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Schüler auf dem schamanischen Weg – Evolution meiner Gesundung Teil 12

 2001 hatte ich im Astrologix-Forum noch ein Statement abgegeben, dass ich in 10 Jahren von der Tätigkeit leben wollte, mit der ich einmal reich werden würde. Das sollte natürlich auch die Sache sein, die mich wirklich erfüllte, mit anderen Worten, ich wollte meine Berufung gefunden und real umgesetzt haben. Natürlich war mir bewusst, dass alles was mit  Persönlichkeitsentwicklung und Selbstheilung im Zusammenhang steht, mich am meisten faszinierte. Außerdem war der Berufswunsch meiner Kindheit „Kinderarzt“, und so lag es nahe, aus meinem persönlichen Selbstheilungsprozess allmählich einen Berufsweg zu machen.

2004 kannte ich längst die vielen Fähigkeiten, die mich mit einer Ausbildung bei Walter Lübeck erwarten würden. Als ich mich von meiner Partnerin getrennt hatte, tat ich was ich mir schon längst gewünscht, mich aber in der Patchwork-Familien-Konstellation niemals getraut hätte, weil ich das Geld eher in einen gemeinsamen Urlaub oder sonstige angenehme Dinge für alle investiert hätte.

Ich unterschrieb also den Vertrag zu meiner Traum-Ausbildung „Lebens-Energie-Arbeit“. Es winkte eine intensive schamanische Initiation, professionelle Heiler- und Beraterkompetenz und jede Menge Fähigkeiten der Energiearbeit und spirituellen Wahrnehmung. Einen Teil finanzierte ich mit meinem bescheidenen aber regelmäßigen Einkommen als Mitarbeiter beim damaligen Offenen Bürgerkanal TV Münster. Den anderen Teil sicherte ich über einen teuren Konsumentenkredit.

Später folgte dann der Job im Callcenter, was für mich den Vorteil hatte, dass ich meine Arbeitszeiten relativ frei einteilen konnte. Meine Urlaubstage wanderten in die Seminare, von 2004 bis 2009 waren das 30-50 Tage pro Jahr. Ich übernachtete bei Freunden oder in preisgünstigen Pensionen in der Nähe des Reiki-Do Instituts in Hameln. Nebenbei startete ich 2006 mit dem nebengewerblichen Aufbau meiner Heiler- und Beraterpraxis, und gab telefonische spirituelle Lebensberatung an einer der kleineren Beraterhotlines.

Der Beginn der Ausbildung war wie ein Besuch in einem fremden Land. Es ging in jedem Seminar und Einzelcoaching bei Walter – neben Techniken – auch um spirituelle Entwicklung. Das bedeutete für mich, dass ein großer Teil meiner Konditionierung durch spirituelle Sichtweisen und Werte nach und nach ersetzt wurde. Dieser Prozess ist vor allem zu Beginn verwirrend, weil das ganze Leben nun aus der spirituellen Perspektive betrachtet, und radikal hinterfragt wird. Etwa nach dem Motto „Wie wirkt sich das was ich denke, fühle und tue auf das große Ganze aus, mit dem ich vernetzt bin?“. Natürlich versuche ich als spiritueller Mensch, immer zum Besten des Ganzen zu handeln. Das schließt auch ein – sehr wichtig! – dass es zu meinem Besten ist.

So lernte ich also in kurzer Zeit viele Heilmethoden, schamanische Rituale, Astralreisen, Orakelarbeit, Pendeln, Channelling (mit Engeln reden), Aura-Chakra-Lesen etc. und auch schamanisches Feng Shui. Zudem, sehr wichtig, Kommunikation und Mentaltraining nach den faszinierenden Modellen des Spirituellen NLP (Neurolinguistisches Programmieren) und des Konstruktiven Denkens.

Später lernte ich bei Dieter Stahl noch Mentaltraining und Coaching nach dem Tugendprojekt, und rundete mein Portfolio durch die für mich sehr wichtige Ausbildung in dem Massagesystem Saydiyay ab. Da ich einen Hang zur Tiefe habe, absolvierte ich noch eine weitere Ausbildung zum Rückführungsbegleiter und Spirituelle Clearings, wo es um die Auflösung wirklich heftiger Strukturen geht, wie Besetzungen, Verfluchungen, schwarzmagische Einflüsse und Spukphänomene.

Mit all den wunderbaren, untereinander vernetzbaren Methoden behandelte ich mich selbst, und befreite mich nach und nach von vielen Blockaden, Ängsten und Zwängen. Es war auch ein Nachholen von Lernschritten, die ich in der Kindheit und Jugend nicht gemacht hatte, weil die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden gewesen waren. Ich lebte mich immer mehr in die Kreativität und Fülle hinein.

Die wichtigste Entwicklung die ich machen durfte bezog sich auf Liebe, Sinnlichkeit und Sexualität. Da war ich sehr geprägt und frustriert von meinem konservativen katholischen Umfeld, und durch die Neurodermitis, die ich allerdings immer schön verdrängte, wohl ebenfalls. Im Rahmen der Ausbildung hatte ich hier viel Hilfe, durch meinen Lehrer und die vielen Schüler, die zum größten Teil ganz ähnliche Probleme mit Scham, Schuld, Eifersucht etc. hatten wie ich.

Es herrschte eine offene, lebensfreudige Atmosphäre, in der die meisten Menschen sich bewusst waren, dass Sinnlichkeit und Sexualität zu den grundlegenden Aspekten des Lebens zählen. Was nicht bedeutet, dass es Jede mit Jedem getrieben hat, oder überhaupt sexuelle Praxis Inhalt der Seminare oder Ausbildung gewesen wäre! Ich beschreibe hier lediglich den Geist, der meine Tradition durchströmt. Der White Feather Weg ist eine schamanische Tradition, die sich stark auf die Große Göttin bezieht, die Erdgöttin, also das göttlich weibliche Prinzip, das mit Struktur und Materie, mit Körperlichkeit und Sinnlichkeit in Verbindung steht. Der „Weg der Göttin“ geht davon aus, dass sich Körper und Geist auf gleicher Ebene befinden, und nicht der Körper durch den Geist (bzw. das Weibliche durch das Männliche) dominiert wird.

In den Jahren der Ausbildung ist so viel mit mir passiert, dass es hier den Rahmen sprengt. Es war eine Zeit, in der ich mich erst einmal wenig um die Außenwelt gekümmert habe. Ich habe mein Denken, Fühlen und Handeln neu entwickelt, neue Werte entdeckt und erprobt, Glaubenssätze und Gewohnheiten verändert und versucht, z.B. mit Kraftplatzarbeit etwas für die Entwicklung der Allgemeinheit beizutragen. Nach 3-4 Jahren im Callcenter wurde die Außenwelt auf mich aufmerksam und begann mich in Form von mobbenden Kollegen zu ärgern. Am Ende dieser Erfahrung stand die Lektion, für meine Interessen zu kämpfen, zu siegen und mein Opferdasein aufzugeben. Danach ging ich 2010 genau zur richtigen Zeit die Selbständigkeit.

Drogen, Medikamente und Psychopharmaka

 Der Unterschied zwischen Gift und Heilmittel besteht lediglich in der Dosierung.

 Süchtige sind Suchende.

Mit dem Thema Drogen habe ich mich in Theorie und Praxis auseinandergesetzt. Eine Freundin erklärte mir, dass mein Weg typisch sei für einen Schamanen. Indem ich Drogen zunächst als Genußmittel, und unterbewusst zur Selbstmedikation einsetzte. Um schließlich echte spirituelle Praktiken der Bewusstseinserweiterung zu lernen. Ich bin mir für das „Typische“ an meinem Weg nicht so sicher, doch sind mir natürlich die Klischees von schamanischen Praktiken bekannt, bei denen Drogen eine wichtige Rolle für die Öffnung in spirituelle Bewusstseinszustände darstellen. Populäre Literatur von Carlos Castaneda führte zwar zu einer breiteren Bekanntheit von schamanischen Praktiken, doch stellen Castanedas Geschichten aller Wahrscheinlichkeit nach Fiktionen dar, die im autobiographischen Stil erzählt wurden.

Es ist richtig, dass Drogen im Zusammenhang mit schamanischen Ritualen Verwendung fanden und finden. Sie sind aber keine zwingende Notwendigkeit. Ich habe in meiner Initiation keine Drogen verwendet um z.B. auf Astralreisen zu gehen. Das praktiziere ich bis heute so und mit guten Gründen. Auch die Leute, die den relativ populären Weg des Core-Schamanismus nach Michael Harner gehen, lernen im Rahmen der offiziellen Lehre keine drogengestützten Praktiken. Desgleichen wird in vielen indigenen Formen des Schamanismus auf Drogen verzichtet. Ich bin kein Feldforscher, aber ich vermute, dass der Gebrauch von Drogen die Ausnahme und nicht die Regel darstellt für das Erreichen schamanischer Trance- und Extasezustände.

Soweit ich das mitbekommen habe, wurden viele Menschen durch Castaneda inspiriert, die einfach nur gerne Drogen nahmen. Aus Gründen wie sie bei mir auch vorlagen. Um zu vergessen, um locker zu werden, um leistungsfähiger zu werden, um Spannungen loszuwerden, um scheinbare Macht über das eigene Leben zu erhalten, um Schmerzen zu betäuben, um unangenehme Gefühle aufzulösen, um die Realität zu vernebeln, um Langeweile zu vertreiben, um Handlungsblockaden aufzulösen, um sexuelle Lust aufzubauen, um zu lachen und Spaß zu empfinden …

In erster Linie ging es bei mir, und geht es nach meiner Wahrnehmung bei den allermeisten Konsumenten um ein Suchtverhalten. Und weil Sucht bedeutet, dass eine süchtige Person etwas SUCHT, während eine große SehnSUCHT nach Auflösung von Konflikten und falschen Idealen sie zu extremen Verhaltensweisen antreibt, erahnt sie oder findet sie im Rausch manchmal einen Hauch von echter Bewusstseinserweiterung.

In zweiter Linie werden dann, vor allem bei den psychedelischen Drogen wie Cannabis, Pilzen, Peyote, Ayahuasca und LSD auch mystische Erfahrungsräume, in der Regel durch Zufall erschlossen. Ich habe einige Leute kennen gelernt, die sich eingeredet haben, sie würden durch den bloßen Konsum dieser Drogen automatisch ihr Bewusstsein erweitern. Tatsache ist aber, dass Rauschdrogen nicht kontrolliert werden können. Was in der Regel passiert ist eine Öffnung der Wahrnehmungsfähigkeit. Selbstverständlich verändert sich dadurch das Bewusstsein, und das geht dann mit emotionaler Beeindruckung einher. Der Konsument denkt dann „Wow, das fühlt sich ja toll an.“, und hält den Zustand für mystisch, weil er eben anders ist als die Alltagstrance, und weil er gerne glauben will, dass er sich was Gutes tut.

Echte Bewusstseinserweiterung bedeutet aber, dass konkret benannt werden kann, was jetzt wahrgenommen werden kann, was vorher nicht wahrgenommen werden konnte. Und man erkennt, welchen Zusammenhang das nunmehr wahrnehmbare Objekt mit dem eigenen Leben hat, auf eine Weise, die sowohl den Intellekt als auch die Emotionen umfasst. Nach einer echten Bewusstseinserweiterung ist man weiser als vorher, man hat eine Erweiterung erfahren, die merklich dazu führt, dass man nicht mehr der oder die Selbe ist. Das kann durchaus still und unspektakulär geschehen, und tut es im normalen Alltag auch meistens.

Ich habe einen Menschen kennen gelernt, der auf einem LSD-Trip chronisch stehen geblieben ist. Dieser Mensch war traumatisiert und verlor dadurch den Kontakt zur Realität. Er war auch nicht mehr der Selbe, aber dieser Zustand ist keine Bewusstseinserweiterung. Was hier passiert ist, war eine extreme Öffnung (des 3. Chakras), bei der das Wei Chi, also die Selbstbehauptung und der Selbstschutz so weit abgebaut wurden, dass durch irgendeine Wahrnehmung oder Erinnerung das Trauma ausgelöst wurde. Das nahm ihn so sehr mit, dass er in diesem psychotischen Zustand verharrte.

In meiner schamanischen Ausbildung wurden mir die geschichtlichen Zusammenhänge des Drogenmissbrauchs bewusst. Wir können hier durchaus von einem kollektiven Karma, also einer Art von Massenschicksal sprechen, dem sich der einzelne Mensch nur durch bewusste Entscheidungen und geeignete Strategien entziehen kann. Das heißt ganz kurz und knapp, dass wir in einer süchtigen Gesellschaft leben, in der Drogenkonsum, einschließlich Medikamentenmißbrauch, oder Verhaltenssüchte wie Co-Abhängigkeit, Spielsucht, Sexsucht, Helfersyndrom, Arbeitssucht, Fernseh- und Internetsucht etc. völlig normal sind.

Warum ist das so?

Regierbarkeit von Abhängigen: Wir leben in einer Konsumgesellschaft unter einer patriarchalischen Weltordnung, deren wichtigstes Merkmal ist, dass die zugrundeliegende Glaubenslehre nicht hinterfragbar ist. Das heißt, wir sind grundsätzlich auf Befehl und Gehorsam gegenüber Autoritäten abgerichtet. Zu diesen Autoritäten zählen nicht nur Regierungen und Kirchen, sondern auch Konzerne.

Der Umgang mit Medikamenten ist neben der Erzeugung von Abhängigkeiten eine Sache von Profit. Dass Nebenwirkungen so kritiklos in Kauf genommen werden wie das leider häufig der Fall ist, hat im Westen eine lange Tradition, die zurückgeht auf Paracelsus. Er führte mit alchemistisch aufbereitetem Quecksilber die erste Chemotherapie ein. Die damit einhergehenden Vergiftungserscheinungen wurden von den Ärzten (nachzulesen bei  Wolf-Dieter Storl „Kräuterkunde“) als „notwendige Vorbedingung“ zur Heilung interpretiert. Die sogenannte „heroische Medizin“ (= in Kauf nehmen von schweren, manchmal sogar tödlichen Nebenwirkungen) war geboren, die auch heute noch üblich ist z.B. in der Krebstherapie, und meiner Meinung nach z.B. auch bei Neurodermitis, Psoriasis u.a. Hauterkrankungen, und bei ADHS. Schau Dir einfach mal die Auslagen von Apotheken an – vor allem im Sommer – und Du wirst frei erhältliche Salben vorfinden, die Cortison enthalten! Für solchen Unfug war sicher eine mächtige Lobbyarbeit am Werk.

Ich habe bei mir und anderen drogenkonsumierenden Bekannten eine kritisch-oppositionelle Haltung festgestellt, mit der wir uns die Freiheit des illegalen Konsums nahmen. Wohl wissend, dass Rausch an sich keine gesellschaftliche Ächtung erfährt, und auch, dass es massenhaft Konsumenten von Cannabis gab und gibt, über deren „Hobby“ selbst ein Drogenberater, den ich während meiner Zivildienstzeit kennen lernte, öffentlich urteilte „über Haschisch redet man nicht, man raucht es.“ Leider endet die Kritik dann, wenn es darum geht, die Folgen für das eigene Leben klar wahrzunehmen.

Ich habe bei mir festgestellt, dass durch den Genuss von Cannabis meine ohnehin geringe Abgrenzungsfähigkeit wesentlich geschwächt wurde, und zwar chronisch. Das heißt auch, dass meine Akzeptanz von Zuständen, die mit großem Mangel und großem Leiden einhergingen vergrößert wurde. Auf der körperlichen Ebene zog ich mir dadurch viele Umweltgifte zu, und lebte lange in für mich viel zu starken elektrischen Feldern. Die schlimmste Folge war, dass ich meinen Körper dadurch noch schlechter spürte, und meine Bedürfnisse noch schlechter wahrnehmen konnte. Ich brauchte mehrere Jahre Training bis ich auf Fragen wie „Was willst Du?“, „Was brauchst Du?“, „Welches Gefühl hast Du gerade?“ in der Mehrzahl der Fälle kongruente Antworten geben konnte.

Sicher ist Drogen- und Medikamentenkonsum bei weitem nicht der einzige Grund, dass Mensch sich nicht spürt, aber alle mal ein Wichtiger. Das sollten meines Erachtens besonders diejenigen beherzigen, die eine chronische Krankheit ausleben. Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass uns Teile der Gesellschaft, der Industrie und der Regierung jederzeit als Opfer betrachten wollen, denen mit Drogen sprich Medikamenten eine höchst lukrative rosarote Brille verpasst werden sollte. Die ganz angenehm sein kann, mit der gut verdient wird, die sich aber auch zu einem Ungeheuer wandeln kann, das außer Kontrolle gerät und dabei jede Menge Leid verursachen kann. Leider ist die Pillenmentalität der Normalfall geworden, und nicht nur bei kranken Personen! Dazu, wie z.B. Psychopharmaka anscheinend bereits auf 2-jährige angesetzt werden, setze ich im nächsten Beitrag 2 Links mit interessanten Dokus rein.


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