt nämlich einen starken Impuls bekommen, meine noch bestehenden Ernährungsfehler, z.B. zuviel Süßes und Weizen, auf ein Minimum zu reduzieren.

Bei meiner letzten Cortisonaktion vor gut 2 Jahren hatte ich die Kraft genutzt, um mit dem Rauchen aufzuhören, und das habe ich durchgehalten! Auf solche Weise habe ich es doch in der Hand, aus einem angeblichen Rückschlag einen Fortschritt zu machen. Das ging bei Cortison aber nur, weil ich jahrelang ohne ausgekommen bin, und manchen Schub wochenlang geduldig ertragen, und viele Heil- und Entspannungsmethoden, Therapien etc. genutzt habe, womit ich mein Leiden lindern, und mich weiterentwickeln konnte. Deshalb wirkt es das Cortison auch in der Verdünnung sehr stark und schnell, und mein System stabilisiert sich nun beim Absetzen schnell wieder.

Mein Fazit in Punkto Trennungskonflikt ist für mich nach dieser Erfahrung, dass ich nun 2 mal ganz deutlich gemerkt habe, dass ich auf Trennung mit einem heftigen Schub reagiere, wenn es zusätzlich um meine Existenz geht. Bei Freunden und Liebhaberinnen ist das jetzt nicht mehr so deutlich (war aber auch mal vor etwas längerer Zeit). Psychologisch ist die Liebe der Eltern existentiell, da Kleinkinder ohne sie nicht überleben können. Ein Mensch, der viel auf psychischer Ebene geheilt hat, fällt nicht mehr so leicht in die kindlichen Existenzängste zurück. Den meisten Erwachsenen mit wenig Therapieerfahrung passieren solche “Regressionen” (hineinfallen in schmerzhafte Gefühlszustände der Kindheit, mit den damit verbundenen unreifen Verhaltensweisen) nach meiner Erfahrung sehr oft, wenn sie durch aktuelle Ereignisse an die frühkindlichen Erlebnisse erinnert werden.

Ich kann Neurodermitikern also nur empfehlen, psychologisch wirksame Therapien, Mentaltraining und Geistheilung zu nutzen, um in Beziehungen stabiler zu werden, ein stärkeres Ich zu entwickeln, sich besser abzugrenzen, sich für das eigene Wohl verantwortlicher zu fühlen als für das Wohl Anderer, und sich mehr auf den eigenen, gefühlt sinnvollen Weg zu fokussieren.

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Erfahrungsbericht Spezialklinik Neukirchen-Rötz

 

Im Herbst 2012 verbrachte ich 4 Wochen in der Zweigstelle Rötz der Spezialklinik Neukirchen. Diese Klinik wird seit Jahrzehnten von dem Immunbiologen Dr. John Ionescu geleitet, und bietet ein komplementärmedizinisches Angebot zur Therapie von Umwelterkrankungen, verschiedener Autoimmunerkrankungen, Allergien und Neurodermitis. Der besondere Ansatz besteht in der Verfügbarkeit umfangreicher Laboranalytik. Sowohl die Schadstoffbelastung in Bezug auf Schwermetalle als auch die Analyse der Darmflora in Bezug auf pathogene Pilze und Bakterien bilden die Grundlage der Behandlung vor Ort und der begleiteten Nachbehandlung.

Dabei handelt es sich um eine Akutklinik. Es besteht also kein Anspruch auf Erscheinungsfreiheit, sondern es soll lediglich die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden. Äußerlich und innerlich wird in den meisten Fällen, so auch bei mir, auf Cortison verzichtet. Stattdessen wird intensiv antibiotisch behandelt, Anfangs mit Bädern in Calium Permanganat, und einer neongelben antibiotischen Salbe mit dem Wirkstoff Nicene. Aufgrund möglicher Resistenzen bei den Bakterien wird nach ca. 10 Tagen auf eine Ichthyol-Salbe umgestellt, die in Bezug auf Krebsrisiko angeblich unbedenklich ist. Dazu kommen Pflegesalben, Cystustee-Umschläge als „Feuerlöscher“ und Polidocanol, ein anästhetisches Mittel gegen starken Juckreiz. Für Notfälle kann die Klinik natürlich auch auf Cortisonprodukte zurückgreifen, das war bei mir aber nicht notwendig.

Die innere Therapiemethode bei Neurodermitis bezieht die bei allen Neurodermitikern, die mir dort begegnet sind, geschädigte Darmflora ein. Hier entstehen viele toxische Stoffe, die die Leber und andere Teile des Immunsystems belasten. Der Darm kann jedoch in der kurzen Aufenthaltszeit von 2 bis 4 Wochen bei Neurodermitis nicht saniert werden. Daher wurde ein Behandlungskonzept entwickelt, bei dem während des Aufenthalts Maßnahmen zur Darmsanierung eingeleitet werden, die dann zu Hause weitergeführt werden können. Am Ende des Aufenthalts erhalten die Patienten Empfehlungen bezüglich Medikamenten und Folgeuntersuchungen der Darmflora.

Dazu wird eine Rotationsdiät angeboten, mit deren Hilfe ein Speiseplan entwickelt werden soll, der eben frei ist von Allergenen, die nicht vertragen werden.

Das Essen ist zunächst gewöhnungsbedürftig, da auf Reizstoffe, sprich Gewürze, verschiedene säurehaltigen Nahrungsmittel etc. verzichtet wird. Die Nahrungsmittel stammen lt. Angaben überwiegend aus Bio-Anbau. Fleisch gibt es reichlich, auch Rohkost, verschiedene Getreide- und Brotsorten und gedünstetes Gemüse. Auch Zucker steht auf dem Tisch, so dass auch dieses Bedürfnis befriedigt werden kann, ohne auf ungesunde Schokoriegel etc. zurückgreifen zu müssen. Nach einigen Tagen habe ich mich an den Kochstil gewöhnt und die milden, hochwertigen Speisen zu schätzen gelernt.s

Zur allgemeinen Kräftigung, und Eindämmung der Wirkung von freien Radikalen (Schadstoffe) werden gewisse Nahrungsergänzungen gereicht, wie Folsäure, Biotin, Zink, Lebertran (in Kapseln) u.a. Bei mir wurde aufgrund meines Mangels auch Eisen verabreicht.

Zusätzlich kann eine Schwermetall-Ausleitung mit Chelatstoffen durchgeführt werden. Das ist bei Neurodermitis aber in der Regel nicht üblich. Ich habe während meiner Behandlung deshalb darum gebeten, näher auf Schwermetalle zu untersuchen, und es wurden auch einige erhöhte Werte festgestellt. Daraufhin erhielt ich eine Chelatstoff-Infusion mit zugehöriger Medikamentierung. Das bewirkt eine Bindung der Schwermetalle an das Chelat, wodurch sie dann ausgeleitet werden können.

 

Eindruck der Örtlichkeit

Ich muss sagen, dass ich bei meiner Anreise wenig begeistert war, denn sowohl der Ort Rötz, als auch das Klinikgebäude machten vom Augenschein erst einmal einen richtig öden Eindruck. Die Lokalität ist sauber aber alt und wirkt verbraucht. Den Übungsraum im Dachgeschoss und der Raum der Psychotherapeutin im Keller empfand ich muffig und aus meiner Sicht renovierungsbedürftig, und dringend feinstofflich-energetisch reinigungsbedürftig.

Wer wie ich empfindlich auf Elektrosmog reagiert, findet leider auch in dieser Umweltklinik schlechte Bedingungen vor, wie in allen anderen Krankenhäusern die ich kenne, mit den vielen Geräten und strahlungsintensiven Leuchtstoffröhren-Beleuchtung. Ein Glück, dass ich ein Basisset an radionischen Entstörgeräten dabei hatte. Diese Geräte sehen aus wie Bilder, bewirken aber dramatische Reduzierung der energetischen Schäden in meinem empfindlichen Nervensystem. Sobald ich die Graphiken aufgehängt hatte, wurde ich viel ruhiger und entspannter.

Ich wurde im 1. OG untergebracht, was die Regel ist für Neurodermitiker ohne Einzelzimmer. Umweltpatienten sind im 2. OG untergebracht. Am selben Gang liegt der Speiseraum, auch hier werden Umwelpatienten von Neurodermitikern getrennt, meines Wissens aufgrund möglicher Überempfindlichkeiten der Umweltpatienten auf die eingesetzten Cremes. Insofern befand sich mein Zimmer im verkehrsreichsten Teil des Gebäudes.

Der Ort Rötz liegt in der Nähe von Cham im bayrischen Wald, und bietet aus touristischer Sicht keine Attraktionen. Es gibt jedoch Spaziermöglichkeiten in Fußentfernung, die ganz OK sind. Der Hausberg wird ähnlich wie der Großteil des bayrischen Waldes seit dem Sturm Kyrill, sich weitgehend selbst überlassen. So dass sich auch hier eine vielfältige Pflanzenwelt und eine gewisse Wildheit wieder entwickeln darf. Für mich waren die Spaziergänge die wichtigste Freizeitbeschäftigung. Ansonsten gibt es noch ein Café mit freiem WLAN-Zugang und die nahegelegene Bäckerei, die zur kleinen und nicht immer ganz unwillkommenen Sünde zwischendurch einlädt, in Form von leckeren Kuchen, Torten und Gebäck, garantiert aus konventionellem Anbau und viel Industriezucker. Für Kino, Disko oder Nachtclub muss Mensch schon einige Kilometer zurücklegen, z.B. im ca. 15 km entfernten Cham.

 

Kontakt

Schon durch die regelmäßigen Mahlzeiten lernte ich viele Mitpatienten schnell kennen. Dieser Austausch ist auch wichtig, genauso wie regelmäßig Ausflüge, um schnell drohenden Klinikkoller zu vermeiden. Der Alltag sieht ja so aus, dass 2-3 mal täglich (teilweise hautüberdeckende) Salben aufgetragen werden, und darüber die einheitlich beigen Klinikschlafanzüge angezogen werden. Das führt zu einem ziemlich öden Erscheinungsbild und verstärkte bei mir eher eine gewisse Trauerstimmung. Es tat einfach gut, die Geschichten zu teilen, und hinter die „Gesichtsmasken“ zu blicken.

 

Resümee

Alles in allem hat mich mein Aufenthalt in der derzeitigen Lebenssituation weiter gebracht. Nach Verhandlungen hat meine Krankenkasse die Kosten für die Nahrungsergänzungen und speziellen Salben (v.a. Ichthyol) für ein Jahr genehmigt, so dass ich mir innerlich weiterhin etwas gutes tun kann. Ich habe aber von dem Vorschlag meines behandelnden Arztes abgesehen, mich zur ca. 10tägigen Nachbehandlung wieder einweisen zu lassen. Stattdessen bin ich auf eine ähnliche alternative Therapie aufmerksam geworden, die ein Arzt ganz in meiner Nähe durchführt. Und die mein Immunsystem gründlicher, da langfristiger saniert als es im Rahmen der Akuttherapie in Neukirchen bzw. Rötz möglich ist.

Ich bin überzeugt, dass noch viel größere Schritte in Richtung Heilung und Gesundheit möglich ist für Menschen, die noch nicht so viel mit natürlichen Methoden zugange sind wie ich. Gerade für diejenigen, die bislang nur Cortison & Co. genutzt haben, bieten sich hier tolle Chancen, einen langfristig nachhaltigen Heilungsweg einzuschlagen.

Von den Ärzten kann ich sagen, dass ich gute Erfahrungen gemacht habe, die jedoch nicht von allen Mitbewohnern geteilt wurden. In dieser Klinik gilt wie auch draußen im normalen Leben, dass wir Neurodermitiker (Psoriatiker, Umweltpatienten …) wesentlich besser durchkommen, je besser informiert wir sind und je energischer wir einfordern, was wichtig für uns ist. Sprich, die Ärzte haben hier nach meiner Erfahrung etwas mehr Zeit als in konventionellen Kliniken. Sie beantworten Fragen und sagen auch ihre ehrliche Meinung wenn sie gefragt werden. Wenn aber keine Kontrolle und kein kritisches Hinterfragen kommt, dann machen sie Dienst nach Vorschrift und strengen sich eben nur durchschnittlich an, indem sie den Standard der Einrichtung erfüllen.

Aufgrund der energetisch ungesunden Athmosphäre bleibt dieses Krankenhaus für mich eine Notfalleinrichtung, von der ich aber froh bin, dass ich dort auf die kortisonfreie Therapie bauen kann. Dafür gebührt Dr. Ionescu meiner Ansicht nach Dank und Anerkennung. Seit der Gründung 1986 hat er und sein Team es geschafft, die Klinik zu einer führenden Einrichtung für die Heilung und Erforschung von Umwelt- und Immunerkrankungen wachsen zu lassen, die mittlerweile mit allen gesetzlichen Kassen Verträge geschlossen hat. Deshalb empfehle ich sie auch weiter, auch dann, wenn der behandelnde Hautarzt skeptisch gegenübersteht. Ich glaube, dass hier sehr vielen Menschen auf zukunftsweisende Art geholfen wird.

 

http://www.spezialklinik-neukirchen.de/

https://www.youtube.com/watch?v=7QaSBJ6CQps&list=PLA2F79FC4FA893997

Neubeginn mit Blechschaden – Evolution meiner Gesundung Teil 11

 Anfang 2002 war mein Hunger nach Nachtleben und Rauschzuständen gestillt. Ich hatte all das auf einen Höhepunkt getrieben und war mir schließlich bewusst geworden, dass ich mich nach der Geborgenheit einer tiefen Beziehung sehnte. Ich wollte Verantwortung übernehmen und mein Leben nach spirituellen Gesichtspunkten gestalten. Nach den Bewusstseinserweiterungen und Erfahrungen der vorangegangenen Jahre war einfach klar dass ich einen spirituellen Weg gehen würde. Und ich wusste so ungefähr, wie. Ohne organisierte Religion mit dogmatischen Regeln, durch Arbeit an mir selbst, durch Erfahrung und mystische Verbindung, durch Meditation und schamanische Initiation.

Die vielen Veränderungen, die expandierende spirituelle Orientierung, meine mentale Verwirrung, die Cannabisentgiftung, und der bevorstehende Abschluss und Neubeginn brachten einige Erdungsprobleme mit sich. Die führten dazu, dass ich während meines Umzugs mehrere kleine Unfälle erlebte, und mein Auto zu Schrott fuhr. Heute kann ich über das Bild lachen, wie ich von der Autobahn abfuhr und zu schnell vom Zubringer auf die erste Ampelkreuzung in Münster zusteuerte. Ich bremste zu spät ab auf der nassen glatten Fahrbahn, fuhr dem voranstehenden Fahrzeug hinten auf, und schob diesen auf das Auto vor ihm. Hahahaa … das war also mein Begrüßungsauftritt in meiner neuen Heimat.

In meiner neuen Beziehung war ich Patchwork-Vater von einer 3-jährigen Tochter und einem 11-jährigen Sohn. Neurodermitis spielte immer wieder eine Rolle, doch ich konnte sie ohne Kortison in Schach halten. Teilweise war meine Partnerin von den Schuppen genervt, doch sie versuchte mir auch zu helfen so gut sie konnte. Sie verfügte über starke spirituelle Heilkräfte und mediale Begabung, die sie oft bei mir einsetzte. Leider gab es in der Hinsicht ein Ungleichgewicht, indem sie mir immer wieder Ratschläge gab. Dadurch gerieten wir in ein Berater-Klienten – Verhältnis und verloren die Augenhöhe.

Durch die regelmäßige spirituell-heilerische Praxis veränderte sich mein Körper mit der Zeit und es kam ab und an zu Heilreaktionen. Das sind Symptome, die entweder durch akut werden chronischer Erkrankungen, oder durch zutage treten versteckter Erkrankungen auftreten. Oder Reaktionen auf Entgiftungsvorgänge, die durch z.B. Reiki regelmäßig angeregt werden.

Einmal bekam ich Fieber, ohne starke Erkältung oder irgendwelche Organstörungen, die der Ärztin aufgefallen wären. Es kletterte auf 41,2° C, so dass ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort explodierte dann die Neurodermitis, kein Wunder bei dem intensiven Elektrosmog, den Metallbetten die als Antenne wirkten, und dem niederwertigen Essen. Im Krankenhaus stellten sie die Diagnose Superinfektion, mehr habe ich nicht erfahren, und hakte auch nicht weiter nach. Der extreme Schub wurde mit Cortison unter Kontrolle gebracht. Das war das einzige Mal innerhalb von 12 Jahren. Auch meine Bindehaut war stark von der Neurodermitis betroffen, weswegen meine Augen untersucht wurden. Anschließend erhielt ich eine Brille, da sich eine deutliche Hornhautverkrümmung gezeigt hatte. Ich denke, die Erkrankung war eine Entgiftungserscheinung meines Körpers.

Unsere Beziehung konnte nicht lange gut gehen, denn trotz Abhängigkeiten besaß ich meine Stärke und war in vielerlei Hinsicht eigenständig und selbstverantwortlich. Nach 2 Jahren lösten wir unsere Beziehung auf, und ich zog umgehend aus. Ich war traurig, auch wegen der Kinder, die mir ans Herz gewachsen waren, und nahm die Zeit als Lernerfahrung an. So ging die Reise weiter, mit einem neuen WG-.Zimmer, einem neuen Job in der Medienbranche, und die beste Investition die ich jemals getätigt habe. Im Mai 2004 belegte ich mein erstes Seminar im Rahmen meiner schamanischen Lebensberater- und Geistheilerausbildung bei Walter Lübeck.

 

Haben Sie Feuer? – Evolution meiner Gesundung Teil 10

 Gegen Ende dieses Jahres 2001 folgte eine Meditations-Einweihung, und der zweite Reiki-Grad im Rainbow Reiki System, das von meinem Lehrer Walter Lübeck begründet und gelehrt wurde, und nach wie vor sehr lebendig weiter wächst. Mit dem zweiten Grad konnte ich Fernheilung betreiben, und z.B. mit Engeln in Kontakt treten, was ich seitdem sehr häufig mache. Das hat den Vorteil, dass ich nicht auf die seltenen Gelegenheiten warten muss, bis ein Engel (oder eine Gottheit, oder ein Krafttier) einmal mich kontaktet.

Schon vor meinen Möglichkeiten mit dem 2. Reiki-Grad hatte ich einige erstaunliche Erlebnisse mit Engeln. Ein Beispiel: Nach einer längeren Session im Internetforum, also an meinem Computer, ging ich aus dem Haus auf einen Spaziergang. An der nahen S-Bahn-Haltestelle sprach ein Mann mich an mit den Worten: „Haben Sie Feuer?“ In seinen Augen blitzte etwas auf das mich ein wenig erschütterte. Ich gab ihm Feuer und ging leicht verwirrt meines Weges. Nach ein paar Minuten wurde ich wütend. Mir wurde einiges über einen Sachverhalt bewusst, über den ich eben im Forum geschrieben hatte, und ich merkte dass ich mich hier stärker durchsetzen musste, bzw. eine Opferrolle lebte, wieder einmal.

Erzengel Michael ist mit dem Archetyp des Inneren Kriegers verbunden, sein Element ist Feuer und seine Farbe gelb. Nach dem Treffen mit dem Mann spürte ich richtig körperlich Wut in mir, damals eine seltene Wahrnehmung für mich, die ich auf meinem Spaziergang dann abreagieren konnte. Die Tage danach hatte ich ständig die Farbe gelb vor mir. Egal wohin ich ging, mir vielen dauernd alle möglichen gelben Sachen auf. Zusätzlich tauchte der Name Michael extrem häufig auf, z.B. als Name auf Lastwagen, im Fernsehen, in Gesprächen unter Bekannten. Es war dermaßen intensiv dass es kein Zufall mehr sein konnte. Michael hielt Kontakt mit mir und führte mich.

Das Thema Durchsetzung und Kriegerkraft war in der Zeit ein sehr wichtiges, weil ich mich in mehreren Situationen durchbeißen musste. Im Großen und Ganzen ging es um meinen persönlichen Paradigmenwechsel. Von einer katholischen Prägung, mit dem Migrationshintergrund meiner mütterlichen Linie als vertriebene Deutschstämmige aus Ungarn. Mit der entsprechenden traumatischen Entwurzelung, damit verbundenen Existenzängsten, und der daraus resultierenden Anpassung an traditionelle Werte. Hin zu einem schamanischen, spirituellen Weg, mit mystischen Praktiken und einer tantrischen Orientierung, bei dem Lebensfreude, Fülle und materieller Wohlstand, Sinnlichkeit, Spaß, Sexualität und die Große Göttin einen hohen Stellenwert besitzen.

Der Höhepunkt meiner mystischen Zustände passierte Anfang 2002, kurz vor meinem Umzug nach Münster. Ich hatte mich Vollzeit anstellen lassen in dem Kulturzentrum und arbeitete in der Garderobe. Die war in einer Niesche im Gastraum der Kneipe platziert. Irgendwann in der Nacht veränderte sich mein Zustand. Die Akustik in dem musikbeschallten und gut gefüllten Gastraum hörte sich anders an, irgendwie intensiver, und mein Körpergefühl veränderte sich. Es prickelte überall und ich fühlte mich leicht und glücklich. Ich blickte zu einem essenden, sich unterhaltenden Mann an einem der Tische und nahm ihn so war, dass ich er war, kein Unterschied mehr zwischen uns. Er hatte einen anderen Körper, aber ich fühlte ihn als einen Aspekt meiner selbst. Als ich umherblickte ging es mir mit den anderen Leuten fast genauso. Ich hatte das Gefühl dass ich alles kannte was hier passierte, alles war mir unendlich vertraut und es gab nichts was mich besonders berührte, weil alles so schön einheitlich und vertraut war, Alles und Alle ein Teil meiner selbst. Ich war also allein und fühlte mich phantastisch in einer Kneipe voller vergnügter Aspekte meiner Selbst!

Dieser Zustand hielt sich mehrere Tage. Mein Gehör war empfindlicher, jeder Schritt den ich ging war eine kleine Sensation, all die Geräusche um mich erreichten noch direkter als sonst meinen Körper. Ständig hatte ich dieses tolle prickelnde Körpergefühl, war häufig glückseliger Stimmung, manchmal allerdings auch das Gegenteil. Alles was um mich herum geschah war entweder ich in der Interpretation meiner Wahrnehmung, oder wirkte wie ein Film. Wie eine Erinnerung oder eine Reflexion von realen Ereignissen aber nicht wirklich real in dem Sinne, wie ich „Realität“ bislang wahrgenommen hatte. Deswegen gab es auch nichts, das mich störte oder besonders emotional berührte, gleichzeitig war mein Erleben ein intensiver sinnlicher Genuss. Ich war leicht und genoß einfach den Film.

Und so löste sich 2002 mein altes Leben langsam auf, ich war verwirrt und hatte doch die klarsten Momente meines Lebens gehabt. Von bodenständiger Erdung konnte keine Rede sein, doch ich war jetzt drogenfrei und kam ohne Cortison aus. Ich erlebte Spiritualität als etwas Praktisches und Heilsames, und begann mir meiner Göttlichkeit bewusst zu werden, weil ich erlebt hatte, dass es keine absolute Trennung zwischen Wesen gibt, und somit kann es auch keine Trennung zum Göttlichen geben. Ich hatte abgründige Tiefen und schwindelerregende Höhen in mir, lebendig und trübselig unflexibel zugleich. Ich war extrem offen und hochsensibel. Am 20. April 2002 zog ich nach Münster um und begann ein neues Leben.

Eigeninitiative – Evolution meiner Gesundung Teil 6

 

Meinen Hautarzt hatte mir ein Architekt empfohlen, bei dem ich im 3. Semester ein Praktikum gemacht hatte. Ihm waren meine Hände aufgefallen, die schon mal einen blutigen Fleck auf dem Plan-Transparent hinterlassen hatten. Das konnte man zwar weg machen, aber es fiel eben auf. Er sagte, dass er mal ein ähnliches Ekzem gehabt hatte, und der Arzt hätte ihm dann eine Salbe verschrieben, die alles wieder in Ordnung machte.

Ich ging hin, und blieb über Jahre hinweg bei dem Hautarzt. Er begrüßte mich immer mit dem Satz „Na Herr Gerner, brauchen Sie mal wieder was?“ Ich sagte Ja, zeigte meine Hände und bekam das Rezept mit der Cortisonsalbe. Das war’s … keine Hinweise, keine Beratung, keine Fragen zu Auslösern oder zum Verlauf der Neuro. Gegen Ende meines Studiums hatte ich keine Lust mehr auf den Menschen. Ich assoziierte seine Begrüßung mit einem Drogendealer und wunderte mich, wie ein gebildeter Mensch so stumpf sein konnte.

Also wechselte ich den Hautarzt, fand auch tatsächlich einen netten, und machte bei ihm einige Allergietests. Nun auch er verschrieb mir Cortison, aber sprach er mich persönlich an und ging auf meine Lebenssituation ein.

Na ch der Abgabe meiner Diplomarbeit fasste ich dann den Entschluss, eine Klimaheilbehandlung am Toten Meer zu machen. Ich ging hin zu dem Hautarzt, der mir dann erklärte dass das ja schön und gut sei, aber die Kasse das nicht übernehmen würde, da die Klinik nicht in Deutschland lag.

Ich ließ mich jedoch nicht abwimmeln, ging direkt zur Krankenkasse und sprach mit meiner Sachbearbeiterin. Damals hatte ich noch eine persönliche Ansprechpartnerin. Sie zog eine Liste heraus mit möglichen Kurorten für Neurodermitis und siehe da, das Tote Meer war dabei. Ich ging also wieder zu meinem Hautarzt und ließ mir ein Attest und einen Kurantrag schreiben.

Innerhalb von 2 Wochen hatte ich die Kostenübernahme schriftlich. Ich war glücklich und aufgeregt. Nie hätte ich gedacht dass eine Maßnahme von dieser Größenordnung so einfach zu bekommen war. Mit den Genehmigungsunterlagen der Krankenkasse kamen auch die Kontaktdaten von Reiseunternehmen, die Kuren am Toten Meer organisierten. Es funktionierte wie die Buchung eines Urlaubs. Ich forderte einen Katalog an, suchte mir ein Hotel aus, lies mich über den besten Zeitpunkt für die Kur beraten und buchte dann die Reise. Alles war komplett organisiert, einschließlich Flug, Flughafentransfer, Behandlung in der Klinik vor Ort.

Bevor es losging hatte ich ein weiteres wichtiges Erlebnis. Ich besuchte meine Schwester in Marburg. Dort lernte ich auch ihren neuen Freund kennen. Dieser Mensch war ein Astrologe. Kein professioneller, aber er kannte sich ziemlich gut aus in der Materie und verfügte über ein Programm, mit dem er das Horoskop berechnen, und schön graphisch ausdrucken konnte. Da ich bereits früher neugierig auf die uralte Wissenschaft gewesen war, hatte ich große Lust mir mein Horoskop erklären zu lassen. Meine genaue Geburtszeit hatte schon vorher in Erfahrung gebracht, und so stand den neuen Erkenntnissen nichts im Wege.

So bekam ich gleich zu Beginn des Wochenendes mein Geburtshoroskop vorgelegt, und der Astrologe erklärte mir im Lauf des Wochenendes immer wieder die einen oder andere Konstellation. Ich war wirklich extrem neugierig und staunte über die vielen zutreffenden Aussagen, die der Mann aus dem Horoskop herauslesen konnte. Ich war so fasziniert dass ich sofort beschloss, selber Astrologie zu lernen. Ich ließ mir Buchtipps geben und stellte Fragen zur Struktur von Horoskopen. Also die allgemeine Bedeutung von Tierkreiszeichen, Planeten, Häusern, Aspekten und Transiten. So wusste ich am Ende des Wochenendes, wie man an die Deutung eines Geburtshoroskops herangeht, und ein paar wichtige Aussagen zu meiner Persönlichkeit. Es schenkte mir Frieden dass man aus dem Horoskop z.B. lesen konnte, dass ich viele Krisen gehabt hatte und immer wieder haben würde, aber auch die Kraft sie zu meistern, und das Interesse, Probleme wirklich tief und gründlich zu lösen. Ja, ich wollte den Dingen auf den Grund gehen.

Mit meinem Horoskop und den Büchern lernte ich in den folgenden Wochen ganz viel über Astrologie und war immer faszinierter. Das hatte nichts mit Hokuspokus zu tun, sondern die Autoren die ich las waren neben ihrer astrologischen Profession ausgebildete Psychologen oder andere wissenschaftlich ausgebildete Leute. Die Sprache und Denkweise war durchdacht und stimmig. Das reichte für meine ausgeprägte Skepsis, denn tief in mir fühlte ich, dass mich das Astrologiestudium entscheidend weiterbringen würde in meiner Entwicklung.

Drogen, Medikamente und Psychopharmaka

 Der Unterschied zwischen Gift und Heilmittel besteht lediglich in der Dosierung.

 Süchtige sind Suchende.

Mit dem Thema Drogen habe ich mich in Theorie und Praxis auseinandergesetzt. Eine Freundin erklärte mir, dass mein Weg typisch sei für einen Schamanen. Indem ich Drogen zunächst als Genußmittel, und unterbewusst zur Selbstmedikation einsetzte. Um schließlich echte spirituelle Praktiken der Bewusstseinserweiterung zu lernen. Ich bin mir für das „Typische“ an meinem Weg nicht so sicher, doch sind mir natürlich die Klischees von schamanischen Praktiken bekannt, bei denen Drogen eine wichtige Rolle für die Öffnung in spirituelle Bewusstseinszustände darstellen. Populäre Literatur von Carlos Castaneda führte zwar zu einer breiteren Bekanntheit von schamanischen Praktiken, doch stellen Castanedas Geschichten aller Wahrscheinlichkeit nach Fiktionen dar, die im autobiographischen Stil erzählt wurden.

Es ist richtig, dass Drogen im Zusammenhang mit schamanischen Ritualen Verwendung fanden und finden. Sie sind aber keine zwingende Notwendigkeit. Ich habe in meiner Initiation keine Drogen verwendet um z.B. auf Astralreisen zu gehen. Das praktiziere ich bis heute so und mit guten Gründen. Auch die Leute, die den relativ populären Weg des Core-Schamanismus nach Michael Harner gehen, lernen im Rahmen der offiziellen Lehre keine drogengestützten Praktiken. Desgleichen wird in vielen indigenen Formen des Schamanismus auf Drogen verzichtet. Ich bin kein Feldforscher, aber ich vermute, dass der Gebrauch von Drogen die Ausnahme und nicht die Regel darstellt für das Erreichen schamanischer Trance- und Extasezustände.

Soweit ich das mitbekommen habe, wurden viele Menschen durch Castaneda inspiriert, die einfach nur gerne Drogen nahmen. Aus Gründen wie sie bei mir auch vorlagen. Um zu vergessen, um locker zu werden, um leistungsfähiger zu werden, um Spannungen loszuwerden, um scheinbare Macht über das eigene Leben zu erhalten, um Schmerzen zu betäuben, um unangenehme Gefühle aufzulösen, um die Realität zu vernebeln, um Langeweile zu vertreiben, um Handlungsblockaden aufzulösen, um sexuelle Lust aufzubauen, um zu lachen und Spaß zu empfinden …

In erster Linie ging es bei mir, und geht es nach meiner Wahrnehmung bei den allermeisten Konsumenten um ein Suchtverhalten. Und weil Sucht bedeutet, dass eine süchtige Person etwas SUCHT, während eine große SehnSUCHT nach Auflösung von Konflikten und falschen Idealen sie zu extremen Verhaltensweisen antreibt, erahnt sie oder findet sie im Rausch manchmal einen Hauch von echter Bewusstseinserweiterung.

In zweiter Linie werden dann, vor allem bei den psychedelischen Drogen wie Cannabis, Pilzen, Peyote, Ayahuasca und LSD auch mystische Erfahrungsräume, in der Regel durch Zufall erschlossen. Ich habe einige Leute kennen gelernt, die sich eingeredet haben, sie würden durch den bloßen Konsum dieser Drogen automatisch ihr Bewusstsein erweitern. Tatsache ist aber, dass Rauschdrogen nicht kontrolliert werden können. Was in der Regel passiert ist eine Öffnung der Wahrnehmungsfähigkeit. Selbstverständlich verändert sich dadurch das Bewusstsein, und das geht dann mit emotionaler Beeindruckung einher. Der Konsument denkt dann „Wow, das fühlt sich ja toll an.“, und hält den Zustand für mystisch, weil er eben anders ist als die Alltagstrance, und weil er gerne glauben will, dass er sich was Gutes tut.

Echte Bewusstseinserweiterung bedeutet aber, dass konkret benannt werden kann, was jetzt wahrgenommen werden kann, was vorher nicht wahrgenommen werden konnte. Und man erkennt, welchen Zusammenhang das nunmehr wahrnehmbare Objekt mit dem eigenen Leben hat, auf eine Weise, die sowohl den Intellekt als auch die Emotionen umfasst. Nach einer echten Bewusstseinserweiterung ist man weiser als vorher, man hat eine Erweiterung erfahren, die merklich dazu führt, dass man nicht mehr der oder die Selbe ist. Das kann durchaus still und unspektakulär geschehen, und tut es im normalen Alltag auch meistens.

Ich habe einen Menschen kennen gelernt, der auf einem LSD-Trip chronisch stehen geblieben ist. Dieser Mensch war traumatisiert und verlor dadurch den Kontakt zur Realität. Er war auch nicht mehr der Selbe, aber dieser Zustand ist keine Bewusstseinserweiterung. Was hier passiert ist, war eine extreme Öffnung (des 3. Chakras), bei der das Wei Chi, also die Selbstbehauptung und der Selbstschutz so weit abgebaut wurden, dass durch irgendeine Wahrnehmung oder Erinnerung das Trauma ausgelöst wurde. Das nahm ihn so sehr mit, dass er in diesem psychotischen Zustand verharrte.

In meiner schamanischen Ausbildung wurden mir die geschichtlichen Zusammenhänge des Drogenmissbrauchs bewusst. Wir können hier durchaus von einem kollektiven Karma, also einer Art von Massenschicksal sprechen, dem sich der einzelne Mensch nur durch bewusste Entscheidungen und geeignete Strategien entziehen kann. Das heißt ganz kurz und knapp, dass wir in einer süchtigen Gesellschaft leben, in der Drogenkonsum, einschließlich Medikamentenmißbrauch, oder Verhaltenssüchte wie Co-Abhängigkeit, Spielsucht, Sexsucht, Helfersyndrom, Arbeitssucht, Fernseh- und Internetsucht etc. völlig normal sind.

Warum ist das so?

Regierbarkeit von Abhängigen: Wir leben in einer Konsumgesellschaft unter einer patriarchalischen Weltordnung, deren wichtigstes Merkmal ist, dass die zugrundeliegende Glaubenslehre nicht hinterfragbar ist. Das heißt, wir sind grundsätzlich auf Befehl und Gehorsam gegenüber Autoritäten abgerichtet. Zu diesen Autoritäten zählen nicht nur Regierungen und Kirchen, sondern auch Konzerne.

Der Umgang mit Medikamenten ist neben der Erzeugung von Abhängigkeiten eine Sache von Profit. Dass Nebenwirkungen so kritiklos in Kauf genommen werden wie das leider häufig der Fall ist, hat im Westen eine lange Tradition, die zurückgeht auf Paracelsus. Er führte mit alchemistisch aufbereitetem Quecksilber die erste Chemotherapie ein. Die damit einhergehenden Vergiftungserscheinungen wurden von den Ärzten (nachzulesen bei  Wolf-Dieter Storl „Kräuterkunde“) als „notwendige Vorbedingung“ zur Heilung interpretiert. Die sogenannte „heroische Medizin“ (= in Kauf nehmen von schweren, manchmal sogar tödlichen Nebenwirkungen) war geboren, die auch heute noch üblich ist z.B. in der Krebstherapie, und meiner Meinung nach z.B. auch bei Neurodermitis, Psoriasis u.a. Hauterkrankungen, und bei ADHS. Schau Dir einfach mal die Auslagen von Apotheken an – vor allem im Sommer – und Du wirst frei erhältliche Salben vorfinden, die Cortison enthalten! Für solchen Unfug war sicher eine mächtige Lobbyarbeit am Werk.

Ich habe bei mir und anderen drogenkonsumierenden Bekannten eine kritisch-oppositionelle Haltung festgestellt, mit der wir uns die Freiheit des illegalen Konsums nahmen. Wohl wissend, dass Rausch an sich keine gesellschaftliche Ächtung erfährt, und auch, dass es massenhaft Konsumenten von Cannabis gab und gibt, über deren „Hobby“ selbst ein Drogenberater, den ich während meiner Zivildienstzeit kennen lernte, öffentlich urteilte „über Haschisch redet man nicht, man raucht es.“ Leider endet die Kritik dann, wenn es darum geht, die Folgen für das eigene Leben klar wahrzunehmen.

Ich habe bei mir festgestellt, dass durch den Genuss von Cannabis meine ohnehin geringe Abgrenzungsfähigkeit wesentlich geschwächt wurde, und zwar chronisch. Das heißt auch, dass meine Akzeptanz von Zuständen, die mit großem Mangel und großem Leiden einhergingen vergrößert wurde. Auf der körperlichen Ebene zog ich mir dadurch viele Umweltgifte zu, und lebte lange in für mich viel zu starken elektrischen Feldern. Die schlimmste Folge war, dass ich meinen Körper dadurch noch schlechter spürte, und meine Bedürfnisse noch schlechter wahrnehmen konnte. Ich brauchte mehrere Jahre Training bis ich auf Fragen wie „Was willst Du?“, „Was brauchst Du?“, „Welches Gefühl hast Du gerade?“ in der Mehrzahl der Fälle kongruente Antworten geben konnte.

Sicher ist Drogen- und Medikamentenkonsum bei weitem nicht der einzige Grund, dass Mensch sich nicht spürt, aber alle mal ein Wichtiger. Das sollten meines Erachtens besonders diejenigen beherzigen, die eine chronische Krankheit ausleben. Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass uns Teile der Gesellschaft, der Industrie und der Regierung jederzeit als Opfer betrachten wollen, denen mit Drogen sprich Medikamenten eine höchst lukrative rosarote Brille verpasst werden sollte. Die ganz angenehm sein kann, mit der gut verdient wird, die sich aber auch zu einem Ungeheuer wandeln kann, das außer Kontrolle gerät und dabei jede Menge Leid verursachen kann. Leider ist die Pillenmentalität der Normalfall geworden, und nicht nur bei kranken Personen! Dazu, wie z.B. Psychopharmaka anscheinend bereits auf 2-jährige angesetzt werden, setze ich im nächsten Beitrag 2 Links mit interessanten Dokus rein.

Bildung, Spaß und Kreativität – meine Gesundung Teil 4

Nachdem meine Neuro wieder ausgebrochen war, ich mich in meinem tiefsten Unglück gefunden, und mir therapeutische Hilfe geholt hatte, begann ich mich langsam für das Leben zu öffnen. Zunächst entwickelte ich mehr Bewusstsein über Neurodermitis. Ich sprach mit einer Sozialarbeiterin meiner Zivildienststelle darüber, sie kannte einige Leute die das auch hatten. Zusammenhänge mit Stress, der Psyche und Ernährung wurden mir bewusst. Zum ersten Mal in meinem Leben thematisierte ich meine psychische Labilität, und meine zwischenmenschlichen Probleme. Und siehe da, es tat mir gut. Ich erhielt viel Zuspruch, Menschen drückten ihre Zuneigung zu mir aus und dass sie viel von mir hielten.

Nach wie vor trank ich regelmäßig Alkohol um locker zu werden. Ab und zu brachte ein Freund auch Cannabis mit, den ich in kleinen Dosen konsumierte. Ich verband Hasch mit einer Art Hippie-Romantik und spürte einen starken Wunsch nach Transzendenz und Auflösung sämtlicher Strukturen, die mich einengten. Ich empfand mich als politisch oppositionell mit revolutionärer Tendenz. Wiedervereinigung war ein Unding, völlig undenkbar, und ich staunte nicht schlecht im September 1989, als ein paar Ungarntouristen plötzlich den großen Aufstand in der DDR auslösten, der dann zur Wiedervereinigung führte. Ich war flexibel genug, ein paar Monate später Menschen aus der ehemaligen DDR zu meinen Freunden zu zählen.

Die Neurodermitis kam und ging, das Kortison wirkte und ich hinterfragte es nicht.

Neben den politischen Aktivitäten in der Anti-Neonazi-Szene wurde E-Gitarre spielen in unserer Band nun mein wichtigstes Hobby. Ich übte richtig viel und nahm Unterricht bei einem Jazzmusiker. Nach 2 Jahren proben machten wir unsere ersten Auftritte. Mit jedem Auftritt wuchs unser Selbstbewusstsein, und mir tat es gut zu merken, dass einige Leute unsere Band und mich cool fanden. Das trug ebenfalls zu meiner Öffnung für das Leben bei. Die Musik, die Band und der gemeinsame Freundeskreis, viele gemeinsame Partys, kleine Urlaubstrips und ganze Sommer in Kneipen und Straßencafés brachten mir so viel Spaß wie nie zuvor.

Der Höhepunkt dieser Phase war das Zustandekommen meiner ersten Liebe. Ich hatte Jahre lang Komplexe gehabt, weil ich noch kaum erotische Erfahrungen gemacht hatte, so sehr dass ich sogar Geschichten von Liebesabenteuern erfunden hatte, mit denen ich angab. Die Erfahrung mit meiner neuen Freundin ließ mein erotisches Verlangen vulkanartig ausbrechen, und sie zierte sich nicht. Einiges in mir wurde befriedet durch die Beziehung, ich konnte geben und nehmen.

Mein Selbstbewusstsein erfuhr durch all die positiven Erfahrungen einen deutlichen Aufschwung. Ich beschloss, nach dem Zivildienst meine Hochschulreife nachzuholen, und später dann Architektur zu studieren. Also besuchte ich nach einer mehrmonatigen Anstellung in einer Fabrik, bei der ich eine Menge Geld verdiente, das einjährige Berufskolleg.

Der Start war schwierig, ich kam nicht so einfach rein ins Lernen. Von der Berufsschule war ich gewohnt, dass alles fast wie von selbst lief, ohne größere Anstrengung und kaum Lernaufwand. Im Berufskolleg war das anders, es gab viel Stoff in kurzer Zeit zu lernen. Dann habe ich zum ersten Mal – noch unbewusst – das Gesetz der Anziehung aktiv genutzt. Indem ich mich frühzeitig, in den ersten 1 oder 2 Monaten der Schulzeit entschieden habe, was ich studieren wollte, und auch in welchem Bundesland, hatte ich ein klares Ziel vor Augen. Ich kannte den ungefähren Notendurchschnitt den ich liefern musste, und ich hatte eine Bekannte vor Ort in meiner Wunschstadt Würzburg, bei der ich wohnen konnte, wenn ich auf Wohnungssuche gehen würde.

Das Ergebnis meiner Zielvisualisierung war, dass ich einfach nicht aufgab und mich immer mehr verbesserte. Ich war überrascht, dass ich plötzlich sogar gerne Vokabeln lernte. Das kam durch die felsenfeste Überzeugung, dass es einfach notwendig und gut sei, Englisch zu lernen, und zwar mit einem soliden Wortschatz, der mir helfen würde, mich sprachlich elegant auszudrücken. Als Verstärker wirkte ein gemeinsamer Urlaub mit 2 Däninnen, und ein weiterer Urlaub, in dem ich mit einem Freund durch Schweden und Norwegen getrampt war. Beide Male war Englisch das wichtigste Verständigungsmittel. Plötzlich wurde das Fach, das mir aufgrund meiner Vokabellern-Faulheit im Gymnasium gleich nach Französisch am meisten Schwierigkeiten gemacht hatte, zu meinem besten Fach. Einfach nur dadurch, dass ich diese Sprache eben ordentlich sprechen wollte. Weil das Erlernen einen konkreten Sinn für mich ergab.

Ähnlich erging es mir mit Mathe. Mir fiel schnell auf, dass auch die höhere Mathematik, Kurvendiskussion etc., zum größten Teil nach Schema F abgehandelt wurde. Ich brauchte nicht wirklich zu kapieren was ich da tat, solange ich nur wusste wie der Lösungsweg ging. Und den konnte ich anhand der alten Prüfungsaufgaben üben und auswendig lernen für alle Arten von Gleichungen. Hier wirkte das Gesetz der Anziehung so, dass ich den einfachsten Weg herausfand, der zum Ziel führte.

So arbeitete ich mich von einem 3 Komma – Schnitt zu Beginn des Schuljahres zu einem 1 Komma – Schnitt im Abschlusszeugnis vor, immer das Ziel vor Augen. Und so geschah es dann, dass ich genau in meiner Wunschstadt Würzburg meinen Studienplatz Architektur belegen konnte. Im Herbst 1992 zog ich dort in eine WG, 7 km außerhalb der Innenstadt, und bekam ab dieser Zeit, in der sich 2/3 meines Lebens grundlegend wandelten, einen ganz besonderen Spiegel vorgehalten. Meine Therapeutin, die mich rund 3 Jahre begleitet hatte, freute sich mit mir, doch gab sie mir auch auf den Weg mit, ich müsste weiter an mir arbeiten. Ich begriff nicht, was sie damit meinte. Sie schlug mir eine Selbsthilfegruppe, oder Gruppentherapie vor. Ich besaß damals noch nicht das notwendige Maß an Selbstreflexion um zu benennen, auf welche Art ich welche psychischen Probleme bearbeiten wollen hätte.

Für mich war wichtig, dass ich von zu Hause auszog, eine intellektuelle Herausforderung erhielt und eine Freundin hatte, die mich liebte und zu mir stand, obwohl wir erst mal in verschiedenen Städten wohnten. Ich wusste außerdem mittlerweile Bescheid über gesunde Ernährung für Neurodermitiker und Vollwertkost nach Brucker. Vor meinem Umzug hatte ich 2 Wochen Heilfasten praktiziert, und stellte dann in Würzburg meine Ernährung um auf vegetarische Vollwertkost. Unter der Oberfläche meiner fragilen Persönlichkeit tobten sich weiterhin viele Ängste aus, und für diesen Anteil hatte ich mir keine Therapiegruppe auserkoren, sondern Freizügigkeit und eine gründliche Ausbildung in der Aufzucht und im Konsum von Marihuana und Haschisch. Endlich konnte ich tun und lassen was ich wollte.


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