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Gesundes Wohnen für Sensible

Kleidung ist nach ihrer Funktion die zweite und das Heim die dritte Haut des Menschen. Mit ihnen regelt der Mensch erhebliche Anteile seiner Beziehung zur Umwelt. Sowohl klimatisch, als Signal des persönlichen Status und Stils, als auch psychologisch und spirituell.

 

Die Qualität der Berührung

Eine zeitlang war ich so extrem sensibel, dass ich nur noch ganz sanfte, glatte Stoffe tragen wollte. Glattes Satin und am allerbesten feinste Seide für den direkten Hautkontakt, feine Baumwolle und Leder. Wolle vertrug ich kaum auf der Haut, diese Stoffe forderten meinen Juckreiz heraus und die Reibung war unangenehm. Heute bin ich belastbarer, aber immer noch sehr „haptisch“ orientiert, also ein Genießer von allem was sich angenehm anfühlt.

Mit zunehmender Wahrnehmungsfähigkeit für subtile Energien stellte ich fest, dass vor allem Seide und Leder eine ganz hervorragende Stärkung meiner Abgrenzungsfähigkeit bewirkten. Ein Schutz der mir einige Erleichterung brachte und bringt. Die Gesamtbefindlichkeit wird dadurch verbessert, und die Wirkung von Kälte, Feuchtigkeit und Wind auf der Haut ist weniger unangenehm.

Es gibt spezielle Wäsche für Neurodermitiker und Allergiker mit eingearbeiteten Silberfasern. Diese wirken antibakteriell, antiallergisch und auch energetisch abschirmend.

 

Raumpsychologie

Gehen wir über zur nächsten Haut des Menschen, die Wohnung oder das Wohnhaus und das zugehörige Grundstück. Selbstverständlich spielt die sinnliche Erfahrung hier ebenfalls eine wichtige Rolle, es geht aber später noch weiter in außersinnliche und eben psychologische Faktoren.

„Raumpsychologie“ ist im Westen als „Geomantie“, in Indien als „Vastu“ und in China als „Feng Shui“ bekannt. Hinter diesen Begriffen verbergen sich mindestens 4000 Jahre altes, stetig weiter gewachsenes Wissen auf der Grundlage ganzheitlicher Konzepte. Ich beziehe mich vor allem auf das Modell des Feng Shui, weil dieses Wissen vergleichsweise gut aufbereitet ist für die Allgemeinheit. Und weil ich mich darin ganz gut auskenne, da ich es professionell ausübe und auch unterrichte vom Crashkurs bis zur Beraterausbildung.

Ich bin zu Feng Shui gekommen, weil es meine Berufe als Architekt und Schamane-Heiler-Lebensberater wunderbar verbindet. In meinem Studium bekam ich keine befriedigende Antwort auf die Frage, wie des Menschen Heim und der Arbeitsplatz gestaltet werden kann, damit er sich darin wohl fühlt und gefördert wird in allem was er darin tut. Die geomantischen Konzepte liefern hier faszinierende und praktikable Antworten, und sie wurden in manchen Zeiten häufig auch in der breiten Bevölkerung, und erst recht von Führungspersonen und Machthabern genutzt.

 

Gesunde Abgrenzung

Sensible und Neurodermitiker sind ständig mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Umwelt ihnen permanent „auf die Pelle rückt“. Die Lage der Wohnung, die Topographie mit Erhebungen und Gewässern, der Garten als Pufferzone, die Grundstücksgrenze, die Straßen und Nachbarbebauung, die Menschen und Tätigkeiten im Umfeld, Geschäftigkeit, Straßenverkehr, Lärm. Energiefelder wie elektrische Felder und Funkstrahlung, Mikrowellen sowie Infraschall z.B. aus Windrädern und Biogasanlagen, all diese Umweltfaktoren beeinflussen unser Wohlbefinden und beanspruchen unsere Immunabwehr und die Nerven.

Geschwächte Immunabwehr bedeutet weniger Wohlbefinden und erhöhte Anfälligkeit für gesundheitliche Belastungen. Es bedeutet Stress auf körperlicher und damit auch zwangsläufig auf auch psychologischer Ebene. So einfach ist das, und deshalb bin ich froh über jede Maßnahme, die mich unterstützt.

Der Vorteil von Feng Shui ist, dass wir durch die Veränderungen im Raum dauerhafte Unterstützung bekommen. Unsere Kleidung müssen wir wechseln, Vitamine und gesundes Wasser müssen wir regelmäßig einnehmen. Viele Feng Shui – Maßnahmen hingegen können wir über lange Zeit hinweg bestehen lassen, genauso wie die Wände des Hauses.

Im Feng Shui geht es im Wesentlichen darum, für die Bewohner (oder Mitarbeiter im beruflichen Feld) einen gesunden „Kraftplatz“ zu erschaffen, der einen körperlich und emotional fördert, und nicht runterzieht, wie es leider an vielen Orten geschieht.

Die Macht dieser Gestaltungslehren geht dabei durchaus in gesundheitliche Bereiche und kann das Lebensglück, Partnerschaften, Familie, Karriere, finanziellen Erfolg und das öffentliche Profil nachhaltig fördern.

Ein gewisser Aufwand an Zeit und Geld ist dafür aber erforderlich, genauso wie für gesunde Nahrung, Nahrungsergänzung und hochwertige oder spezialisierte Kleidung. Ich habe mir in Anbetracht dessen, dass meine ganze Freizeit und Geld in meine Heilerausbildung und gesunde Sachen geflossen sind, immer wieder vor Augen gehalten, welchen gewaltigen Gewinn mir meine Erscheinungsfreiheit und meine Glücksgefühle langfristig bringen werden. Unterm Strich rechnen sich diese Maßnahmen allemal, weil ich mir damit echte und dauerhafte Lebensqualität für jeden Tag generiere.

 

Der Fluss des Chi

Die geomantischen Lehren beschreiben die Qualität der Lebensenergie (chinesisch: Chi), die sich durch die Atmosphäre und durch die Landschaften bewegt. Sie setzt sich aus klimatischen, geologischen und kosmischen Faktoren zusammen. Chi enthält sowohl physikalisch-grobstoffliche Anteile, wie z.B. Wärme, Luft- und Wasserströmung, als auch feinstoffliche Anteile.

Einige wichtige Prinzipien im Chi-Fluss

  • Chi bewegt sich wie Wind (Feng) und Wasser (Shui). Es mäandert, bildet Wirbel und Wolken beim aufsteigen. Es breitet sich in Räumen aus und entfaltet seine Kraft am Besten in Bewegung, die nicht zu aprubt aber auch nicht zu schwerfällig ist.

  • Gerade Linien (z.B. Straßen und begradigte Flussläufe), Ecken und Kanten erzeugen stark gerichtetes Chi. Dieses wirkt disharmonisch.

  • Unbewegtes Chi oder heftig wirbelndes Chi wirkt ebenfalls disharmonisch.

 

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© Bildpixel – pixelio

Leben in Ordnung

Die Wirkungen der feinstofflichen Kräfte werden ausführlich in der Traditionellen Chinesischen Medizin untersucht, das Fundament bildet die Lehre von Yin-Yang und den 5 Elementen. Solche Lehren gibt es überall auf der Welt in ähnlicher Form. Aus den 8 Himmelsrichtungen wirken 8 verschiedene feinstoffliche Kräfte auf jeden Ort ein.

Dieser Einfluss wird in einem Ordnungssystem beschrieben das sich Ba Gua nennt, das bedeutet 8 Felder. Vom Zentrum des Gebäudes aus können die Energiequalitäten wie Tortenstücke, oder wie ein Raster mit 9 Feldern betrachtet werden, wobei der Mitte eine besondere Bedeutung zukommt. Es wird Tai Chi genannt und entspricht dem Dan Tien oder indisch Hara im Körper. In der Mitte verbinden sich Himmel, Mensch – Lebensumgebung und Erde.

 

© artellia – Fotolia.com

 

Alle Tätigkeiten, Lebensbereiche, Organe, Nährstoffe etc. können den Elementen zugeordnet werden, und jeder Mensch besitzt seine individuelle Elemente – Konstitution, und reagiert deshalb unterschiedlich auf die klimatischen Energien der Himmelsrichtungen. Feng Shui beschäftigt sich damit, Harmonie herzustellen zwischen den Bereichen des Gebäudes und den Menschen.

Aus dem Istzustand einer Wohnung kann ein Feng Shui Berater Rückschlüsse auf die Lebenssituation der Bewohner ziehen, ähnlich wie ein Astrologe mit dem Horoskop.

Oftmals beginnt Feng Shui – Gestaltung mit einer gründlichen Entrümpelung und energetischen Reinigung. Allein dafür lohnt sich oft schon eine Beratung, denn ein solcher Prozess schafft oft erhebliche Erleichterung und Seelenfrieden.

Im nächsten Schritt können gewisse Lebensbereiche neu geordnet werden, Dinge bekommen einen sinnvollen Platz, und ebenso die Erinnerungen und Gefühle, die mit den Dingen verbunden sind.

Beim höheren Feng Shui wird ein Gebäude wie ein Energie-Mandala aufgefasst, das man bewusst nutzen kann um Ziele zu erreichen, und z.B. auch Voraussetzungen für Heilung auf naturheilkundlicher Basis zu schaffen. So ist es möglich, dass homöopathische Hochpotenzen erst richtig gut anschlagen, wenn bestimmte Feng Shui – Probleme gelöst wurden.

Eine perfekte Feng Shui Situation kann es niemals geben, und deshalb fasse ich diese Methode als Prozess auf, der immer wieder neue Gestaltungen hervorbringt. So wie das Leben eben ständig im Wandel, im Prozess, und idealer Weise im Fluss verläuft. Genau diesen „Flow“, den kraftvollen aber auch von Leichtigkeit erfüllten Fluss unterstützt Feng Shui.

 

Wohlfühlen – Natürlichkeit und Geborgenheit

Diese Qualitäten sind meiner Ansicht nach das oberste Ziel der Wohnraumgestaltung. Wir westlichen Menschen haben oft den Kontakt zum Körper, seiner Sinnlichkeit und Empfindsamkeit verloren, und deswegen ist unsere gebaute Umgebung oft kalt und unnahbar. Wir setzen uns schädlichen Substanzen und Strahlungen aus und leben deshalb unter permanenten Stress. Für Sensible ist es sehr wichtig, einen Ort zu haben, an dem der Stress abgebaut und aufgetankt werden kann, und das sollte möglichst zumindest der Schlafplatz sein, denn dort findet die Regeneration statt.

Bild Landschaft 4 Tiere

© Windpferd Verlag (Gerstung / Melhase)

Das “Lehnstuhl – Prinzip” im Feng Shui

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Veränderung nein danke?!?

 

Patrick Süßkind beschreibt in seinem Roman „Die Taube“ die Not eines Mannes mit einer winzigen Veränderung seines privaten Lebensraums. Eines schönen Tages hat sich eine Taube auf dem Gang vor seinem Appartement verirrt und einige Marken ihrer Verdauungsaktivität dort hinterlassen. Der Mann gerät darüber so sehr in Verunsicherung, dass er infolge solcherart Provokation Dinge tut, die er niemals vorher getan hat. Er redet mehrere Sätze am Stück mit seiner Hausherrin, mit Inhalten, die weit über das übliche „Guten Tag“ hinausgehen. Er meldet sich krank, er zieht in ein Hotelzimmer, er denkt nach über seine Kindheit, seinen Vater, seine Adoptiveltern, seine Armeezeit …. Dinge die er sonst niemals zu tun pflegt.

Aus Sicht der vedischen Chakrenlehre zeigt dieser Mensch mit seiner Überforderung intensivste Anzeichen eines chronisch überlasteten bzw. schlecht entwickelten Solar Plexus – Chakras. Die Abgrenzung funktioniert nicht, der Mann kann sein Ich nicht behaupten und reagiert deshalb extrem empfindlich auf Veränderungen in seiner Privatsphäre.

Ähnliche Probleme finden sich häufig bei sensiblen Menschen und Neurodermitikern. Die geschädigten Organe Haut, Lunge und Darm sind „Kontakt-Organe“ mit der Umwelt. Sie reagieren mit Trockenheit, Juckreiz, sonstige Gereiztheit und Entzündung auf Umgebungseinflüsse. Auf der psychischen Ebene entsprechen emotionale Empfindlichkeiten dieser Thematik, und auch der Wunsch, dass alles so bleiben soll wie es ist. Wenn es schlimm wird mit der Haut, wenn sie entzündet ist, spannt, juckt und vor allem wenn Stellen offen sind und nässen, werden selbst leichte Temperaturveränderungen zum Stress und Schmerzfaktor. Dann schwindet schnell auch der letzte Rest Lust auf die Außenwelt, die Salbe wird zum Schutzpanzer oder, wie ich es bei einigen Neurodermitikern beobachtet habe, der Körper legt sich ein schützendes Fettpölsterchen zu. Das Thema Schutz wird groß und wichtig. Weil die natürliche Immunabwehr sehr geschwächt ist, ebenso das Ich, die Abgrenzung, die Selbstbehauptung.

Rückzug vor dem Leben ist natürlich auf Dauer keine Lösung, und sich auf das Leben einzulassen bedeutet, sich auf Veränderung einlassen, denn Leben bedeutet Veränderung und Entwicklung, während Bewegungslosigkeit und Starrheit Tot bedeutet. Leben ist Entwicklung und Prozess und das ist gut so, denn sonst würde ich mit den Neurodermitis-Symptomen die ich in all den Jahren erlitten habe, alle Hoffnung und Lebensfreude fahren lassen. Mir ist auch noch kein Mensch begegnet, der nicht irgendwie gelitten hat, oder Träume, Wünsche, Ziele besitzt, die ihn zu Veränderung veranlassen würden, wenn er sich die Heilung oder den Erfolg gestatten würde.

Stell Dir vor, das Leben sei ein Fluss, der dem Mutterschoß – der Erde – entspringt, durch Landschaften – Erfahrungsräume – fließt, sich immer wieder mit anderen Wesen vereinigt. Sein Weg verläuft nicht gerade, denn kein Bach oder Fluß fließt gerade. Er mäandert durch das Land, und deshalb sieht das Wesen, das in ihm schwimmt nicht, was es hinter der nächsten Biegung erwartet. Es gibt Wirbel, Steine und Wasserfälle im Flussbett, und selbstverständlich kann sich das Wesen an einen Stein klammern oder einen Baum am Ufer, oder an ein anderes Wesen. All das Klammern hat Konsequenzen, manchmal gute und manchmal schlechte. Es besteht die Möglichkeit auf viele Erfahrungen, ständig die gleichen oder immer wieder andere, das Schwimmen im Fluss des Lebens kann trainiert werden. Ob das Wesen schwimmt oder festhält – am Ende seines Lebens wird es loslassen, wenn es sich nicht künstlich gebunden hat, eine Art unnatürliche Anhaftung die ebenfalls möglich ist. Schließlich mündet der Fluss in den großen Ozean, in dem sich all die Wesen ganz nahe kommen, mit spielerischer Leichtigkeit Eins werden, und die Träume, Erfahrungen, Beweggründe und Fähigkeiten sich vermischen zu einem großen Ganzen in dem die Zeit keine Rolle mehr spielt.

Ich unterstelle einem Großteil der sensiblen Menschen eine erhöhte Anpassungsfähigkeit, die sich aus dem Einfühlungsvermögen in die Gefühle und den Willen anderer Wesen ergibt. Wenn ein solcher Mensch intensiven Kontakt hat zu unbeweglicheren Menschen, lässt er sich tendenziell von diesen bestimmen. Langfristig geht er dann mit seinen Bedürfnissen unter und verliert den Kontakt zu sich selbst, weil er sich viel zu sehr anpasst. Wenn nun ein solches Kind sich derartig an die Eltern und ihr soziales Feld anpasst, und diese sind sich als Paar in vielen Punkten nicht einig, oder sind nur noch aus lebenspraktischen Gründen statt aus Liebe zusammen, gerät es in ein Konfliktfeld. Es kann in vielen Situationen nur einem Elternteil gerecht werden, und trägt deshalb viele unlösbare Spannungen in sich, muss sich ständig für den einen und gegen den anderen Elternteil entscheiden.

Von vielen Neurodermitikern weiß ich, dass die Symptome besser wurden, als sie selbständiger wurden und aus dem Elternhaus auszogen. Als Kind fühlten sie sich für die Ehe ihrer Eltern verantwortlich, vielleicht wegen dieser Spannungen und dem „nichts richtig machen können“. In dem provokativen Bestseller “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche wird dieses Gefühl der Verantwortung für die Ehe der Eltern ausgiebig und unterhaltsam beschrieben, wenn man Beschreibungen hygienischer Details mag.

Ich habe von Elternbeziehungen erfahren, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg immer die selben Konflikte mit sich herumschleppten und einfach nichts dagegen getan haben. Ein einfühlsames Kind muss wütend und traurig sein darüber, die Spannungen sind einfach unerträglich. Und wenn es das nicht zeigen darf, weil sich die Eltern nicht mit den Gründen der Trauer und Wut des Kindes auseinandersetzen wollen, muss das Kind eben eine Neurodermitis und Allergien entwickeln, oder psychische Symptome wie Ängste, Depressionen, Autoaggressionen und ADHS. Irgendwie bricht das Leben eben immer durch, lässt die Seele über den Körper kommunizieren, wenn Worte und Stimmungen nicht ausreichen.

Obwohl Sensible (und das sind Neurodermitiker m.E. in aller Regel) anpassungsfähig sind, brauchen sie doch eine relativ spezialisierte Umgebung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Z.B. Schutz gegen Elektrosmog und ständig wechselnde Einflüsse (z.B. Menschen, Lärm, optische Reize in der Stadt), gesunde Nahrung, hochwertiges Trinkwasser, geomantisch hochwertige Örtlichkeiten und eben möglichst konflikt-kompetente Bezugspersonen. Durch diese erhöhten Anforderungen an die Umgebung werden sie vergleichsweise unflexibel und das führt zu erschwerten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und im sozialen Leben. Je größer der Druck aus der Umgebung wird, desto größer wird die Überlastung des oben genannten 3. Chakras (Solar Plexus Chakra). Diese Reizüberflutung führt u.a. zu starker Neigung zu Ängsten, zu Schuld- und Ohnmachtsgefühlen, übererregte Nerven, Schlafstörungen, Verlust der Körperwahrnehmung und traumatisierte Bewusstseinszustände.

Die durch das Umfeld angetriggerten Konflikte verstärken sich dadurch, und die Person fällt wie der Protagonist in Die Taube in einen Zustand großer Ängste vor Veränderung.

 

Was bewirkt Angst vor Veränderung?

Jede Interaktion mit anderen Wesen beinhaltet die Möglichkeit der Veränderung. Wenn ich mit einem Menschen in Kontakt kommen will, der über die bloße Sachebene hinausgeht, muss ich mich für ihn öffnen, also bereit sein, mich von ihm verändern zu lassen. Die Angst vor Veränderung führt zu Verschlossenheit, Vereinsamung und im schlimmsten Fall zu autismusartigen Störungen.

Wenn Mensch sich vor der Umwelt verschließe, wird sein Weltbild irreal, und durch dieses Leben aus der Vorstellung, anstelle der der hier und jetzt sinnlich erfahrenen Realität, wird der Kontakt zu anderen Menschen noch schwieriger. Denken und Handeln aus der Vorstellung führt zu Dogmatismus und Machtkämpfen.

Probleme entstehen in jedem Menschen selbst. Das gilt auch für umwelt-sensible Menschen. Bei ihnen kommen die Auslöser von Symptomen und Problemen zwar aus dem Umfeld, aber sie sind selbst für ihre Abgrenzung vor bzw. konstruktiven Umgang mit diesen Auslösern verantwortlich. Probleme können nur gelöst werden, indem Dinge anders gemacht werden als früher, also nur durch Veränderung.

Menschen ziehen oft das Leiden dem Glück und der Gesundheit vor, weil es ein bekannter Zustand ist.

In unserer Zeit, in vielen Kulturen, und besonders in Deutschland haben wir eine besondere „Leid-Kultur“ entwickelt, in der Leid zu einer Tugend stilisiert wird, genauso wie Mangel, Unselbständigkeit und sexuelle Enthaltsamkeit. Wer gerne arm und unterwürfig als „alte Jungfer“ leben will, sollte seine Angst vor Veränderung mit einem dazu passenden Weltbild pflegen, das gerne mit steil erhobenem moralischen Zeigefinger gepredigt wird. Besondere Spannung erhält dieser Bedürfnis-Konflikt aus der Tatsache, dass unser öffentliches Leben, Werbung, Medien, Kultur, prall gefüllt ist mit Wünschen nach Reichtum, Freiheit und Sex. Deshalb lebt ein großer Teil der Deutschen „oversexed and underfucked“. Sie denken ständig an Sex und praktizieren es in wesentlich geringerem Umfang und weniger abwechslungsreich, weniger tief und weniger phantasievoll als sie davon träumen.

Ähnlich bedürftig verhält es sich mit der Qualität der Nahrung, was dazu führt, dass etliche Deutsche in einer der weltweit reichsten Gesellschaften ausgerechnet Unterernährung aufgrund Vitalstoff- und Wassermangel als Krankheits- und Todesursachen produzieren.

Das Leben hält jedoch für jeden Menschen Möglichkeiten der Erlösung und Erfüllung bereit. Diese Geschenke kommen vermehrt, wenn wir im Fluss des Lebens schwimmen und die Gelegenheiten ergreifen die sich bieten. Ganz besonders wenn wir dabei flexibel sind, also nichts bestimmtes erwarten. Eine solche Haltung lässt sich bestens mit Zielen vereinbaren, die wir uns sinnvoller Weise so setzen, dass sie auch etwas anders werden können oder zu einem anderen Zeitpunkt, als wir es uns vorstellen.

 

Hausapotheke für Veränderungs-Symptome

Zum Schluss möchte ich auf ein paar Mittel hinweisen, die nach meiner Erfahrung helfen bei der Überwindung von Blockaden aller Art gegen sinnvolle Veränderungen. Bei starken Ängsten würde ich professionelle Hilfe durch Psychotherapie, NLP und Hypnose, Homöopathie und Lebensberatung in Kombination mit Energiearbeit und schamanische Sitzungen nutzen. Denn da gibt es tolle Möglichkeiten, die teilweise sehr schnell und sicher zur Besserung führen.

 

Bachblüten

Walnut – stabilisiert, fördert Mut, Veränderungsbereitschaft, Ich-Stärke, Organisationsfähigkeit und sachliches Denken.

Rescue Remedies – Notfalltropfen, bei Stress und Schockzuständen, in die Mitte kommen

Mimilus – bei bestimmten, konkret benennbaren Ängsten (dazu zählt auch Angst vor unsichtbaren Dingen wie z.B. Geistern)

Aspen – bei unbestimmten, nicht konkret benennbaren Ängsten

Pine – heilt Schuldgefühle, die immer dann auftreten, wenn Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse übernommen wird (ggf. anstelle der Rücksicht auf die Bedürfnisse Anderer)

 

Heilsteine

Lepidolith – heilt Traumata und hilft so, optimistisch in die Zukunft zu blicken und das Leben auf die Reihe bekommen.

Aragonit – beruhigt die Nerven. Führt bei langfristiger Einnahme als Essenz zu dauerhafter Weiterentwicklung des 3. Chakras, im Sinne von Ich-Stärke, Organisationstalente, konstruktive Machtanwendung und klares sachbezogenes Denken.

Citrin – Optimismus, gute Laune, klares praktisches Denken

Rauchquarz – baut akuten Stress ab

Schwarzer Turmalin (Schörl) – Erdung …. an den vorderen Teil der Füße halten (Zehen bis Ballen). Absolut wichtig für regelmäßigen Gebrauch!

Bergkristall – Klarheit und Stabilität, Vision, Hellsicht. Der Universalstein für praktisch alle Anwendungen, auch in Kombination mit anderen Heilsteinen.

Amethyst – Auflösung von Anhaftungen, zeigt den Sinn des Lebens, regt die Phantasie an, Heilstein bei Neurodermitis, Verarbeitung von Traumata im Traum (einige Zeit unter das Kopfkissen legen, nach wenigen Nächten verstärkte Traumaktivität – oft bewusst, wenn diese nachlässt Kristall wieder zurücknehmen).

Peridot – heilt Schuldgefühle

 

Hara-Meditation

Führt zu emotionaler Stabilität, Zentrierung, Zielgerichtetheit und Durchsetzungsvermögen. Entlastet das 3. Chakra. Hilft, bei sich zu bleiben, auch wenn viel Trubel ist in der Umgebung. Hara-Atmung regelmäßig praktizieren.

 

Muster-Unterbrechung

Wenn Du raus willst aus der allgemeinen Unwilligkeit zur Veränderung, beginne damit, eine beliebige Sache in deinen Gewohnheiten zu ändern. Einfach so – idealer Weise zum Spaß!

Wenn Du ein Problem loswerden willst, verändere irgend etwas in dem Kontext in dem es auftritt – ganz egal was. Fahre fort mit einfachen Veränderungen, ohne zu erwarten dass das Problem sich erledigt hat. So lange, bis es sich erledigt hat.

 

Bewegung

Ein weiterer Schamanentrick, um Veränderung herbeizuführen, ist spazieren gehen, schwimmen, eben körperliche Bewegung aller Art. So viel Bewegung wie möglich, am besten in der Natur, und ohne den Körper auszupowern – eben aerobe Bewegung, die den Sauerstoffgehalt im Körper vermehrt. Im Idealfall zu Zeiten, wo man es sonst nicht tut (s.o. Musterunterbrechung).

 

Der magische Tresor

Entlastet die Psyche. Weitere Entspannungstechniken wie autogenes Training, kreatives Visualisieren, Meditation, Reiki, schamanische Reisen, Trancen und vieles mehr sind selbstverständlich ebenfalls bestens geeignet zur Stabilisierung.

Überhaupt hat ist jede Entspannungstechnik, die jemand selbst erlernt hat, eine konstruktive Sache, weil er dadurch selbst für sich sorgen, und seine Psyche selbst regulieren kann. Jeder Mensch ist für sein Wohlbefinden und seine Gefühle selbst verantwortlich, und diese Selbstliebe kann auf dem Weg des Lernens – was auch Lebendigkeit bedeutet – immer weiter ausgebaut werden.

Guten Mut und viele tolle neue Erfahrungen!

Drittes Chakra Teil 1 – Abgrenzung und emotionale Stabilität

Ich möchte in diesem Text ein paar Basics des feinstofflichen Energiesystems ansprechen, die wichtig sind für die Förderung der Stabilität der Haut, der Psyche, des Immunsystems und der Verdauung. Teil 1 befasst sich vorwiegend mit Theorie, Teil 2 mit einer Reihe wohltuender Maßnahmen zur Stärkung des 3. Chakras.

Chakra ist indisch und bedeutet wörtlich übersetzt „Rad“. Es handelt sich dabei um eine Anzahl vielschichtiger Energieorgane, die sowohl körperliche als auch psychische und spirituelle Steuerungs-Funktionen erfüllen. Da Chakren keine stoffliche Struktur besitzen, können sie direkt nur über die außersinnliche Wahrnehmung (Hellsehen, Hellfühlen, Hellhören, pendeln, kinesiologische Tests, Orakel etc.), oder indirekt durch ihr Wirken erfasst werden. Ich bin durch meine Ausbildung trainiert darauf, den Zustand dieser Energiezentren in Bezug auf einen bestimmten Sachverhalt wahrzunehmen. Manchmal auch zu deuten, das nennt sich dann Chakralesen.

Die indische Medizin kennt 7 Hauptchakren und eine Reihe von Nebenchakren. Die Hauptchakren repräsentieren 7 Lebensbereiche, die in ihrer Aufgabenverteilung von der bloßen Überlebensfunktion im 1. Chakra (Steißbein) über soziale Belange zu Lebensstil und Vision, bis hin zur Spiritualität im 7. Chakra (über dem Scheitel) reicht. Anders gesagt – vom Materiellen, über das Emotionale und Mentale zum Geistigen. Diese Stufen der Existenz, oder eben Lebensbereiche, existieren für jedes Wesen, inklusive jegliche materielle und soziale Struktur, also auch für Gebäude, Städte, Länder, Berge, Seen, Landschaften, Gesellschaften, Regierungen, Belegschaften, Konzerne etc.

Es handelt sich um ein ganzheitliches System mit einer holographischen Struktur. Das heißt, dass sich der Zustand eines größeren Systems in einem kleineren mit ihm zusammenhängenden System wieder zeigt, wenn der Inhalt beide Systeme betrifft. Beispiel: Die Chakrenstruktur eines Jugendlichen wird bei Themen, die mit Arbeit und Geld verdienen zusammenhängen weitgehende Ähnlichkeiten mit der Chakrenstruktur der Eltern aufweisen. Da er bislang noch wenig Gelegenheit hatte, andere Einstellungen und Verhaltensmuster zu entwickeln.

Neben den Chakren gibt es noch die feinstofflichen Kommunikationsorgane, die sogenannten Aurafelder. Sie durchdringen räumlich den Körper und strahlen von ihm nach Außen. Über die Aura wird nonverbal auf feinstofflicher Ebene kommuniziert (Telepathie u.a.). Diese Info nur der Vollständigkeit halber, denn in diesem Artikel geht es ja vor allem um das 3. Chakra.

 

Solar Plexus

Das 3. Chakra wird Solar Plexus Chakra genannt, weil es sich räumlich in der Magengegend, im Bereich des gleichnamigen komplexen Nervenknotenpunkts befindet und ähnliche Aufgaben hat. Meiner Meinung nach ist es das zentrale Chakra im Zusammenhang mit Problemen, die mit Sensibilität, Haut- und Umwelterkrankungen und dem Immunsystem zusammenhängen.

Sein psychosomatisches Themenfeld ist Macht, Abgrenzung, Nein-sagen, Ich-Entwicklung (Individuation, Persönlichkeitsentwicklung), Verdauung, Analyse und sachbezogenes Denken.

Es steht in einem engen dynamischen Zusammenhang mit dem 4. Chakra, dem Herzchakra. In diesem Chakra geht es um Gemeinschaft, Liebe, Mitgefühl, Toleranz, Synthese und Ja-Sagen. Das 3. Chakra schützt das 4. Chakra. Das bedeutet, dass jemand mit gut entwickelter Persönlichkeit, der sich gut abgrenzen und Nein sagen kann, wenn Dinge nicht seinem Interesse entsprechen, auch gut Ja sagen kann zu den Dingen, die wichtig für ihn sind. Während jemand mit gestörtem 3. Chakra schnell verwirrt, gestresst und ablehnend reagiert auf gute Angebote, und infolgedessen Schwierigkeiten damit hat, qualitativ hochwertig für sich zu sorgen. Viele so gestresste Leute besitzen die Tendenz, sich recht wahllos viele Dinge (oder Menschen) einzuverleiben, bis sie „zu voll“ sind für das eigentlich Wichtige.

Ein gut entwickeltes 3. Chakra trifft als Wahrnehmungsfilter und Analyseorgan eine Auswahl, was für die persönlichen Belange wichtig ist und was nicht. Einige Beispiele: Wenn es beeinträchtigt arbeitet, beschäftigt sich die Person mit Nichtigkeiten wie z.B. einem Haar auf dem Jackett des Gegenübers. Sie nimmt die Gefühle anderer Wesen besonders stark wahr und reagiert darauf, als wäre sie für das Wohlbefinden der Anderen stärker verantwortlich als für ihr eigenes Wohlbefinden. Wenn sie eine Bitte ablehnen muss, entwickelt sie Schuldgefühle. Sie tendiert dazu, Andere oder „das Schicksal“ über die eigenen Belange entscheiden zu lassen. Sie wird z.B. die Entscheidung von Ärzten nicht so selbstverständlich hinterfragen. Sie hat Probleme mit Manifestation, sich also der eigenen Wünsche bewusst zu werden, daraus Ziele zu machen und diese Wirklichkeit werden zu lassen.

Generell ist die Abgrenzungsfähigkeit des 3. Chakra wichtig für die Stressresistenz, weil sie dafür verantwortlich ist, ob und wie stark auf Umgebungseinflüsse reagiert wird (nervlich, emotional). Es ist wie eine Art Wächter, der den vorhandenen Infomationen die Tür ins Bewusstsein öffnet oder eben nicht. Bei hoher Wahrnehmungsfähigkeit, über die Sensible verfügen, spielt seine Entwicklung daher eine herausragende Rolle. Es entscheidet über die Stressintensität, und damit verbunden über die Fähigkeit zum kreativen und selbstbestimmten Denken.

Denn bei Stress verlagern sich die Denkprozesse in den hinteren Bereich des Gehirns. Dort werden vor allem feste Programme abgespielt, die alles in gut-schlecht, richtig-falsch, gehört sich – gehört sich nicht etc. einteilen. Und für die Erfüllung vieler Aufgaben festgelegte Abläufe gespeichert hat, über die nicht mehr nachgedacht werden muss. Diese stereotypen Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster werden zudem noch gesichert, durch Ängste, Abwehrmechanismen und Bedrohungsszenarien, die ich Wächterprogramme oder Sabotageprogramme nenne. Das ist so richtig, weil es sich erstens um Vereinfachungen des Alltags handelt. Wir müssen über einen Großteil alltäglicher Verrichtungen nicht mehr nachdenken, und haben dadurch Denkkapazitäten frei für andere Anderes, oder zur Entspannung. Zweitens, weil es sich um Überlebensfunktionen handelt. Wir bleiben dadurch selbst in extrem stressigen, überwältigenden oder bedrohlichen Extremsituationen noch handlungsfähig.

Was bei den Denkprozessen im hinteren Bereich des Gehirns jedoch komplett abgeschaltet wird, sind innovative Handlungsalternativen, kreatives Denken und freie Willensentscheidungen. Diese Prozesse spielen sich im Vorderhirn ab, welches seine Aktivität im entspannten Zustand entfaltet. Wenn wir darauf gut zugreifen können, erscheinen die täglichen Anforderungen sehr klar und transparent, und es fällt uns leicht, Prioritäten zu setzen und den Alltag effektiv zu organisieren. Das gilt natürlich auch bei besonderen Problemen und Anforderungen. Vielleicht ist Dir bei sehr kreativen Menschen schon einmal aufgefallen, dass sie oft eine ausgeprägte Gelassenheit und Coolness an den Tag legen. Sie bleiben einfach entspannt, was dafür sorgt, dass der Strom der Inspiration erhalten bleibt, und trotz des äußeren „kreativen Chaos“ selbstsicher und bei Laune zu bleiben.

Das waren jetzt ein paar theoretische Basics zum 3. Chakra. Im nächsten Teil werde ich praktisch und beschreibe, wie wir Stress abbauen und  das 3. Chakra unterstützen können.

Von der Depression zur Handlungsfähigkeit

Wie gut der Schnee tut, der heute selbst im warm-regnerischen Münster reichlich auf den Straßen zum liegen gekommen ist. Endlich kommt Licht in die Welt!!! Die letzten Wochen waren hier vor allem sehr wolkenverhangen und düster. Ein wahres Fest für Freunde der Melancholie. Aber nicht für mich. Ich weiß wie sich Depressionen anfühlen, hab sie lang genug chronisch erlebt, nämlich gar nicht so gut, und fehlende Sonne kann selbst hartgesottenen Optimisten aufs Gemüt schlagen!

Anstelle meiner Depressionen ist nun das häufige Verspüren von Wut getreten. Mit der Wut kam die verbesserte Wahrnehmung meines Körpers und der Primärbedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit, Wärme, Körperkontakt, menschliche Nähe etc. Es hat lange gedauert, und der Prozess ist auch noch nicht abgeschlossen, sie zu meinem guten Verbündeten zu machen, die Ursache der Wut zu ergründen, die häufig spontan ohne für mich wahrnehmbaren Auslöser hochkommt. Z.B. nach dem Essen, wenn das Gefühl der Sättigung eintritt und Zeit ist zum Entspannen. Seit ich mir verstärkt gestatte, mich vor Außeneinflüssen abzugrenzen, auch mit Hilfe spezieller Übungen, lässt das spontane Auftreten der Wut nach. Also ist ein Teil der Wut aggressive Energie, um mich kraftvoller abzugrenzen. Schön das zu merken, und schön mir dabei bewusst zu werden, dass ich meinen Raum um mich haben darf. Also um Selbstbestimmung und Selbstbehauptung geht es. Und das hat ja den unmittelbaren Zusammenhang mit der Neuro. Denn sie schädigt meine Fähigkeit mich körperlich zu behaupten ganz vehement.

Depressionen sind energetisch das Gegenteil von Wut. Sie sind zusammenziehend, nach innen gerichtet. In den Jahren der Depression war ich sehr introvertiert, habe mich versteckt, mich ganz schlecht gespürt und mir so gut wie keine Spontanität erlaubt. Ich bin Problemen aus dem Weg gegangen statt sie zu lösen und habe meine Aufgaben auf die lange Bank geschoben und brauchte Druck um sie zu erledigen. Das erzeugte eine Menge Stress, den ich aber nicht körperlich ausagierte, sondern in mich hineinfraß. Dieses viel zu passive und selbstzerstörerische Verhalten saß ziemlich tief. Es war ein erlerntes Verhalten, weil in meinem früheren sozialen System die Äußerung von Wut und Aggression nicht erwünscht war. Trauer durfte sein, aber nicht Wut!

Die Änderung der grundlegenden Befindlichkeit kam, als mein Arbeitgeber mir mit Kündigung drohte, weil ich wiederholte Male zu spät zur Arbeit gekommen war. Es ging hier um einen Job im Callcenter, der weit unter meiner Qualifikation lag – ich bin Diplomingenieur Architektur – und mir zu dem Zeitpunkt keine Weiterentwicklung mehr bieten konnte, die mir attraktiv erschien. Das Gute an dem Job war gewesen, dass ich meine kommunikativen Fähigkeiten trainieren konnte und eine relativ flexible Zeiteinteilung hatte. Das ermöglichte mir die Teilnahme an der schamanischen Ausbildung ab 2004, mit 3 Teilausbildungen und ca. 12-15 Wochenendseminaren pro Jahr bis 2008. Nun aber, Ende 2009, hatte ich bereits Seminarerfahrung, mehrere Jahre Praxiserfahrung mit Lebensberatung und schamanischer Energiearbeit, und war soweit, eine Menge gelernten Wissens und Fähigkeiten richtig professionell und hauptberuflich ins Leben umzusetzen.

Gefühlsmäßig war es ein Kraftakt, von der depressiven Grundstimmung in die Selbstbehauptung zu gehen. Die Situation erforderte es jedoch, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit juristischen Begebenheiten auseinandersetzte und für mich kämpfte. So erreichte ich letztlich eine Trennung auf Augenhöhe, mit Auflösungsvertrag, statt der Kündigung wegen wiederholter Abmahnungen. Und dann kam ab 2010 die Existenzgründung, die mir immer wieder Situationen beschert wo ich kämpfen muss für mein Recht. Das hat in den 3 Jahren dazu geführt dass ich sehr viel gelassener geworden bin, und nicht mehr so schnell Angst bekomme. Die Wut ist also in gewissem Sinn mein Freund, weil sie mir hilft mich weiter zu entwickeln, und mein Leben so zu gestalten wie ich es mir erträume.

Aus der Depression heraus- und in eine sinnvolle und konstruktive Nutzung meiner Wutenergie hineinzukommen hat mir u.a. geholfen:

  • Ein guter älterer Freund, der mich lehrte, dass ich viel mehr Rechte habe, als ich mir in der depressiven Zeit selbst zugestand. Und der mir beibrachte, wie ich in einer Gruppe wie dem Arbeitsplatz nicht untergehe, indem ich immer wieder auf mich aufmerksam mache, und zwar so, dass dabei z.B. durch das Zeigen bislang unbekannter Seiten Respekt entsteht.
  • Die Erkenntnis dass Wut etwas Gutes ist, das zu Wachstum führt. Wut ist eine expansive Energie, also nach Außen gerichtet. Sie ist die Energie, die z.B. eine Pflanze benötigt, um aus der Erde an das Tageslicht zu wachsen. Die immer gebraucht wird, wenn es um das Erreichen neuer Ziele geht. Deshalb habe ich ein Lob verdient wenn ich wütend werde, und habe den Satz verinnerlicht „Ich bin gut in meiner Wut.“
  • Körperliche Abreaktion … in meinem Körper ist jede Menge alter Wut gespeichert, die ich früher nicht ausgedrückt habe. Dadurch wird sehr viel Energie frei, wenn die Wut angetriggert wird, die sich  sinnvollerweise körperlich abreagieren lässt, u.a. durch

Kissen schlagen; Fauchen, Zischen, Knurren, Schreien etc.;

Gleichzeitig auf der Stelle tribbeln und auf ein Stück Stoff o.ä. schlagen, das auf Brusthöhe aufgehängt ist;

Joggen, aber nicht übertreiben. Nicht an die Leistungsgrenze gehen. Dem Körper muss dabei Sauerstoff zugeführt werden unter dem Strich, und nicht entzogen, wie es bei Leistungssport der Fall ist. Ein ermüdeter Körper wird weniger gespürt. Daher denken viele Leute irrtümlich, sie würden Stress (unausgedrückte Aggression) dadurch abbauen, indem sie sich auspowern. Das Gegenteil ist der Fall: sie spüren sich nicht mehr und verdrängen wiederum die Gefühle in den Körper hinein.

  • Ich habe mir immer wieder klar gemacht, dass ich zu allen Zeiten mein Bestes gegeben habe! Das unterstelle ich auch jedem anderen Menschen. Diese Grundeinstellung hat mir in der produktiven Zeit nach langer depressionsbedingter Stagnation geholfen. Da gibt es zu Beginn des „Aufwachens“ die Phase noch größerer Niedergeschlagenheit, in der ich erkenne, wieviel ich versäumt und nun zu schaffen habe, um die Dinge wieder richtig in Fluss zu bringen. Hier ist dann Durchhalten und ein gutes Rückrat wichtig, und dabei hilft das beschriebene Wohlwollen.
  • Alle Regeln und Glaubenssätze, die mich in irgendeiner Weise drücken, mich hindern meine Gefühle zu zeigen oder mir einreden dass meine Wut, mein Zorn oder gar Hass nicht OK sind, schaden mir letztendlich. Und deshalb muss ich sie nicht akzeptieren. Das heißt, ich bevorzuge ein soziales Umfeld, in dem ein konstruktiver Umgang mit diesen expansiven Emotionen gepflegt wird, und wende mich ab von Menschen und Institutionen, die von mir verlangen, stets mit einer „Keep Smiling – Maske“ durchs Leben zu geistern.
  • Es mir zur Angewohnheit machen, meinem Ärger Ausdruck zu verleihen. Ist Übungssache und ein tolles Feld für kreativen Selbstausdruck.
  • Mein Training der Kampfkunst. Dadurch gelange ich in die Lage, mich notfalls körperlich verteidigen zu können, wenn mich jemand angreift. Das ist sehr wichtig, denn es gibt viele Situationen im beruflichen wie privaten Leben, wo ein manchmal auch subtiles Kräftemessen stattfindet, wo es wichtig ist, stets bereit zur Verteidigung zu sein, um sein Recht und seine Integrität zu wahren. Das wird in der Regel nicht körperlich ausgetragen, aber allein das Wissen, es notfalls zu können, schafft eine Menge Selbstbewußtsein und das Gefühl von Stärke.
  • Der wichtigste Beitrag, der mich raus aus der Depression und rein in meine Kraft gebracht hat, war der Sprung ins kalte Wasser. Die Risikobereitschaft, mich in das selbständige Terrain zu begeben, und mein Wissen in die Praxis umzusetzen. Das war ein Berg Arbeit, von dem ich vorher teilweise nicht wusste wie es gehen soll. Das Leben bescherte mir hier großartige Hilfe mit Menschen, die mich unterstützten und förderten, wie ich es mir nicht zu wünschen gewagt hätte. So habe ich es geschafft, dass ich heute mehrere tolle Ausbildungen anbieten kann und mittlerweile so viel Routine in der Seminarleitung erworben habe, dass ich meinen Beruf wirklich als Berufung fühle.

Es gibt sicher noch eine Menge mehr Gesichtspunkte, die mit der Heilung von Depression einhergehen und den konstruktiven Umgang mit aggressiven Gefühlen einhergehen. Der ganze Lust-Bereich Liebe, Partnerschaft, Sex ist hier jetzt nicht zur Sprache gekommen. In diesem Zusammenhang gibt es eine Menge wunder Punkte, die mit meiner Neuro zu tun haben. Das soll ein andermal zur Sprache kommen.

Schlechte Abgrenzung – kreativer Flow

In den letzten 3 Tagen gab es einige spannende Bewegung. Nachdem der 6. Januar vorbei ist habe ich mir vorgenommen, nach der Jahreswechsel-Pause wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren. Vorerst beschränkt auf meine selbständige Arbeit. Der Nebenjob würde mir im Moment noch zuviel Kraft kosten. Montag wachte ich also vom Wecker geweckt recht munter auf, absolvierte die obligatorische morgendliche Reikibehandlung und stand dann auf. Ich hatte Lust etwas zu arbeiten ohne mich unter Druck zu setzen, oder von außen gesetzt zu fühlen. Das ist gut, denn innerer Druck ist schnell ein Problem für mich. So hatte ich Montag einen produktiven Tag, der allerdings durch ein Telefonat dann doch wieder Druck bringen sollte. Ein Bekannter, der ein ganzheitliches Magazin herausgibt, erfuhr im Gespräch von diesem Blog-Projekt, und äußerte dann die Idee, ich könnte doch einen Artikel über Neurodermitis verfassen für die nächste Ausgabe. Darüber freute ich mich natürlich. In der Nacht begann mein Kopf dann zu arbeiten und ich konnte mich nicht vor der neuen Herausforderung abgrenzen. Das Ergebnis waren wieder Stunden die ich wach blieb. Bis ich um 2:30 Uhr das Licht anknipste und das Stichwort-Manuskript für den Artikel verfasste. Danach war ich dann ruhiger und schlief so gegen 4:30 Uhr endlich ein.

Ja, so läuft das zur Zeit dauernd mit der schlechten Abgrenzung. Ganz wie die spirituelle Gesetzmäßigkeit lautet „Wie innen so außen“ gilt auch „Wie der Körper so der Geist“. Meine Haut ist zur Zeit zu rund 90% entzündet, und kann trocken, porös und schuppig wie sie ist natürlich nur einen Bruchteil ihrer schützenden, von Umwelteinwirkungen abgrenzenden Aufgaben erfüllen. Genauso dünn ist leider auch meine psychische Abgrenzung.

„Die Außenwelt ist draußen, ich bin bei mir!“ ist deswegen ein sehr wichtiger Satz für mich geworden, den ich mir immer wieder vor Augen führe. Dann kann ich meine Grenze fühlen. Im Idealfall ist die Grenze mehrere Meter von mir entfernt, dann habe ich Luft zum Atmen und fühle mich leicht. Zur Zeit ist die Grenze aber häufig nicht einmal mehr außerhalb von mir sondern in meinem Inneren. Das geht natürlich gar nicht, denn dann lasse ich ja alles zu mir herein, was von außen kommt. Das ist mega anstrengend und darauf reagiert natürlich meine Haut und meine Nerven, mit Juckreiz, Unruhe, mich bedrängt und gar nicht wohl in meiner Haut fühlend.

Am nächsten Morgen kam ich nur schwer aus dem Bett und kam deshalb zu spät zu meiner Therapie. Die lief trotzdem in der kurzen verbleibenden Zeit noch so gut, dass sich die Fahrt in die Stadt (ich wohne am südlichen Stadtrand von Münster, ca. 8 km von der Innenstadt entfernt) lohnte. Ich kam danach in so einen guten Flow, dass die erste Reinschrift des Artikels bereits gestern fertig wurde und jetzt in die Korrekturlesung geht. Mehr zum aktuellen Flow im nächsten Beitrag.


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